Newcomer haben es nicht leicht…

 

pierre

#supporttheunderground!

Um den Untergrund zu unterstützen, veröffentliche ich heute gleich zwei Posts.
Der erste ist eine neue Ausgabe „Im Portrait“ bzw. „10 Fragen an“ und beschäftigt sich heute mit jemandem, den ihr wahrscheinlich alle gar nicht kennt. Es ist der Bassist Kiko der neuen Metalband Demons Dream.
–> Interview
–> Review ihrer ersten EP
Kiko und seine Jungs sind nur ein Beispiel für viele Musiker, die Ideen und Ambitionen haben, aber leider noch keine Chance hatten, sich damit auf größeren Bühnen zu präsentieren oder gar durch ein Signing zum Erfolg zu kommen.

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Demons Dream

Wie ich euch kenne, habt ihr alle irgendwelche Undergroundkünstler auf dem Schirm.
Würdet ihr diese gerne weiter oben auf dem Berg des Erfolges sehen?
Wo fängt bei euch „Underground“ oder „Newcomer“ eigentlich an und wo hört es auf? Gibt es auch manche, die sich nicht mal als solche bezeichnen dürften, da sie nichts weiter als Hobbyinstrumentalisten sind?
Klingt hart, ist aber die Realität. In einer Welt, in der sich rein theoretisch – Dank zahlreicher kostenloser Onlinetools – jeder präsentieren kann, wird es auch immer schwieriger, die Spreu vom Weizen zu trennen. Und so tummeln sich im Netz und auf den Straßen hunderte von Bands, die vielleicht wirklich gut sind, es aber einfach nicht schaffen, aus dem Massenangebot hervorzustechen.

Es sei denn, sie haben wirklich Glück. Vor gar nicht so langer Zeit habe ich mit Rod Usher von TheOther telefoniert und er meinte: Wenn du einen einflussreichen Manager hast, der Gott und die Welt kennt und eine gute Booking Agentur hinter dir steht, die dich gemeinsam mit bekannten Bands aus dem gleichen Genre um die Welt schicken kann, dann hast du so gut wie gewonnen. Als drittes nennt er das liebe Geld, bzw. ein Label, das dich damit versorgen kann. Ohne, so ist es nunmal, sind die Chancen entdeckt zu werden eher gering.
Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt immer diese Bands, die sich durch ein einziges gut gemachten Youtube Video oder einen einzigen Festivalauftritt, der vor dem richtigen Publikum platziert wurde, eine starke Fanbase bilden können. Die ist meist erst mal klein, im beste Falle aber so begeistert von dir, dass sich deine Musik durch Mund zu Mund Propaganda weiter trägt.

red poison
Keine Bühne in Sicht? Dann tretet im Wohnzimmer eines Freundes auf.

Ich finde das wirklich schwierig einzuschätzen. Was genau bedeutet Underground? In „unserer“ Szene gibt es Musiker, die dort jeder kennt, national wie international. Jeder hat sofort ihr neues Album und reist ihnen europaweit hinterher oder so. Aber selbst wenn ich meine musikbegeistertsten Freunde außerhalb der Szene fragen würde, würden die mich nur angucken wie eine Kuh wenn’s donnert: „Crashdiet?! Das ist doch ungesund, oder?“ oder „Lexxi Foxx? Hört sich an wie eine Stripperin. Wie alt ist sie?“.

Bei uns an der Popakademie wird mit viel Rat und Tat, Connections und der Bereitstellung von Studios etc. versucht, Musikern bei den entscheidenden Sprüngen zu helfen. Wichtig ist nämlich, so früh wie möglich professionell aufzutreten. Online wie offline. An genau dieser Problematik hänge auch ich gerade, als Bloggerin. Denn es bedeutet: Man muss Geld investieren, das man eigentlich noch gar nicht verdient hat, und von dem man nie weiß, ob das eigene Projekt es wieder einholt. So eben auch im Falle der Kiko Brüder von Demons Dream. Sie haben sich ihr eigenes Studio / Proberaum zusammen gebaut und weil das vermutlich schon teuer genug war, durften sie die ganzen Spuren selber zusammen mischen. Zum Leid ihrer Songs, die was Besseres verdient hätten.

