Noch ein privates Festival. Diesmal mehr Indie-Avantgarde.

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Meditatives Entspannen im Grünen? Oder doch eine verrückte Party?

Das Wochenende ist vorbei, die Arbeit geht wieder los. Habt ihr euch gut erholt über diese traumhaften Tage? Ich war am Samstag an einem Ort, der nahezu verwunschen schien. Es gibt keinen besseren, um zu entspannen und das Leben einfach mal Leben sein zu lassen.

Die Bewohner (ich weiß nicht wie viele) nennen es PAN (ich weiß nicht wieso) und in seiner prunkvollsten Zeit war es einmal ein Hotel im wunderhübschen Städtchen Lindenfels. Was davon übrig geblieben ist, ist wie das Wunderland, in das Alice gefallen ist. Alle paar Schritte entdeckst du etwas Neues. Denkst dir vielleicht ‚warum?!‘ oder auch ‚oh, cool‘ und hast wieder etwas gelernt.

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Zum Beispiel hingen da in einem sehr versteckten Winkel zwei Hängematten. Unter der einen stand ein paar Schuhe. Doch nirgendwo war ein Besitzer aufzufinden. Er muss sie liegen gelassen haben und barfuß weiter gelaufen sein. Freiheit. Oder verpeilt?
Ein paar Schritte weiter verbirgt sich eine lauschige Ecke, von Holzwänden umgeben, die zur Shisha-Oase geworden war. Davor hängt eine selbst gebaute Schaukel in den Bäumen, man kann fast in die Shisha-Ecke hineinfliegen. Und etwas abseits davon wiederum steht so ein Box-Ballon. Ein Sportgerät. Ob sie das aus dem Teil des Hotel genommen haben, der früher mal ein Fitnessstudio war? Die Handschuhe liegen griffbereit daneben.

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Es gab auch mal einen Swimmingpool, der inzwischen aber ein Teich geworden ist, mit grünem Wasser und Fischen darin. Außenrum stehen, wie echte Ruinen, noch Säulen wie aus dem alten Griechenland, die das Anwesen einmal edel wirken lassen sollten. Dann geht man von da aus durch den Garten, in dem manch Baum und Schnur beschriftet sind und entdeckt überall Kunst. Bunte Bilder stehen in der Wiese, an Sträuche gelehnt. Dazwischen dann irgendwo noch ein Spiegel, in dem man die Sterne sieht, die an diesem Samstag klarer nicht sein könnten. Und davor sitzen auf einer ausgerollten Matte viele Menschen jeden Alters und lauschen der Band, die auf der selbst aufgebauten Bühne vor den Säulenruinen und aufgehängten bunten Tüchern spielt, wie man sie aus dem Orient kennt. Es Stimmung war ausgelassen und seelenruhig zugleich. Es wurde gelacht, getanzt oder bloß der Musik gelauscht.

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Ich komme mir vor, als wäre ich mit einer Zeitmaschine hier her gekommen. Fast habe ich das Gefühl, jemandem sagen zu müssen, dass ich strinkt gegen den Vietnamkrieg bin. Dann fällt mir ein, dass ein anstehender Krieg gar nicht mehr so abwegig ist… und gehe durch das Haus auf die Dachterrasse. Man hat von dort einen atemberaubenden Blick über das kleine Städtchen, das an einem steilen Berghang liegt und auf die beleuchtete Burg, die über all dem thront. Sessel, Bänke, eine Hollywoodschaukel. Dort rede ich mit einem Kumpel über alles mögliche, größtenteils Blödsinn. Manchmal habe ich nämlich einfach Lust, Sachen zu sagen, die von außen betrachtet keinerlei Sinn ergeben. Entschuldige bitte, Marv 😉

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Es flog zwar keiner übers Kuckucksnest, aber es kletterte einer auf dem Dach herum. Wir sahen von unten zu während wir unsere Pommes knabberten. Einer lief im Arztkittel umher und verteilte alkoholhaltige Spritzen. An dieser Privatparty, die von der coolsten WG des Landkreises veranstaltet wurde, musste für Essen, Trinken und Eintritt ein kleiner Beitrag gezahlt werden. Bei dem Aufwand, der Richtung Festival ging, absolut gerechtfertigt.

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Die Band, die spielte, heißt Kofferraumasyl. Natürlich sind sie nicht weltberühmt und gute Freunde. Sie haben trotzdem gespielt wie kleine Profis, fast alle zum Tanzen und Jubeln gebracht, keiner wollte, dass sie aufhören. Nach ihnen spielte noch eine kleine, improvisierte Aufstellung von Heinz Elmann, dazwischen gab es eine offene Jam Session. Die Klänge des Abends waren Indie, Prog, Psychedelic, Pop, Alternative. Wie immer war die berühmte Flöte dabei. Die Wirkung war wie Trance.

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Irgendwie ist an dem Abend nicht wirklich was passiert, jedenfalls nicht bei mir. Ich habe nur ein paar altbekannte Gesichter wie aus fremden, vergangenen Welten wieder gesehen, ein paar befreiende Unterhaltungen und Autofahrten unter Sternenhimmel gehabt. Ich habe getanzt, die SchimPANsen oder PANther für die Organisation bewundert, ich dachte, im Bad läge ein Hefeteig, aber das war nur Schaumstoff und am Ende dachte ich, dass dieses „Spätherbstliche Sommerfest“, wie sie es nannten, niemals im Leben in Vergessenheit geraten durfte.

Danke Jungs, es war zauberhaft. Nächstes Jahr auf alle Fälle wieder. Bei euch wurden Erinnerungen an alte Zeiten wach, zu denen ich noch nicht glaubte, dass es wirklich einmal so sein würde aber immer auf so was gehofft hatte.
Ach ja, immer diese Zeitsprünge…..

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2 Kommentare zu „Noch ein privates Festival. Diesmal mehr Indie-Avantgarde.

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