Erfolg in der Kreativbranche? – Erschaffe etwas, das nur du trägst.

Die Warpaint Streifen von Nikki Sixx, die ich schon einmal genau beschrieben habe. Das Make-Up von Kiss, also der Demon und so. Der Zylinder mit dem Gürtel von Slash. Elvis‘ Haartolle. Die roten Haare/Mütze der Twenty One Pilots. Von mir aus die Pyramiden auf den Köpfen von Deichkind und Cros Maske. Ihr müsstet sie alle nur einmal kurz sehen und hättet schon den Namen des dazu passenden Künstlers im Kopf. Plus ein paar Songs und ein paar Eindrücke und ob ihr es gut oder schlecht findet.

Jeder, der in der heutigen – bildorientierten – Zeit als Kreativer/Künstler/(Selbst)darsteller unterwegs ist, sollte sich etwas zulegen, das er immer trägt und das irgendwann mit seiner Persönlichkeit verschmilzt. Nennen wir es einfach mal „Unique Styling Point„, angelehnt an den oft gepriesenen USP, den „Unique Selling Point/Position“. Doch heute soll es nur um optische Dinge gehen, keine qualitativen Aspekte. Ich will euch erklären, warum ich das für so wichtig halte und euch ein paar Inspirationen geben.

Warum solltest du so etwas haben? Nun, angedeutet habe ich es ja schon und es dürfte auch recht einleuchtend sein: Die meisten erfolgreichen Musiker besitzen dieses eine Teil oder diesen einen Stil, der sie sofort erkennbar macht. Die Frisuren der Beatles, die Kostüme von Abba, die Monster von Lordi, TheOther und Slipknot – die Liste könnte endlos weiter gehen. Wer es schafft, sich ein solches Item von vorne herein zuzulegen und von Anfang an damit an die Öffentlichkeit tritt, hat im Anschluss den Vorteil, dass er immer von jedem sofort wieder erkannt wird.
Wir werden jeden Tag von Bildern überflutet. Von Musikern, die im Falle des Heavy Metal mit langen Haaren und schwarzen bedruckten Shirts cool oder böse in die Kamera gucken. Drei bis sechs von ihnen nebeneinander. Einer hat vielleicht kurze Haare weil ihm sein Job keine lange Mähne erlaubt. Merken tut sich diese Personen keiner. Das Bandlogo ist am besten noch schwer lesbar und das war’s dann.

Lol😂🎩 @slash @franksidoris @brentfitz @toddkerns @myleskennedyofficial ❤️ #horse #slash #slashhorse

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Wie funktioniert es?

Der Unique Styling Point muss kein „Kleidungsstück“ sein. Besser nicht, denn das schränkt euch extrem ein und ihr müsstet es ständig waschen etc. Besser sind Accessoires oder Körperkunst. Es könnte zum Beispiel eine auffällige Kette sein, eine ungewöhnliche Haarfarbe oder Kombination mehrerer, eine Art, sich zu schminken, eine Farbe, die sich immer wieder in der Garderobe findet, ein immer gleicher knalliger Lippenstift, eine bestimmte Jacke, ein Gürtel, ein Haarteil, ein Handschuh, ein paar Schuhe, oder, oder, oder. Wichtig ist, dass ihr ihn liebt, dass er etwas über eure Persönlichkeit sagt und dass ihr ihn bei jedem wichtigen Event, bei dem ihr mit Menschen aus eurer Branche zu tun habt, tragen könnt.

Rock and roll 🤘🏽🤘🏽 We mean Trick or treat 🎃🍄😂 #halloween2016 #kissmakeup

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Und warum?

Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Ihr werdet daran erkannt und er sagt viel über euch aus. Selbst wenn euer Networking-Smalltalk-Partner über alle Maßen einen im Tee hatte, könnte er sich daran erinnern, wenn ihr euch das nächste Mal wieder seht, vor allem aber auf Plakaten und im Internet. Im sich ständig verändernden Instagram Feed zum Beispiel erinnert man sich an kein Gesicht länger als 10 Sekunden. Es sei denn, es hat eben so einen UStP.

