Bang Your Head!!! 2017 – Foxxy’s Erlebnisse

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Das Bang Your Head!!! Festival 2017 ist vorbei, alle sind zuhause und so langsam kommen sie auch wieder zu sich. Man klickt sich durch seine Bilder, schickt sie sich gegenseitig zu und postet erste zusammengefasste Eindrücke, Gruppenselfies, Danksagungen oder auch seine Beschwerden auf Facebook, Instagram und so weiter. Der Kater dürfte weg sein, der Schlaf wurde hoffentlich nachgeholt und das Zelt gut durchgelüftet. Fast ist man schon bereit für das nächste Open Air Abenteuer…

Highway to Hell

Meine Ankunft beim Festival war… sagen wir etwas holprig. Ich bin dem Einlasspersonal mächtig auf die Nerven gefallen, die mir aber auch. Ich hatte vorher tage- und wochenlang für die Prüfungen am Ende des Semesters gelernt, noch Donnerstag mittags eine davon absolviert und keine sehr gute Note mit zwiespältiger Kritik eingesteckt. Dadurch bin ich zeitlich genau in den Berufsverkehr geraten, plus Horrorstaus im ganzen Land (dazu später mehr ^^), es war extrem warm in dem schwarzen Auto und ich habe wartend auf der Straße gestanden, während Slaughter und Venom bereits spielten… -.-
Als ich dann eeeendlich vor Ort war, wollte ich nur schnell mein Auto auf dem Metalcamp abstellen und los sollte es gehen. Aber nix da. Weil ich kein normales Campingticket hatte, sondern mit meiner Street Team-Akkreditierung eins für den VIP Bereich geschickt bekommen hatte, hatte ich scheinbar keine Berechtigung, oben mein Auto zu parken.

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Direkt nach der Ankunft

Dass ich nur unten die braunen VIP Festivalbändchen für den Einlass aufs Gelände bekomme, ist verständlich bis absolut logisch. Aber dass das mit dem Campen so kompliziert ist?! Das Metalcamp ist eigentlich ein Downgrade, ich wollte da ’nur‘ und gleichzeitig unbedingt hin, weil mein Freund dort oben sein Lager aufgeschlagen hatte und am Ende hatte ich dann doch genau daselbe grüne Papierbändchen wie alle anderen oben… also warum erst das klare Nein?
Die Dame unten an der Ausgabe wusste auch nicht, ob ich nun hoch darf mit meinem Auto und Zeug oder nicht. Ich musste darauf hoffen, dass es irgendwie noch klappt (..hat es, wir haben das Auto quasi nachts hochgefahren). Einziger WTF?!-Moment des Festivals, und eine ziemliche Nervenprobe für mich, die einfach nur noch vor die Bühne wollte. Ansonsten perfekt organisiertes Event ❤ Ein Lob an die ganze tolle Crew!

Als ich danach endlich aufs Gelände konnte, den ersten Daiquiri in der Hand hatte und bei meinem Freund und seinem Bruder war, ging es mir ganz schnell besser. Die nervigen Klausuren waren schon fast vergessen. Ferien!! Gerade spielten Satyricon, später Saxon. Wir schauten uns die beiden Bands nur halbwegs aufmerksam an.
Ich saß lieber auf dem warmen Asphaltboden und quasselte mit Ornella (Comebackstage) über unsere ganz eigenen Erwartungen und Probleme auf dieser Welt 🙂 Es gibt nun auch endlich das erste gemeinsame Foto von uns beiden. Ornella hat noch mindestens ein nettes Interview mit Slaughter für euch in petto.

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Don’t go away mad…

Wer ihr jedoch den Interviewtermin abgesagt hat, war Vince Neil. Es sollte alles unter Dach und Fach sein, aber dann hat eine Laune des ehemaligen Mötley-Sängers dafür gesorgt, dass es doch nicht stattfindet. Ziemlich dämlich und enttäuschend, aber irgendwie auch zu erwarten. Zum Thema Vince kommen wir eh noch…

