Wir, die Erdlinge, sind Gott! – Hämatom Zusatzshows

wir sind gott hämatom halle02

Wow. Da muss wohl eine Tour sehr erfolgreich gelaufen sein, dass Hämatom in diesem Jahr noch in sechs weiteren Städten mit ihrem Album auftreten, das letztes Jahr herausgekommen ist. „Wir sind Gott“ heißt es und es sagt kurz gefasst: Wir, der Mensch, haben Gott erfunden und sind selbst für jeden *entschuldigt mich* verfickten Scheiß, den wir fabrizieren, selbst verantwortlich.

Hämatom sind gesellschaftskritisch wie nie. Nix mehr mit Märchen und Gruselstorys. Das hier ist echt. Sie singen von unseren Schwächen und überheblichen Stärken, reden Klartext, werden sogar aggressiv. Sie zeigen der Welt den Mittelfinger.

wir sind gott pressebild

Ich durfte das gestern in Heidelberg in der halle02 erleben. Die Fans fanden sich selbst noch zu ruhig, habe ich auf dem Heimweg im Vorbeigehen mitbekommen. Es wäre nicht so eine Eskalation gewesen, wie sie das von Hämatom Shows gewöhnt seien.
Nun gut, ich mach ja selbst gern Party, aber gestern war ich gefühlt doch eher zum ‚arbeiten‘ da. Ich bin eh so eine, die Walls of Death lieber ausweicht… wenn ihr es mögt, bitteschön. Doch ich war dort, um die Musik zu genießen – die mir viel besser gefällt, als ich beim ersten Anblick der Band im Internet je gedacht hätte.

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Zuerst mal waren da Erdling. Die meinten, sie hätten mal bei einer Show in Münster „Hallo Heidelberg!“ gerufen – und sich gewundert, warum es so still blieb. „Hallo Münster“ oder „Hallo Heidelberg“ wurden somit zu den kleinen Running Gags des Abends. Sie heizten das Publikum für den Hauptact ordentlich ein, drohten ihnen gar, wenn sie nicht lauter wären, dann gäbe es kein Hämatom mehr heute.
Ich selbst fand: für einen Opener bekamen die Jungs von Erdling ziemlich gutes Feedback und es gab nur wenige, die erst nach ihrer Show in den Saal reinkamen.
Lieblingssong: „Phönix“.
Im Hämatom Insight, dem etwas anderen göttlichen Wachturm (wenn es denn so gemeint ist, bitte klärt mich auf ^^), der am Ende der Show munter verteilt wurde, steht, sie hätten erst am 17.03., also zum Auftakt der Tour, ihr Album „Supernova“ veröffentlicht. Glückwunsch Jungs! Es gibt durchaus schwächere Opener für eine Show wie diese. Metalgemeinde: Stay tuned!

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Was das Make-Up angeht, passen die beiden Bands bestens zusammen. Auch darin, dass sie (Keyboard)Sounds im Background ablaufen lassen, ohne dafür einen Musiker auf der Bühne zu haben.
Ja, Hämatom verwirklichen das, was ich mal als Unique Styling Point erwähnt habe, ganz prima. Sie haben zu Beginn ihrer Show einen weißen Vorhang vor der Bühne hängen, man sieht sie dahinter nur als Schattenfiguren – und erkennt doch auf den ersten Blick, wer es sein soll. Durch die Frisuren, die Masken, die Posen.

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Forget the Fork. Here comes the Stinkefinger.

Der Vorhang fiel und dieser „göttliche Sonntag“ konnte seinen Lauf nehmen.
Auf der Bühne ließen sich Hämatom einiges einfallen: Videoleinwände (war es „Leichen pflastern unsern Weg“?), die Songtexte als LED-Banner („Made in Germany“, „Alte Liebe rostet nicht“), alle sollen ihre Smartphones zeigen („Offline“), die ersten wilden Pits gab es bei „Lass uns tanzen“, es wurden T-Shirts mit einer wahrlich gefährlichen Kanone ins Publikum geschossen und Rosen gab’s auch noch. Für „Eva“. Übrigens einer meiner Lieblingssongs, neben den beiden „Made in“ Varianten.

hämatom halle02-flasche

Die Vier vom Kompass covern auch gerne. Zu hören gab es davon „Kids“, das eigentlich aus der Feder von Marteria stammt. Ich liebe diesen Song und auch die Masse in Heidelberg schien ihren Spaß damit zu haben. „Halli Galli“ geht noch so richtig ab, mit Klopapier im Zuschauerraum, Ballons und so dermaßen bunten Lichtern, dass man denkt, man sei auf den besten Drogen. Wenn es aber zu „F**k das System“ oder „Leck mich“ geht, dann wird es mir zu viel. Irgendwie zu stumpf aggressiv. Da muss ich dann leider passen, feiert diese Songs ohne mich.
Ich finde das Album „Wir sind Gott“ echt stark. Sie haben so viele Songs, auch ältere Stücke, die man bloß einmal hören muss und sofort wieder erkennt und mag und sagt: „Ja, so is’es! So sieht es aus auf unserer Welt.“

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Viva la Klopapier!

Ich glaub aber, ich bin für euch Jungs nicht hart genug. Und für euch Mädels, die im Publikum die Stinkefinger reckten und kräftig mitschubsten, auch nicht. Ich hab nix gegen gesittetere Konzerte. Nur die scheinen euch, so habe ich das jedenfalls gehört und mitbekommen, nicht zu gefallen. Ihr wollt es laut. Ihr wollt es wild. Ihr wollt „Blitz und Donner“ (Song von Erdling).
Wenn das so ist, dann strengt euch gefälligst an! Macht die noch kommenden Konzerte der Bands zu den geilsten eures Lebens. Zerstört die Venues. Ihr habt es selbst in der Hand. Denn ihr seid Gott 😉
Nebenbei könnt ihr noch alle euer Bestes geben, jeder für sich selbst, um die Welt ein kleines bisschen mehr so zu machen, wie er und die Band sie gerne hätten. Das wäre doch mal cool.

Zugabe! Zugabe! Flughafen! Hämatom!

PS: West = the Best ❤ von Anfang an ins Herz geschlossen! 😀


 

 

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