10 Tricks um Rockstars kennen zu lernen

 

groupie-ande
Ande (Gitarre), Kissin‘ Dynamite

Erster Post mit neuem Design. Deswegen heute was ganz Besonderes für euch.
Eine kleine Anleitung vor allem für die Mädels. Alles aus erster Hand und persönlich erlebt.

(Achtung: Dieses ‚Tutorial‘ funktioniert nur bei Musikern im mittleren Bekanntheitsspektrum. Da, wo die Tickets 20 bis 30 Euro kosten oder bei denen, die auf Festivals nachmittags auftreten (bei kleinen Eintagsgeschichten auch mal Headliner). So 5.000 bis 100.000 Likes. Alle die darüber sind, bekommt ihr nur gegen Geld zu sehen, wenn ihr irgendwo gewinnt oder euer ganzes Leben nur dieser einen Mission widmet. Just so you know.)

Mich hat jemand gefragt, ob ich das ernst meinte. Antwort: ‚Hi Andre,
Mischung aus beidem 🙂 Es ist mit einem Augenzwinkern zu sehen und soll nicht zu One-Night-Stands und Dekadenz führen oder so. Im Grunde funktioniert es aber schon, wenn man auf ein Konzert geht und gerne mal mit den Künstlern reden möchte für länger als nur „Können wir ein Foto schießen?“‘
Nur, damit keine Missverständnisse aufkommen -.-

Gut, nun zum Thema: Wie lernt man Rockstars kennen?

1. DO: Lerne zu warten.

Das Konzert ist vorbei und noch während die Männer hinter der Bühne ihre verschwitzten Klamotten ablegen, stürmst du schon zum Merchandise Stand. Du willst natürlich die aller erste sein, hast deinen hautverträglichen Stift schon griffbereit (damit sie dir auf die Brüste schreiben können) und willst als aller erste davon erzählen, wiiieeee toll du sie findest?
FALSCH!!
Je nachdem, wie beliebt die Band ist und wie viele kleine schreiende Mädchen sich nach vorne drängen, solltest du so lange wie möglich warten. Im Geschubse und Gestrecke ganz am Anfang machst du den armen Kerlen eher Angst, und viel Zeit zum Reden bleibt nicht. Immerhin wollen hinter dir noch fünfzig andere zum Zug kommen.
Also lieber warten, bis sich der Sturm gelegt hat. Dann in Ruhe CDs anschauen, Foto machen und ins Gespräch kommen. Die minderjährigen Girlies liegen bis dahin wahrscheinlich längt daheim im Bett. Die sind also weg.

 

2. DO: Sei spontan und kontaktfreudig.

Am persönlichsten kennen lernen tust du Musiker meist lang nach ihrem Auftritt. Dann, wenn die Masken der Bühnenpersona gefallen sind und der Alkohol in Strömen fließt. Es kann sein, dass sich bis dahin noch gar nichts ergeben hat. Und dann, ganz plötzlich, im Rausch des Bieres oder mit der Intelligenz der Nüchternheit, vielleicht auch nur per Zufall, bietet sich dir die eine Gelegenheit. Wie die aussieht, kann ich nicht sagen, doch je später die Uhrzeit, desto ‚intimer‘ der Kreis der Verbliebenen.
In der Zeit bis dahin kann man super andere Gäste kennen lernen. Im Idealfall solche, die schon in irgendeiner Weise persönlich mit der Band in Verbindung stehen. Und wenn es die feste Freundin des Sängers ist, auf den du so abfährst – umso besser!
Wenn die Venue schließt noch mit in die nächste Kneipe was trinken? Super, deine neue Bekanntschaft nimmt dich mit hin.

groupie - friends

3. DO: Komme mit Vorwissen zur Veranstaltung.

Je mehr du schon über die Band weißt, desto ein besseres Urteil kannst über ihren heutigen Auftritt / ihr neues Album / das tolle Video zur Ballade abgeben. Solche Themen, gespickt mit kleinen Komplimenten, sind immer gute Gesprächsanfänge. Wenn du Bescheid weißt, kannst du dich auch nicht mitten im Gespräch mit ‚dummen Fragen‘ blamieren.
Aber Achtung: Wenn du weißt, wie die Schildkröte der Cousine dritten Grades des Bassisten mit zweitem Namen heißt, hast du es übertrieben. Wenn du das weißt, erwähne es lieber nicht. Die bekommen alle Schiss vor dir.

4. DO: Kleine Geschenke zu besonderen Anlässen.

Wenn du mehrmals auf das Konzert eines Acts gehst, solltest du nicht jedes Mal einen ganzen Weihnachtsmannschlitten voller Präsente mitbringen. Besonders bei Releases, Jubiläen oder ‚Heimspielen‘ ist es aber eine ganz nette Idee. Nichts allzu Teures (schlechtes Gewissen, peinliche Stille) und am besten mit persönlichem Bezug… schon aus Höflichkeit müssen die Beschenkten dann ein bisschen mit dir reden.

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Richie (Gitarre) und Sam (Schlagzeug), Confess

5. DO: Lass dir fremde Sprachen beibringen.

Funktioniert natürlich nur, wenn du das Konzert eines ausländichen Künstlers besuchst oder selbst für die Veranstaltung über eine Grenze gefahren bist. Aber wenn die Band zum Beispiel aus Frankreich, Italien oder Finnland kommt, frage sie doch mal, was dies oder das in ihrer Sprache heißt. Als erstes werden sie dir Schimpfwörter und sexuell anzügliche Dinge beibringen wollen – aber egal. Das lockert die Stimmung, macht sie stolz und du lernst sogar noch was.

