Ein echter Fuchs in meinem Arm..

begegnung

Oder: Wenn Träume wahr werden

Es war schon ein kalter aber wunderschöner Samstag. Herbstlaub, Raufreif, die tief stehende Sonne lässt alles glitzern und lange Schatten werfen. Schnee liegt noch keiner, doch der Wintereinbruch liegt in der Luft.
Es ist das Wochenende Anfang Dezember. Ich fahre Samstag mittags von Mannheim nach Oberhausen über die Autobahn. Dort oben findet nämlich das Ruhrpott Metal Meeting statt und ich freu mich darauf, mit den „Jungs aus meiner Family“ Sister und Blind Guardian zu sehen. Es haben natürlich noch weitere Bands gespielt, aber diese beiden haben uns dort hin gezogen. Pizza und Bier im Ferienhaus und los geht’s. Richtig geiler Abend, der zum Glück nicht ganz so lang ging. Sonst hätte ich am nächsten Morgen keine Chance gehabt, wach und fit auszusehen. Weil Miau und so ^^ Kalter, anstrengender Heimweg. Aber das gehört dazu. Rock’n’Roll…

ruhrpott

sister

Die anderen werden gerade erst richtig wach, da springe ich am Morgen schon ins Auto und fahre runter nach Haan. Dort treffe ich die Fotografin Sandra und Fuchshalter Rolf mit dem Star des Tages: der wunderhübschen Foxy. Ihre Geschichte könnt ihr hier nachlesen. Kurz gefasst: Sie wurde von klein auf von ihm aufgezogen und ist nun ein fast ganz normales Haustier.
Sehr lieb, sehr geduldig, hatte keinerlei Angst vor mir, sondern ließ sich gleich von mir zum Platz, an dem wir geshootet haben, tragen. Da es ein so wunderschöner Tag war, begegneten wir vielen Spaziergängern – die alle etwas irritiert guckten. Manche hielten sogar an und erkundigten sich darüber, wenn man denn zu einem Fuchs als Haustier käme. Dabei ist Foxy in ihrer Heimatstadt schon recht bekannt und hat immer wieder öffentliche Auftritte. Sie nimmt es gelassen und hechelt glücklich auf meinem Arm.

baumstamm-seitlich

So ein Fuchs ist in seinem Verhalten ungelogen eine Mischung aus Hund und Katze. Wirklich dressieren kann man sie nicht. Aber sie läuft an einer Leine durch den Wald, muss alles beschnuppern und buddelt auch gerne mal ein Loch in den Boden, wenn sie keine Lust mehr auf Fotos hat. Kläffen tut sie nicht, gekrault wird sie gerne. Aber immer wieder wird es ihr zu lang und sie springt runter, auf den Boden, will lieber den Wald erkunden.
Gerade am Anfang ist ihr sehr kalt, da Foxy durch die Domestizierung kein dickes Winterfell mehr bekommt. Mit der Zeit geht es aber und da die Luft ganz trocken und die Sonne sehr stark ist, komme auch ich für den Zeitraum des Shootings damit klar, im trägerlosen Oberteil herumzustehen. Der warme Pelz von Foxy hilft dabei und auch sie kuschelt sich manchmal eng an mich ran um nicht zu frieren.

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Für alle, die es das letzte Mal noch nicht mitbekommen haben, wollte ich noch einmal erklären, warum ich überhaupt „the Fox“ bin. Inzwischen werde ich schon von mehreren so genannt und man kann sagen, dass ich es, vor allem seit ich „Foxxy“ bin, mit meinem jetzigen Leben verbinde. Es fing aber damit an, dass mir meine Oma, die eine sehr wichtige Person für mich als Kind war, einen echten Fuchspelz schenkte, den sie schon von ihrer Großmutter oder so bekommen hatte. Er sollte als Requisite von meiner Musical-Gruppe verwendet werden, die damals Zentrum meines Lebens war. Nun ging klein Sarah aber als Austauschschülerin in die USA und als sie zurück kam, gab es die Oma nicht mehr und den Fuchs bekam sie von der Musicalleiterin wieder zurück. Da wurde der Pelz für mich zum wichtigen Erbstück, sowohl als Erinnerung an die Kindheit mit Omi und so, als auch für die Erlebnisse in Amerika und die in den Musicals, sprich: alles, was auf, hinter, vor und neben einer Bühne passiert.
In meinem Kopf wurde sie zur treuen Begleiterin eines jungen Mädchens in einer mittelalterlichen Fantasywelt. Dort hieß sie zum ersten Mal Karla, konnte die Gedanken von Menschen lesen und wollte sie immer ihren Träumen näher bringen oder sie einfach glücklich machen. Ich schrieb diese Mittelaltergeschichte als Roman auf. Das zog sich immer so weiter, bis Karla fester Bestandteil meines Lebens und Charakters war.
So, das ist die letzte ausführliche online-Erklärung, die ich je zu dem Thema geben werde 😀 Ab jetzt wird hier her verlinkt. Aber weil der Fuchs für mich so viel bedeutet – nämlich Familie, Liebe und Freundschaft, erwachsen werden, in die Welt rausziehen und mit Dingen fertig werden – habe ich heute in der City einen Termin ausgemacht, von dem ich ebenfalls schon lange träume… guess what! 😉

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Eigentlich wollte ich in Haan noch ein längeres Gespräch von Fuchs zu Fuchs führen. Aber Foxy redet nicht so gerne. Sie ist halt doch nur ein Wildtier. Also habe ich Fotografin Sandra zu sich, der Füchsin und zu ihrer Arbeit befragt.
Unter dem Interview sind dann noch weitere Bilder von Foxy & Foxxy >^.^<

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Wann hast du mit dem professionellen Fotografieren angefangen und warum?
Ist die Fotografie dein Hauptberuf?
Ich fotografiere schon seit vielen Jahren, zunächst nur als Hobby. Ich bekam immer mehr Anfragen auch andere zu fotografieren, das es einfach der nächste Schritt war ein Gewerbe anzumelden und von Anfang an alles richtig zu machen. Im Moment arbeite ich noch nur nebenberuflich als Fotografin, werde es aber voraussichtlich ab Mitte 2017 Jahr hauptberuflich machen.