Wichtig ist, und das sage ich selbst meinen engsten Freunden immer wieder: Sorgt dafür, dass ihr so früh wie möglich gutes Video- und Soundmaterial habt. Wenn ihr einmal in ein Studio, einen Produzenten und eine Filmfirma investiert habt (können ja auch gerne Studenten oder Lehrlinge sein), habt ihr etwas, das ihr an all die großen Agenturen, Plattenfirmen und Locations senden könnt. Ohne, dass ihr euch dafür schämen müsst, oder Angst haben, ihr würdet nicht ernst genommen. Der erste Eindruck ist wichtig. Hat der Leiter eines Festivals einmal die Meinung, dass ihr unprofessionelle Anfänger seid, wird er diese nicht los werden, bis er euch auf der Mainstage sieht. Da kommt ihr ohne ihn aber vielleicht niemals hin.
Selbiges gilt für jeden einzelnen Fan. Selbst eure besten Freunde werden keine Werbung für euch machen, wenn sie kein geiles Material haben, das viral von einem zum anderen geschickt werden kann. Und ohne das gibt es heute keine Bühnen mehr, auf denen ihr sie live und ohne Datenvolumen überzeugen könnt.

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Gartenpartys und Sommerfestivals – perfekter Ort für Gigs

Ein weiterer wichtiger Tipp: Verlasst euch als Musiker auf niemand anderen, der nicht wirklich als Profi im Business ist. Wenn ihr als Support für eure Helden spielen wollt, ohne 500 Euro Buy On jeden Tag, müsst ihr sie selbst kennen lernen. Nicht die beste Freundin des Ex‘ eurer großen Schwester losschicken, weil die mal mit denen feiern war. Geht selbst aufs Konzert und quatscht eure Idole am Merchandise Stand an. Wenn sie an diesem nicht mehr auftauchen, sind sie eventuell schon eine Nummer zu groß für euch. Das könnt ihr euch als Richtlinie merken.
Wer ein paar Tools und Tipps kennen lernen möchte, sollte sich mal Musicbiz Madness ansehen. Ich habe vor einiger Zeit den Betreiber Julian interviewt. Er schreibt schöne Newsletter und hat ein E-Book, das euch wenigstens die erste Starthilfe geben könnte. Alles Weitere ist: Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken! Üben, Üben, Üben! und Investieren, Investieren, Investieren!

Ich wünsch euch viel Glück! ❤
Eure Foxxy >^.^<

Titelbild: Pierre von The Sleazy R-Evolution mit Cream Pie

 

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3 Kommentare zu „Newcomer haben es nicht leicht…

  1. Danke für diesen Beitrag, leider Alltagsrealität, dabei gibt es so viele tolle Musiker die noch keiner richtig gehört hat aber es verdient hätten.
    Besser hätte man die Situation nicht auf den Punkt bringen können.

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      1. Nein leider aktuell nicht. Ich war vor einigen Jahren im Management als Assistentin für einen Künstler tätig, der allerdings nicht mehr öffentlich genannt werden möchte, dein Text erinnerte mich an die Zeit und was wir alles versuchten um ihn zu puschen, was trotz Fanbase die nicht klein war eine Mamutaufgabe war. Oder wenn ich an meine eigene Zeit zurückdenke. Die Branche ist Sauhart und alles andere als Glitzer und Glemmor. Aber ich weiß wie viele es eben gibt die ihr Glück versuchen, sei es im Netz, auf der Straße oder bei der ein oder anderen Veranstaltung.
        Bin gerade auch selbst dabei mit meinen Projekte an so Künstler zu kommen bzw. ihnen so gut ich kann und mit den wenigen Mitteln die ich hab mehr Raum zu bieten. Doch wie du schon geschrieben hast, man muss aufpassen wie man es macht und nicht einfach nur etwas unprofessionell hin zu klatschen. Sobald ich wieder mehr in die Musikszene zurückgefunden haben und dir auch Namen nennen kann werde ich das selbstverständlich hier nachtragen. Denn ich finde, jeder der seinen Traum leben will hat eine Chance verdient und brauch mehr denn je unser aller Unterstützung.

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