Es ist so offensichtlich, dass ich diesen Text eigentlich gar nicht schreiben müsste. Zu viele gute Beispiele gibt es. Ich möchte es euch nur ins Gedächtnis rufen und sagen, dass es wirklich funktioniert. Bitte brecht es nicht über’s Knie und rennt morgen los um euch einen super schrillen Schal zu kaufen. Viel besser ist es, wenn ihr etwas habt, das euch gut gefällt und nach einiger Zeit feststellt: Das ist es! Das ist es, was ich von jetzt an auf jedem Festival dabei haben werde. Damit fühle ich mich wohl und wie ich selbst. Das werde ich tragen, wenn meine Band Pressebilder macht. Wenn ihr das einmal gefühlt und entschieden habt, behaltet es bei. Selbst wenn ihr besagten Artikel nachkaufen (oder nachfärben o.ä.) müsst. Da wir in einer Zeit leben, in der alternativer Style fast überall akzeptiert wird, sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

The only moth I'm not afraid of…yes I'm afraid of moths🖤 @socialrepose #socialrepose

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Vor allem Bands in ihren Anfängen machen den Fehler, dass sie ihren Helden nacheifern wollen. Von diesen kopieren sie dann besagte Erkennungsmerkmale. Für die ‚Helden‘ und für uns ist das ein Beweis, dass es funktioniert. Das Ziel sollte aber sein, dass irgendwann jemand deinen UStP klauen will, um zu sein wie du und das auch auszudrücken.
Wenn er in einer Karikatur von dir vorkäme, hast du es geschafft. Dein Name muss gar nicht mehr unter dem Bild stehen, man erkennt dich auch so. Jemand kann an Fasching als du gehen und die anderen erkennen es? Das wäre der ultimative Erfolg.

Für den Anfang macht es sich eben einfach gut auf Pressebildern, für harmonisch gestaltete Social Media Auftritte oder wenn du Leuten aus der Szene im Reallife begegnest.
Das funktioniert eben nicht nur für Musiker, sondern auch für Model, Designer, Youtuber, Blogger, Modemacher, Tänzer, Influencer, Tätowierer und so weiter. Eigentlich für jeden, denn heute wünscht sich ja auch jeder Follower und die Zugehörigkeit zu einer Lebenswelt außerhalb des Dorfs und der Familie.

In meinem eigenen Fall funktioniert es so mittelmäßig gut. Was sich inzwischen eingebürgert hat, ist, dass ich der Fuchs bin. Ich bekomme viele Sachen mit Füchsen geschenkt, geschickt oder gezeigt – und ich liebe es. Es heißt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Meine Signature Pieces dazu sind vielseitig. Die roten Haare, der puschelige Schwanz, den ich mir an die Gürtelschlaufe hänge, die Mütze und neuerdings die besprayte Jacke und das Tattoo. Das sind viele Dinge, durch die sich aber ein roter Faden zieht und die ich nach Lust und Laune und auch ein wenig nach Wetter kombinieren kann.
Was ich auch immer häufiger mache, vor allem wenn es zu Glam-Events geht, sind die Leoflecken an meiner Schläfe. Inspiriert sind sie von Kat von D., die inzwischen fast nur noch rote Kleidung trägt und die beschriebene Strategie perfektioniert. Sie hat ihren eigenen unverkennbaren Look.

Wenn du etwas hast, das in die Kategorie passt, du dir aber unsicher bist, probiere es zuerst bei (Open Air) Festivals, bei einem fantasievollen Fotoshooting oder auf der Ski Piste aus. Das sind die drei Gelegenheiten, bei denen „modisch“ alles geht. Bald ist auch wieder die närrische Zeit. Wenn ihr darauf steht, nur los. Tragt das, was euch im Kopf aufgetaucht ist und schaut, wie wohl ihr euch darin fühlt.
Wenn ihr gerade eine Band gründet und professionell rauskommen wollt, überlegt euch das gerne in einer richtigen Besprechung. Alle gemeinsam eine Sache oder jeder was eigenes?

Nun denn, viel Spaß. Werdet kreativ. Holt gerne auch die Bastelschere und die Nähmaschine heraus. Macht euch dieses Türkis zu Eigen. Oder diese schwarze Strähne. Mich würde sehr interessieren, was ihr macht und ob ihr schon einen Unique Styling Point gefunden habt.

Eure Foxxy


 

Der farblich abgestimmte Instagram Feed in Perfektion:

oliviaemilyx

kaylahadlington

silverscy

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