„Wir spielen eigentlich permanent vor ausverkauftem Haus“

– Das Capitol kauft das Capitol – ein Interview mit Sascha Krebs

sascha-krebs-_nrDiesen Monat war ich bei ‚Sascha² im Casino‘ und habe vorher mit Sascha Krebs gequatscht, einem sehr erfolgreichen Musicaldarsteller und Backgroundsänger vieler großer Rockproduktionen. Vielleicht kennt ihn der ein oder andere von ‚Rock Meets Classic‘, von seinen Performances mit Rick Parfitt, Ian Gillan, Bonnie Tyler und Alice Cooper. Oder vielleicht von ‚We Will Rock You‘, DEM  Queen-Musical überhaupt. Alles tolle Shows und Künstler, die ihr mal gesehen haben solltet. Doch unser Hauptthema an diesem Abend waren nicht all die Rocklegenden. Nö, es war ein altes Haus. Ein Haus, in dem die goldene Farbe von den Wänden blättert, wodurch es erst seinen Charme erhält, das alle Gäste durch seine Runde Form fasziniert und in dem die Sänger und Comedians ein und ausgehen. Es ging um das Capitol, und warum das Capitol nun das Capitol kauft, was das überhaupt zu bedeuten hat und ihr alle tun könntet, um noch mehr coole Acts in die Stadt zu bringen.

Seit anderthalb Jahren arbeite ich nun im Mannheimer Capitol. Es stimmt, dass unsere „berühmtesten Söhne“ Xavier und Bülent hier ihre ersten Bühnenerfahrungen gesammelt und ihre ersten Erfolge eingefahren haben. Seit es kein Kino mehr ist, sondern ein Veranstaltungshaus, geben sich in dem hübschen Altbau mit Blick auf den Alten Messplatz reihenweise Stars die Klinke in die Hand. Jetzt gibt es große Neuigkeiten: Die Crew, die das Haus mit Kultur bespielt, kauft das Gebäude auf.
Sascha: „Der Eigentümer des Hauses möchte, dass es das bleibt, was es ist. Das heißt, dass das Capitol jetzt 500.000 Euro aufbringen muss. Es hat, wie bei den Produktionen und allem, was hier umgesetzt wird, einen Plan, der realisierbar ist. Es gibt große Sponsoren, es wird Benefizkonzerte geben. Und es wird natürlich auch jeder einzelne Capitoler oder Gast eine Rolle spielen. Jeder Betrag von fünf oder zehn Euro hilft da.“
‚Capitoler‘ sein bedeutet, das Haus jährlich finanziell zu unterstützen, ab einem Mindestbetrag aufwärts ist die Summe frei wählbar. Dafür erhält man auf verschiedene Produktionen bis zu fünfzig Prozent Rabatt, darf seine Tickets als erstes kaufen und hat auch sonst den ein oder anderen netten Bonus. Das macht vor allem Sinn, wenn man aus der Mannheimer Gegend ist und möglichst viel vom Programm sehen will.
Für wen lohnt es sich allgemein, hier ab und zu mal vorbei zu kommen? „Für jeden möglichen künstlerisch Interessierten!“, meint Sascha und geht auf die Vielfalt des Hauses ein: „Kindertheater, Kabarett, Comedy, Eigenproduktionen, Rock, Schlager, alles findet hier statt.“

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Sascha und eine Reihe anderer bekannter Gesichter (kleines Spiel: schaut euch das Bild an – wer kennt die meisten) unterstützen die Kampagne. Für ihn ist das besonders wichtig, denn die meisten seiner Auftritte dürfte der Sänger in den letzten Jahren hier in diesem Haus gehabt haben. Sei es ‚Hair‘, ‚Here Comes the Sun Again‘ oder ‚The Wolf with the Red Roses‘.
Besonders angetan haben es Sascha all die Shows, in denen irgendwie Queen eine Rolle spielt. Sein größtes musikalisches Vorbild heißt Freddie Mercury. Deswegen freut er sich schon sehr auf die nächste Aufgabe, Frontmann bei den ‚The Queen Kings‘ zu werden. Mit denen wird er bald 120 Shows im Jahr spielen. Außerdem beeindrucken ihn, vor allem live, Paul McCartney und David Bowie.