6. DO: Lustige Fotoideen.

Breit grinsend oder mit Küsschen auf die Backe ein Selfie schießen, den Arm dabei schön um die Hüfte gelegt? Schnee von gestern! Egal was es ist, lass dir eine Pose, einen Gegenstand oder sonst irgendwas einfallen (z.B. Foto von hinten, also die Rücken oder beim Headbangen oder auf der Bühne sitzend oder, oder, oder) und bitte denjenigen, der mit drauf soll ganz lieb darum. Das ergibt später auch die schönsten Sammlungen.

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Tobias Derer (Schlagzeug), UMC, Cypecore und Beyond the Black

7. DO: Support Acts, Roadies und Merch-Verkäufer.

Was wollen alle, die mit deinen Idolen unterwegs sind? Richtig, etwas von dem Ruhm und der Begehrtheit abhaben. Vor allem die Opening Acts oder Mitarbeiter der Bandcrew freuen sich wie wild, wenn mal ein Fan auf sie zukommt und ihnen Fragen stellt. Macht ihnen Komplimente für ihre Arbeit, fragt nach dem Alltag auf Tour, trinkt mit ihnen ein Bier. Sie werden mit Feuereifer wie aus dem Nähkästchen plaudern… und euch am Ende fragen, ob ihr noch mitfeiern wollt. Almost guaranteed.

8. DO: Kenne die Acts, bevor sie groß werden.

Am Anfang ist es nichts Besonderes, mit ihnen rumzuhängen? Aber du hast irgendwo Leute im Freundeskreis, die sich als Musiker versuchen? Dann nichts wie los!
Besuche ihre Konzerte, supporte sie, komm in den Bandproberaum, mache Fotos, schmeißt zusammen Partys, was auch immer. Sie sind ja wirklich deine Freunde. Und vielleicht, wenn sie irgendwann mal groß rauskommen, kannst du behaupten, dass du sie schon kanntest, bevor sie Mainstream waren. Du hast sogar noch die Demo der aller ersten EP zuhause (vermutlich totaler Schrott), doch du bist ihnen bis zum heutigen Tage treu geblieben. Plötzlich werden die ganzen kleinen Groupiemädels auf dich zukommen und mir dir ins Gespräch kommen wollen.
PS: Wenn deine Leute als Vorband unterwegs sind, kannst du vielleicht mal mit kommen.

heinz elmann
Meine Jungs von Heinz Elmann

9. DO: Nimm einen Job im Umkreis der Band an.

Ich selbst zum Beispiel interviewe viele Musiker oder frage sie nach CDs, um Reviews darüber schreiben zu können. Das ist zwar viel Arbeit und manchmal nervig, aber fast eine Garantie, mit allen ein etwas längeres, besseres Gespräch führen zu können.
Du kannst in einer Konzertvenue arbeiten, dich selbst als T-Shirt Verkäuferin oder Fanclubleiterin anbieten, du kannst Backgroundtänzer, -Sängerin oder selbst Teil einer Band werden. Versuche es als Security oder Techniker, Bardame oder Fotografin. Ganz egal, ein Job ist immer eine offizielle Berechtigung zur Kontaktaufnahme und bedeutet oft auch Backstage Pass. (Aber Vorsicht, Arbeit bleibt Arbeit!)

groupie - steve summers
Interview mit Steve Summers, Pretty Boy Floyd und Shameless

10. DO: Nimm die Situation und dich selbst nicht zu ernst.

Menschen bleiben Menschen. Auch wenn sie Musiker sind. Bei einem Justin Bieber oder einem Jon Bon Jovi ist das was anderes, die leben in ihrer eigenen Welt. Den Otto-Normal-Musiker solltest du jedoch wie jeden anderen Menschen auch behandeln. Das heißt, bleibe freundlich, doch mache nicht den Anschein, als würdest du jeden Moment in Ohnmacht fallen. Nicht zu viele Komplimente, nicht zu viele bohrende Fragen, auf gar keinen Fall hinterher watscheln, mach Witze mit ihnen und über sie, lass auch mal wen auf dich zugehen und versuche es im Zweifelsfalle an einem anderen Tag nochmal. Tanze, mach mal Armdrücken, reiß nen dummen Spruch oder setz dich einfach auf den Boden, die Theke, was immer noch gerade angemessen ist.
Es sind Menschen und wenn du willst, dass sie deine Freunde werden, behandel sie auch wie deine anderen Freunde. Wer sich dafür zu schade ist und nur angehimmelt werden will, der ist es nicht wert.

groupie - blurred
Kann irgendwer erraten, wer das ist?

Wie immer alle Angaben ohne Gewähr 😉

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2 Kommentare zu „10 Tricks um Rockstars kennen zu lernen

  1. Hallo Sarah,
    über Umwege bin ich hier auf deinem Blog gekommen und habe mir den Artikel mal durchgelesen.
    ich komme hier noch nicht ganz dahinter, ob du das wirklich ernst meinst, oder ob du das (hoffentlich) nur als Spaß verfasst hast.

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    1. Hi Andre,
      Mischung aus beidem 🙂 Es ist mit einem Augenzwinkern zu sehen und soll nicht zu One-Night-Stands und Dekadenz führen oder so. Im Grunde funktioniert es aber schon, wenn man auf ein Konzert geht und gerne mal mit den Künstlern reden möchte für länger als nur „Können wir ein Foto schießen?“

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