Sind Groupies Feministinnen?

A photo by Aranxa Esteve. unsplash.com/photos/pOXHU0UEDcg

Guten Morgen miteinander, ich sitze hier, bin noch recht spät auf und mir treibt eine Frage im Kopf umher. Sie steht oben in der Überschrift. Zu viel eigene Meinung will ich dazu gar nicht sagen, lieber eine Diskussion anregen.

Prinzipiell würde ich sagen: nein sind sie nicht. Aber nur, weil Feminismus als Wort und Mantra unheimlich dämlich ist.
Das gleiche Geld für die gleiche Arbeit verdienen? Sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wahlrecht? Ist zum Glück schon länger in Kraft und alles andere vorher hat vor Dummheit zum Himmel gestunken. Selbstbestimmung, wann und wen man heiratet? Ich bitte doch darum..
Gut, in diesen Sachen gebe ich den Kämpfern (und Kämpferinnen!) für die Weiblichkeit Recht und möchte mich offen bei ihnen bedanken: Danke!

Aber Sachen wie das zwanghafte Gendern von Wörtern? Frauenquote in Unternehmen, egal ob diese Kandidatinnen besser sind oder nicht? Einfach nur bescheuert. Und dann, wenn man denselben Lohn bekommt, sich trotzdem Essen, Wein, Pralinen und Ledermantel vom Freund bezahlen und in die Hand drücken lassen – ähm, nein.
So viel zu meiner kurzen, bescheidenen, mir-ist-das-so-was-von-schnuppe-ich-bin-eine-frau-und-komme-mir-nie-diskreminiert-vor Meinung.

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Nun aber zu dem Punkt, auf den ich eigentlich kommen wollte: Wie ist es mit den soverschrienen Groupies?
Die Frauen, die ihrem Angebeteten, oder auch bloß einem ein wenig höher geschätzten Erdbewohner, teilweise tagelang und kilometerweit hinterher reisen. Die vermeintlich alles dafür tun würden, um aufzufallen. Schlüpper auf die Bühne werfen und Brüste zeigen. (Ich glaube, die aktuell laufende Steel Panther Tour lenkt mein Gedanken in diese Richtung… ^^) Sich manchmal buchstäblich zum Affen machen, um es mal so treiben zu können wie im Discovery Channel. (#badtouch) Und davon träumen, die eine zu sein, die die wilde, saufende, arschige Bestie zähmt. Aus dem unantastbaren Löwen ein kleines Kätzchen machen.

Sind diese Frauen der Inbegriff der Unabhängigkeit von einem beständigen, heimeligen Leben mit dem einen Mann, der auch noch das Geld ins Haus schafft?
Besagter Musiker muss nicht unbedingt vermögend sein. Der Zauber der Bühne macht den Unterschied; sowie die Tatsache, dass IHN ganz viele haben wollen. Jedes Näherkommen währt vielleicht nur für eine Nacht. Doch das reicht ihnen manchmal. Es geht um das „Ich habe es getan.“
Die ‚Groupies‘ werden von ihrem Rockstar nicht gleich Kinder wollen. Sie wissen auch, dass er womöglich unverantwortungsvoll ist, viel unterwegs, ihnen fremdgeht und sonst noch dumme Sachen anstellt. Sie wollen das so. Keine Verantwortung. Sie scheißen darauf, von jemandem mit einer Rose erobert zu werden – sie wollen lieber selbst erobern. Koste es, was es wolle. Keine Blümchen, keine Schürze. Lieber Lack und Leder und manchmal eben im eiskalten Auto oder auf einem zerransten Sofa im Backstagebereich einschlafen, voll mit Whiskey bekleckert und mit dem sicheren Wissen: „Ich bin die Coolste. Mir kann keiner was sagen.“

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Oder meint ihr eher, dass gerade diese Frauen das Gegenteil von eigenständig sind?
Dass sie sich der Tatsache unterordnen, dass der Mann da oben steht, stark und unerreichbar ist und sie selbst nichts weiter als ihre Hilflosigkeit oder Sexualität einsetzen können, um sich das eine Mal in diese starken Arme fallen lassen zu können?
Sind sie es, die ihr ganzes Geld und ihre Lebenszeit einer Sache opfern, die selbstzerstörerischer nicht sein könnte? Dann war’s das mit der Freiheitskämpferei und sie sehnen sich weinend danach, dass ER nur sie liebt. Sie und keine andere. Und weil es nicht so ist, versinken sie in tiefster Verzweilfung. Schluss mit wild und unabhängig.

Ich weiß, dass dieser Text nur die Extremen dieses Verhaltens beschreibt. Die Wahrheit sieht ganz anders aus, viel banaler, unbedeutender, oft von Alkohol und spontanen Dummheiten begleitet. Man kann auch anfangen, darüber zu debattieren, ab wann man überhaupt ein ‚Groupie‘ ist. Frau kann ja auch mal zufällig mit einem Rockstar im Bett landen. Oder sie ist eine bloße Gelegenheitstäterin. In den meisten Fällen ist es ihr schnurzpiepsegal, ob sie nun eine Frau mit Selbstbestimmung ist oder nicht. Sie will sich einfach nur wohl fühlen.

Trotzdem würde mich eure kurze Meinung dazu interessieren.

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