Der Satz „wir spielen eigentlich permanent vor ausverkauftem Haus“ aus der Überschrift bezieht sich in diesem Fall auf ‚Sascha² im Casino‘ (aber nicht nur diese Eigenproduktion ist voll bis zum Rand). Gemeinsam mit dem Sänger Sascha Kleinophorst, dem Keyboarder Frank Schäffer, dieses Mal spontan ersetzt durch Martin Preiser, und mit wechselnden Gästen sitzt der ausgebildete Tenor auf der Bühne und singt sich quer durch die Musikgeschichte. Die Setlist spricht für sich, viele Schnulzen, doch voll von Hits und Evergreens. Ich habe ein paar Videos davon gemacht, die ich euch nach und nach auf meiner Facebookseite zeigen werde. Im Oktober mit am Start war Gonzo von Gonzo’N’Friends. Diese raue, für den Blues gemachte, Stimme…geil.

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Während der Show sind die Musiker alle super persönlich, nahbar, sympathisch und ihre kleinen Ansagen gehen fast Richtung professionelle Comedy. Für alle, die da waren, sage ich nur Gamma GT-Wert… 😉 Dass mittendrin zwei Krankenwägen ans Fenster ranfahren, damit sich die Lebensretter was zu Futtern beim Megges holen können, kam der Witzelei nur gelegen.
Das kleine Konzert wäre einen eigenen Bericht wert. Vielleicht mache ich das bei Gelegenheit noch. Jeder, der in der Gegend wohnt und die Chance hat, sollte sich die Show mal antun. Es geht einfach nur um Musik, von grandiosen Künstlern dargeboten.

Der Kreis schließt sich damit, dass laut Saschas Aussage fast nur Capitoler in dem Konzert mit den beiden Namensvettern im Casino sitzen: „Die Tickets sind immer innerhalb einer Stunde ausverkauft. Was für uns natürlich toll ist!“
Wer sie also hören möchte, sollte darüber nachdenken.
Für alle anderen: Wie gesagt, das Programm ist echt vielseitig. Hier könnt ihr euch reinlesen. Und wer Sascha sehen möchte, aber nicht nach Mannheim kommen mag, sollte sich eben das mit den Queen Kings für 2017 merken.

Für mehr Infos zur Kampagne „Unser Haus“ und Spenden bitte hier klicken.

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Setlist „Sascha² im Casino“:

  1. „The Boys of Summer“ – Don Henley
  2. „Sad Songs Say So Much“ – Elton John
  3. „Thinking Out Loud“ – Ed Sheeran
  4. „Right Here Waiting“ – Richard Marx
  5. „Every Breath You Take“ – Sting
  6. „Georgy Porgy“ – Toto
  7. „Riders on the Storm“ – The Doors
  8. „Unchain My Heart“ – Joe Cocker
  9. „All of Me“ – John Legend
  10. „Save the Last Dance for Me“ – Michael Bublé
  11. „Crazy Little -Thing Called Love“ – Queen
  12. „4 Chords Song (eigene Version) / With or Without You“ – U2
  13. „Try this at Home“ – Frank Turner
  14. „Ich lass für dich das Licht an“ – Revolverheld
  15. „Feel“ – Robbie Williams
  16. „You’ll Never Walk Alone“ – Gerry & The Pacemakers
  17. „Der goldene Reiter“ – Joachim Witt
  18. „The Book of Love“ – Peter Gabriel
  19. „Devil in Disguise“ – Elvis
  20. „Grace Kelly“ – Mika
  21. „That’s Alright“ – Elvis
  22. „Locked Out of Heaven “ – Bruno Mars
  23. „Blinded/For You“ – Bruce Springsteen
  24. „Walking in Memphis“ – Mark Cohn
  25. „Delilah“ – Tom Jones
  26. „Chasing Cars“ – Snow Patrol

 

 

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