Musikbusiness an der ‚Poppe‘ – Was studiere ich eigentlich?

flatlay-bloggen

Schönen guten Abend 🙂 Ich nehme mir heute die Freiheit, ein privates Thema anzusprechen. Naja, mehr oder weniger privat, aber es geht eben mal nicht um eine Band oder ein Festival sondern mein eigenes Studium. Wen’s nicht interessiert, der muss es ja nicht lesen 😛

Zu dem Thema gab es bereits einige lustige Missverständnisse. Die erste Frage zum Beispiel, die ich jedes Mal gestellt bekomme, wenn ich das Fach „Musikbusiness“ ausspreche, ist: „Und welches Instrument spielst du?“ Die bittere Wahrheit lautet: Gar keins. Ich kann keins und konnte nie eins… ^^
Irgendwann mit sieben oder so hab ich mal Gitarre angefangen, aber das zählt nicht. Über die grundlegenden Akkorde kam ich nie hinaus.
Was ich lange Jahr gemacht habe, ist Singen. In einem Musicalchor. Dadurch kann ich Töne halten aber ich war nie die Allerbeste darin und somit habe ich schon während dieser Zeit immer lieber hinter die Kulissen geschnuppert. Ich bin den Menschen mit meinen Fragen zur Finanzierung und Organisation der Shows auf den Geist gegangen, habe die Regieassistenz übernommen und die Psyche der Charaktere zu Tode analysiert. Nebenbei habe ich mit Freundinnen eine eigene Tanzgruppe organisiert und mich mit ganz viel Multimediakram beschäftigt, und täglich geschrieben habe ich sowieso.. damals noch Tagebuch statt Blog. Das wurde aber auch immer kunstvoller und könnte fast als Litaratur verkauft werden… nur wie verbindet man das alles in einem Beruf / Studium?

Soph_Prob_Hö2 577.JPG
Glaubt es oder nicht, das Leben hinter Theaterkulissen ist fast so verrückt wie beim Rock’n’Roll… es gibt Dinge, an die gewöhnt man sich 😉

Ain’t no biz like show biz ❤

Der Höhepunkt dieser Ära war ein wirklich stilvoller Abgang von der Bühne (wortwörtlich) und dann kam Auftritt Hannes Braun. Auf einem Festival nach meinem Abi erzählte er mir von seinem Musikstudium an der Popakademie. Dabei erfuhr ich auch, dass es einen zweiten Studienzweig namens „Musikbusiness“ an dieser Hochschule gab, dass man das Fach auf diese Weise nur in Mannheim studieren kann und dass es eine nicht ganz so einfache Aufnahmeprüfung gibt. Also kurzerhand in Mannheim ein anderes Studium begonnen (Medien- und Kommunikationswissenschaft) und quasi aus der Ferne und manchmal auch auf offenen Veranstaltungen vor Ort auf den Einstieg in die Popakademie Baden-Württemberg vorbereitet.

popakademie log

Bitte verwechselt die Popakademie nie mit der „Akademie Deutsche Pop“! 😀 Der Name klingt ähnlich, sie bieten dort ähnliche Kurse an und sogar die Farben grau und orange sind vom „Original“ übernommen. Doch letztere ist eine private Einrichtung, für die ihr viel Geld hinlegen müsst und bei dem das meiste zuhause erarbeitet werden muss. Der Abschluss dort wird im Gegenteil zu unserer Akademie auch nicht vom Staat anerkannt. Dafür ist das Fächerangebot dort vielfältiger und wenn es euch das Geld wert ist, könnt ihr es euch ja mal ansehen.

deutsche pop
Auch eine Option, aber nicht meine Schule

Nach zwei Jahren Medienstudium, einem Praktikum beim Kulturbüro in Mannheim und dem Schreiben vieler, vieler CD-Reviews und Konzertberichte, wurde ich dann tatsächlich zu der Aufnahmeprüfung in der Popakademie eingeladen. Da wird getestet, ob man sich schon etwas mit den ganzen Strukturen der Branche auskennt.

Es bewerben sich ca. 150 Leute auf diesen Studiengang und bis zu 30 werden genommen. Ist also eine kleine Gruppe. Im ersten Jahr hat man fast jeden Tag Vorlesungen und sitzt mit den Musikern gemeinsam im Klassenraum. Da geht es um erste fiktive Projekte, die Geschichte der „Pop“Musik (also allgemein populäre Musik, in Abgrenzung zur Klassik und zum Jazz), die Grundlagen wie „Was macht ein A&R, was ein Product Manager?“, Digitale Entwicklungen (ich kann den Satz „Streaming rettet die Branche“ oder ähnliches nicht mehr hören ^^) und ein paar Dinge, die zu jedem BWL-Studium gehören. Denn ja, tatsächlich ist der Studiengang hauptsächlich und offiziell ein betriebswirtschaftlicher. Nur eben mit Schwerpunkt auf / Praxisbeispielen aus der Musikbranche. An Finanzmathe, Marketingplänen und Projektmanagement kommt man also nicht vorbei.

popakademie
So sieht sie aus, die „Poppe“

Jetzt im zweiten Jahr kann man die Kurse selbst wählen, hat nicht mehr jeden Tag Unterricht, wird mit dem Jahrgang eins obendrüber vermischt und hat außerdem jedes Semester ein reales Projekt, an dem man mitarbeitet. Teilweise laufen diese in Zusammenarbeit mit großen Firmen wie Google, SAP, Universal oder Red Bull.
Und an dem Punkt stehe ich gerade. Erstes Projekt ist beendet, es stehen zwei Studienarbeiten an (Themen: Berufsfotografen auf Instagram und Die Styles der Gothic Szene) sowie der Bau einer Homepage für einen Künstler.

It’s a long way to the top if you wanna rock’n’roll…

Wer weitere Details haben will oder sich selbst für ein Studium in Mannheim interessiert, kann sich gern bei mir melden. Bis dahin könnt ihr euch auch die Homepage anschauen. Vorneweg: Auch wenn die Inhalte genial sind, ist auch dieses Studium kein Traumland oder Zuckerschlecken. Gibt so einige Dinge, mit denen man sich arrangieren muss… Aber ich denke, unterm Strich lohnt es sich.
Studenten von dort gründen Labels, managen Bands und Einzelkünstler, werden DJso der Produzenten, veranstalten die lustigsten Festivals, werden zu Social Media Experten oder gehen als Maretingberater zu durchgeknallten Start Ups. Ist recht vielseitig, was man daraus machen kann und deswegen ziemlich cool und praktisch.

hh-beatles
Beatles Denkmal in Hamburg

Dass ich zur Zeit in Dortmund und beim Rock Hard bin, liegt daran, dass wir in den „Sommerferien“ immer ein Praktikum machen müssen. Ich bin da also keine freie Mitarbeiterin und bisher auch nicht fest im Pott eingezogen. Kann noch kommen, aber weiß ich derzeit nicht 🙂

Also ja, nochmal, wer Fragen hat, kann sich gerne melden. Homepage verlinke ich auch. Antworten auf PNs können aber ehrlicher und detaillierter ausfallen, je nachdem, was ihr wissen wollt.

LG, eure Foxxy >^.^<

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s