Erst mal genoss ich es einfach, in Balingen zu sein. Jeder Festivalgänger kennt dieses Gefühlt.
Man verlässt für ein paar Tage den geregelten Alltag und lebt ein bisschen wie in einer mittelalterlichen Siedlung. Weil die Leute in einfachen Behausungen leben, sich Flaggen und sonstige Erkennungsmerkmale und abstruse Dinge aufhängen, es ist etwas lauter, chaotischer und dreckiger als sonst in dieser Gesellschaft. Man kocht über offenem Feuer, ist Wind und Wetter ausgesetzt, hält aber auch enger zusammen, fühlt sich mit seiner ‚Ortschaft‘ verbunden und hängt nicht die ganze Zeit am Computer, vor dem Fernseher oder der Spielekonsole herum. Hin und wieder durchs Handy scrollen, das ließen wir uns nicht nehmen, aber ansonsten alles ein bisschen back to the roots. Nur eiskaltes Wasser zum Waschen, in der Sonnen trocken werden müssen, sich mit Insekten herumplagen, einfache Werkzeuge für alles… für die begrenzte Zeit liebe ich es.

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Unser ultageiler Kühlschrank und daneben der „Herd“..

Man muss aber auch dazu sagen, dass meine Jungs ziemlich gut ausgestattet waren 😛 Wir hatten zum Beispiel einen Kühlschrank, einen Elektroherd und eine transportable Toilette dabei. Langjähriges Camping hat sie zu Profis gemacht.

Wir saßen bis mittags in unserem Zelt, dann ging ich erst mal alleine nach unten. Freunde im anderen Lager besuchen, geliehene Sachen zurückbringen und Merch tauschen, hier und da ein Bier schnorren und dann zu Lee Aron (einer verdammt jung gebliebenen Frau) als erstes Konzert des Tages. Noch während ihrer Show begann die Backstage Führung, die dem Street Team angeboten wurde. Ich nahm relativ spontan Elke mit, die sich ziemlich freute 😀
So spektakulär ist es da hinten nicht, das wusste ich schon von den letzten Jahren, in denen ich erst Crazy Lixx und dann die Tigertailz treffen durfte. Bierzelt und Container, einfache Raumteiler und Zettel an den Garderoben. Von Protz und Glamour keine Spur, dafür eine angenehm geschäftige Atmosphäre und viele Musiker, die einem unbehelligt über den Weg laufen. Während des Auftritts von Riot V durften wir seitlich auf die Bühne, ein wirklich netter Perspektivwechsel.

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Vorher wurde uns von den Veranstaltern selbst erklärt, dass sie die Kritik am Line Up, die im Vorfeld zum Festival tobte, durchaus mitbekommen hatten. Sie erklärten aber auch, wie schwierig es ist, heutzutage noch große Namen zu bekommen, die keine Millionengage verlangen und nicht so langsam dement werden (sinngemäß zitiert 😉 ). Auch die ständige Gratwanderung zwischen Experimenten im Billing und nur Bands zu wählen, die eins zu eins zur typischen Musik des Festivals passen, ist nicht so easy, wie es von außen aussieht.
Geschmäcker sind verschieden und euch will keiner was Böses, wenn er nicht eure Lieblingsacts an Land ziehen kann. Allerdings gibt es noch die Möglichkeit, wieder auf 2 Tage zurück zu gehen und somit nicht ganz so viele Slots füllen zu müssen. Wir werden sehen.

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War für mehrere Songs zwischendrin verschwunden: Vince.

… just go away.

Ich sah noch Magnum mit Jizzy und weiteren Freunden und hatte mich sehr auf diesen Programmpunkt gefreut. Aber die Band wurde vom Regen überrascht, wodurch viele Fans eher damit beschäftigt waren, Unterschlupf zu finden, als ihnen zuzuhören, und die romantisch-poppigen Songs von Magnum würden besser passen, wenn es schon etwas dunkler wäre. Abends, mit Lichtern und so.
Danach spieleten Krokus und Rose Tattoo und dann kam Vince.

Oh weh.

Der Shitstorm war groß, schon während der Show.

Ich finde aber, dass es nicht wirklich was bringt, nur zu sagen, dass es scheiße war. Lieber versuche ich es mit konstruktiver Kritik.