Erkläre uns deine Vorliebe für Pferde / Tiere allgemein. Was macht sie zu besonderen Modellen?
Ich reite seit Kindesbeinen an und habe selber ein Pferd. Tierlieb war und bin ich auch immer schon. So lag es nahe, dass man das, was man liebt, natürlich auch gerne fotografiert. Deswegen liegt mir die Pferde- und Tierfotografie besonders am Herzen. Aber auch sehr die inszenierte People-Fotografie. Und am liebsten diese beiden Bereiche miteinander kombiniert. Ich liebe es sehr auch eher ungewöhnliche Tiere in meine Shootings zu integrieren. Pferde und Hunde sieht man ja oft auf Bildern. Bei mir findet man aber auch Bilder mit Fuchs oder Greifvögeln. Ich arbeite mit einer Falknerei zusammen, so dass Bilder mit Uhu, Falken oder Adler möglich sind. Auch ein zahmes Wildschwein hatte ich schon vor meiner Linse.
Ich shoote aber ebenso gerne mit eher „gewöhnlichen“ Tieren wie Ziegen, Kühen oder Hühnern – gerade weil diese auch tolle Tiere sind und sich genauso cool auf Bildern machen können wie ein edles Pferd oder ein Wildtier.
Für mich sind alle Tiere besonders und die Arbeit mit Ihnen macht einfach Spaß. Meine Kunden sind normale Menschen, keine posingsicheren Models. Aber mit etwas Anleitung schafft es jeder ein Model zu sein. Die Arbeit mit Tieren ist immer spannend, denn sie kann ich nicht wirklich anleiten, hier bekommt man nur das, was das jeweilige tierische Model am Shootingtag bereit ist zu geben. Man kann überreden, schmeicheln, locken, beruhigen, aber niemals zwingen. Das macht die Arbeit mit Tieren oft sehr lustig und immer interessant.

Wie hast du Foxy kennengelernt und wie kamst du dazu, sie regelmäßig als Co-Model zu engagieren?
Foxy lernte ich vor ca. 1,5 Jahren kennen und sie und Rolf sind einfach etwas ganz besonderes.
Foxy ist und bleibt ein Wildtier, das jedoch durch besondere Umstände sehr zahm geworden ist. Sie ist eine wunderschöne Rotfuchsdame, die ohne ihren Hüter Rolf heute wohl nicht mehr leben würde. Es gibt so viele Menschen, die von Füchsen fasziniert sind und teilweise von weit her kommen um sie kennen zu lernen und sich mit ihr fotografieren zu lassen.

Wenn sie sprechen könnte, was würde sie wohl zu den ganzen Bildern sagen?
Ich glaube nicht, dass sich Foxy dafür besonders interessieren würde. Damit würde ich sie wohl vermenschlichen. Ich bin sicher, dass sie andere Prioritäten hat, die ihr wichtig sind. Ich bin sehr dankbar, dass sie immer so toll mitarbeitet und Spaß daran hat. Foxys Wohl steht bei mir/uns dabei immer im Vordergrund. Wenn ich und Rolf das Gefühl haben, das sie sich nicht wohl fühlt oder eine Pause möchte, dann ist das so.

Was für eine Kamera verwendest du am liebsten und warum?
Meine erste Kamera war eine Canon und dabei bin ich geblieben. Aktuell arbeite ich mit der Canon 5d MARK III. Für die Pferdefotografie ist ein Canon 70-200 2.8 Objektiv mein Lieblingsobjektiv.

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Wer sind deine Vorbilder bzw. wo und von wem hast du gelernt?
Im Grunde habe ich von und mit mir selber gelernt. Ich habe mir alles autodidaktisch beigebracht. Zwar habe ich den einen oder anderen Workshop besucht, aber hier lernt man nicht wirklich was man braucht. Ein gutes Auge, Leidenschaft und Fantasie kann einem keiner beibringen. Es gibt eine Menge guter Fotografen, deren Arbeit ich sehr mag, sei es in der Pferdefotografie oder in der Peoplefotografie.

Wo findest du die Sachen für deinen Kostümfundus?
Das meiste mache ich selber. Entweder komplett oder ich baue vorhandene Kleider um und schaffe etwas ganz Neues daraus. Man kann vieles an den unterschiedlichsten Orten finden. Ich habe keine bestimmte Quelle dafür. Manchmal habe ich eine Bildidee und fertige dann das passende Outfit dazu an, manchmal sehe ich aber auch etwas und die Bildidee kommt nach oder mit dem Kostüm.

Was für ein Shooting schwebt dir noch vor, was du bisher aber nicht umsetzen konntest?
Ach… da gibt es so einiges… Das meiste hat wieder mit Tieren zu tun. Ich träume davon mit einem Elefanten oder Kamelen oder einer Raubkatze mit einem Model zu shooten. Also… wer jemanden kennt, der jemanden kennt… 🙂
Ich bin immer auf der Suche nach besonders schönen oder ungewöhnlichen Tieren oder welchen, die besonders zahm und kooperativ sind. Ich freue mich über jeden, der mich anschreibt und mir sein besonderes Herzenstier vorschlägt. Das Gleiche gilt für besonders schöne Locations!

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und der Vollständigkeit halber Ruhrpott Metal Meeting – gibt schon Tickets für 2017!


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