Sehr geehrter Herr Neil,
es fällt mir schwer, Ihnen das zu sagen, weil ich schon lange großer Fan von Ihnen bin. Doch vielleicht sollten Sie, was Ihre Bühnenkarriere betrifft entweder etwas zurücktreten oder einen Zahn zulegen. Wir wissen, dass Sie viel Mist gebaut aber auch unschuldig viel Leid mitgemacht haben, früher häufig unter Drogeneinfluss standen und nun nicht mehr der Jüngste sind. Ich weiß auch, wie anstrengend so eine Bühnenshow ist und nicht jeder von uns heißt Steven Tylor. Nicht jeder bleibt fit wie ein Turnschuh.
Ich war nicht so enttäuscht, wie viele andere Festivalgänger – doch ich hatte auch meine Erwartungen nicht so hoch gesteckt. Wir wissen, dass Sie nie die Stimme eines Michael Kiske hatten, nur hat sie nun leider ihre Power verloren. Vielleicht verzweifeln Sie also nicht, sondern belegen einfach ein paar Sport- und Stimmtrainingskurse. Um eine Show abzulegen, die den Fans besser gefällt, könnten Sie auch ein paar Crüe-Geheimtipps oder ein wenig eigenes Material einbauen, sprich den Hörer überraschen. Dann fehlen nur noch ein paar Girls auf Motorrädern, Licht- und Knalleffekte und eine längere Setlist. Schon könnten wir das Problem behoben haben. Denn die Songs fetzen einfach und die Fans singen auch gerne mal mit. Wir hoffen, dass wir Ihnen für kommende Shows weiterhelfen konnten und Sie haben eine wirklich tolle Band an Ihrer Seite.
Vielen lieben Dank für Ihr Verständnis,
Foxxy

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Your poison running through my VAIN!

Samstags stand mit Vain schon um 12:30 Uhr ein persönliches Hightlight auf dem Programm. In dem Moment war es gut, dass wir abends nicht mehr so ewig gefeiert hatten, sonst hätten wir diesen super Auftritt verpasst. Dem ein oder anderen mag es vorgekommen sein, als sei Davy Vain enttäuscht vom Publikum gewesen, weil wir so ruhig waren. Ich glaube aber, das lag eher an der Uhrzeit als dass die Show langweilig wäre. Für so einen früher Slot war die Band richtig gut.

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weiter hinten ist entspannter 🙂

Auf dem Festivalgelände sind die Getränkepreise okay, das Essen ist aber wirklich sehr teuer (4 Bons für ein Fischbrötchen?!). Da kann man genau so gut ins Dorf und richtig Pizza essen gehen. Mit Hugo aus schicken Gläsern und echt-italienischer Vorspeise!
Also, wer zwischendrin mal etwas Zeit hat und sich nicht nur im Real versorgen will, dem sei die Cafe-Bar Mio Trattoria ans Herz gelegt 😉 In Laufentfernung zum Messegelände, einfach den Bach entlang.

Wir verpassten nur Raven, waren also zu Diamond Head und Vicious Rumours wieder zurück. Doch ebenso kam die Hitze zurück und die Mittagsmüdigkeit schlug ein. Dokken haben wir noch angesehen, doch auch da wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Dennoch eine tolle Band, in fitterem Zustand wäre ich bestimmt mehr abgegangen.

Nochmal zurück ins Camp, durchatmen, auftanken, um dann zu Hammerfall wieder frisch und munter am Start zu sein. Und das war auch eine richtig geile Show. Super Headliner, starke Songs, klasse Stimmung, endlich war das Feld voll bis ganz nach hinten. Nach dieser grandiosen Showeinlage folgte das obligatorische Feuerwerk und natürlich lief auch wieder die Hmyne des Bang Your Head, „We’re Not Gonna Take It“ von Twisted Sister. Da singen immer alle mit, sogar, wenn man es spontan im Shuttle Bus anstimmt.. ne, Jizzy 😛 Oder wenn man es auf Deutsch übersetzt, wie die lieben „Flaschenöffner“ aus dem Ostblock… ihr seid solche Spinner ❤
In den letzten Jahren gab es nach dem letzten Act immer eine Ankündigung, wer bereits fürs nächste Mal bestätigt sei. Diesmal gab es vom Veranstalter Horst nur eine kurze Entschuldigung, zum einen für Vince‘ Verhalten, zum anderen dafür, dass er selbst zu hart darauf reagiert hatte am Vortag.
Bin ja gespannt, wie das mit seiner Karriere weiter geht.

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Auch während Vain

This is our life, these are our songs

Alles in allem war es wieder ein fantastisches Wochenende. Das Wetter hat immer sehr schnell gewechselt, aber man hatte nie mit Extremen zu kämpfen (wie die Hitze 2015 oder Gewitter und Sturm, wie bei Rock am Ring 2016). Und ich finde es cool, alle paar Meter jemand anderem über den Weg zu laufen, den ich kenne. Allein schon deshalb wird das BYH bei fast jedem Line Up mein Stammfestival bleiben.

Ich habe euch noch versprochen, eine Ergänzung zum Stau auf dem Hinweg zu machen ^^ Nun… es stellte sich heraus, dass ich die Verursacher eines Feuerwehr- und Polizeieinsatzes, der mich neben anderen Hindernissen auf der Fahrt aufhielt, persönlich kenne. Sie erzählten mir erstaunlich gelassen, dass ihr Wagen auf dem Weg nach Balingen Feuer gefangen hatte. Sie konnten sich und all ihre Sachen unbeschadet retten, hatten also Glück im Unglück, doch das Auto dürfte am Arsch sein.
Wie sie dann hier her gekommen sind, wird man nie erfahren. Die offizielle Antwort lautet nämlich so: „Ich habe zwei Schildkröten mit meinen Haaren zusammen gebunden…“
Ist klar, Marc. Tolles Mundharmonika-Solo by the way 😉

Für euch getestet: Das Festival-Tagebuch

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„Dieser Spruch gehört unzertrennlich zu diesem Festival:“

Zum Abschluss möchte ich euch noch was zum Festival-Tagebuch (Affiliate Link) sagen, das ich im Auftrag des Chaospony Verlags testen sollte. Also: Die Packliste habe ich für mich persönlich auf alle Fälle genutzt. Das war in den Chaostagen vor der Abfahrt bitter nötig. Auch die Bilderstellen werden noch mit echten Fotos beklebt. Ist schön, so etwas mal zur Abwechslung wieder in analoger Form zu haben.
Adressen und Autogramme habe ich nicht darin gesammelt. Autogrammstunden habe ich dieses Jahr nämlich gar keine besucht und bei den Kontakten setze ich dann doch eher auf Facebook. Die Seiten im Buch sind gut, wenn man neue Leute im eigenen Camp kennen lernt und die sich morgens beim Frühstück zum Beispiel dort eintragen können. Mit runter aufs Feld nimmt man das Teil aber eh nicht.

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We really are a… motley crew??

Ganz lustig sind so Felder wie „Wer schuldet mir noch wie viel Geld?“ oder „Deine Festival-Tipps für die Zukunft“, in das ich mir dick und fett geschrieben habe ‚Immer Isoliermatten unter die Matratze legen!!‘. Bester Tipp gegen feuchte Kälte von unten 😉
Und die Bilder hier zeigen mich beim Festival-Workout. Die Anleitungen zu den Übungen, um trotz Zelten und Rausch schön beweglich und fit zu bleiben, gibt es als Beilage zum Buch. Die oberste Pose hört auf den Namen Kotzende Katze…
Das Buch ist unterm Strich eine süße Idee und die beste Möglichkeit, seine Erinnerungen für die Ewigkeit festzuhalten. Das kann man sich noch in 30 Jahren anschauen, im Schaukelstuhl vorm Kamin, wenn man möchte.

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Festival-Tagebuch!

Ich freu mich schon auf 2018 und bin sehr gespannt auf die ersten bestätigten Headliner.
Wie wär’s denn mit ein paar lokalen Bands? Die ziehen Fans und Freunde aus der Umgebung, sind günstiger, unkomplizierter in der Anreise und freuen sich! Zum Beispiel fallen mir da Rebellious Spirit ein oder die Supernova Plasmajets, mit denen ich auch schon zusammen arbeiten durfte. Oder eure Local Heroes Human Zoo und Kissin‘ Dynamite. Als Headliner wären Poison oder Def Leppard der Hammer! Und Nikki würde ich auch gerne mal wieder sehen, also wären Sixx:A.M. ein Vorschlag. Dann noch die ein oder andere skandinavische Band ins Programm packen und noch mehr tolle Powerfrauen wie Lee Aron. Das wären meine Vorschläge. Was sind eure?

Sehen uns alle wieder 2018, oder? ❤


 

More Pictures:

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Zelt von innen ^^
riotv-stage-byh
Blick von der Bühne ins Publikum
jizzy-und-foxxy-stage
Immer diese Sonnenbrillen…
elke-sitzsack-byh
Die liebe Elke und ihr Luxusbett x)
generation-goodbye
#firstworldproblems
felix
Partyyyy!!!!!!
jizzy-byh17
Mein cooler Cowboy :-*
im-stuhl-schlafen-camp-byh
Und gute Nacht!
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3 Kommentare zu „Bang Your Head!!! 2017 – Foxxy’s Erlebnisse

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