The girl who discovered GNR, the Crüe, Poison and Faster Pussycat

*scroll down for english version

appetite_for_dysfunction

Das Mädchen, das GNR, die Crüe, Poison und Faster Pussycat entdeckte

Bevor ich das Interview mit Vicky Hamilton hochlade – in dem ihr einige Tipps und Meinungen zum Thema Bandpromotion und Management finden könnt – will ich euch das Buch der Dame vorstellen, das sie vor ein paar Jahren über ihr Leben, die Bands und ihre Karriere mit ihnen geschrieben hat. Weil sie in ihren frühen Jahren mit den Jungs von Guns N‘ Roses zusammengearbeitet (und sogar gelebt) hat, nannte Miss Hamilton ihre Autobiographie Appetite For Dysfunction…. der Name ist aber auch unfreiwillig Programm ihres eigenen Lebens. Ist eben nicht alles Gold, was glänzt.

Vicky Hamilton kommt aus der US-amerikanische Provinz. Ihr Lieblingsfilm ist Der Zauberer von Oz und wie Dorothy, die aus Kansas ins Land des Zauberers kommt, macht sich Vicky ein paar Jahre nach ihrem Schulabschluss auf nach Kalifornien, um die funkelnde Welt von Los Angeles zu erobern.

Das Buch, das in seiner ersten Fassung 2014 erschien und in diesem Sommer neu aufgelegt wurde, mit ergänzenden Infos darüber, was seine Protagonisten heute treiben, erzählt aus der Sicht einer Einzelperson quasi die komplette Geschichte der Metal- und Rockmusik. Vicky steckte mitten drin. Sie ist 1958 geboren, erlebte ihre Teenagerjahre in den 70ern, als „Musik noch Musik“ war, arbeitete hauptsächlich in den 80ern mit Bands vom Sunset Strip und erlebte somit die ganz große Glanzzeit dieser Welt. In den 90ern begann sie, sich neu zu orientieren, ließ sich auf Bands ein, die weniger berühmt wurden, kam aber auch in den engeren Kreis von Johnny und June Carter Cash und lernte unter anderem einen …das Wort „unehelich“ ist noch milde ausgedrückt… musikalisch begabten Sohn von Charlie Manson kennen.

All das beschreibt sie ziemlich unterhaltsam. Mir ist gleich der Unterschied zu Mick Walls GNR-Biographie aufgefallen, die größtenteils aus Daten und Fakten besteht (mitunter aus Vickys Buch entnommen). Vicky liebt Kunst in jeglicher Form, sie malt und schreibt gerne, hat ein Musical verfasst und lebt eben für die Musik – das merkt man ihrer emotionalen Erzählform an. Gegen Ende wird es etwas pathetisch, aber das gehört irgendwie schon fast dazu, wenn jemand aus der Welt des Showbiz erzählt, wie er nach all den Partys, Drogen, Exzessen und Affären einen Tiefpunkt erreicht und sich daraus aus eigener Kraft und mit neuen Zielen vor Augen heraus kämpfen muss.

Ich kann mich ziemlich gut mit Vicky identifizieren ^^ Wie ich agiert sie lieber im Hintergrund des Musikgeschäfts, statt auf der Bühne zu stehen. Sie ist sehr unabhängig und abenteuerlustig, steht auf Männer mit langen Haaren, die sich schminken, harte Musik, die aber immer auch etwas Kunst in sich haben sollte. Wenn es was anderes als Glam Metal sein soll, dann lieber leichterer Rock oder Pop, oder mal was ganz ausgeflipptes, Richtung Goth und Musical, so wie Sex With Lurch, die Band, deren Sänger sie mit dem Frank’n’Furter aus der Rocky Horror Show vergleicht… anstelle von allzu lauter, negativer Blut-und-Schwert-Musik. Bis auf im letzten Fall passte sie auch immer auf, keine Beziehung oder lose Liebelei mit den Musikern anzufangen, erst recht nicht mit denen, mit denen sie arbeitete. Den Ruf des Groupies wird man nämlich schwer wieder los und du willst ernst genommen werden, wenn du auf die Bands zugehst. Ein Gefühl, von dem ich ein Lied singen kann… das trägt den Titel „She Came, She Saw, She Screwed It All Up“ 😛 (I’m sorry…..). Keine einfache Welt für eine junge Frau.

Ihre Aufgaben lassen sich schwer auf einen Punkt bringen, aber meistens kümmerte sich Vicky um „Personal Management“ einer Band, sorgte also dafür, dass sie in der Szene einen Namen bekamen, Auftritte hatten, Produzenten fanden sowie die richtigen Klamotten, im Radio gespielt wurden, vielleicht einen Deal mit einer Plattenfirma erhielten und auf alle Fälle auf der richtigen Bühne standen und nicht zwischendurch einen Stopp im Gefängnis machen mussten. Dazu ging sie sogar so weit, ihre kleine WG mit den GNR-Musikern zu teilen, als diese obdachlos waren. Sie arbeitete zuvor mit Mötley Crüe, später managte sie Poison und Faster Pussycat, noch später wurden es eben Bands, die heute weniger bekannt sind. Oh, und ich habe Stryper vergessen! Doch irgendwie scheint sich ein Fluch durch ihr Leben zu ziehen und die Bands lassen sie immer dann sitzen, wenn es groß und ernst wird. Meist wegen banaler Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten – oder weil Vicky eben nur ein mittelloses Mädchen mit viel Leidenschaft ist – kein reicher Mann im Anzug und mit siebzig Platin-Schallplatten an der Holzwand. Dass sie eine Zeit lang direkt als A&R / Scout für Geffen Records arbeitete, änderte daran nichts. Die endgültigen Deals durfte sie eigentlich nie selbst abschließen. Es schulden ihr sogar noch einige Menschen Geld, die heute längst Millionäre sein dürften. Vicky wurde das nie. Und mehr denn je wurde mir klar, was für charakterliche Arschlöcher da teilweise unter den Musikern und in der Branche waren…. dass wir ihnen das alles so verzeihen, ist schon krass.

Got that good parking spot today. #rainbowbarandgrill

A post shared by Matt Brunson (@crowbarmatt) on

Danke nochmal, Vicky, dass du mir geantwortet und die Fragen beantwortet hast! Sie gehen sofort online, nachdem ich an Halloween auf der nächsten Rock-Party meinen eigenen Weg in die Branche hinein weiter zerstört habe ^^

Wer Appetite For Dysfunction lesen möchte, muss sich bisher „leider“ mit der englischen Version zufriedengeben, die ich auch nur aus den U.S.A. importieren konnte. Scheint es hier in Deutschland nicht zu geben. Aber für Fans des Genres, die noch tiefer hinter die Kulissen blicken wollen als bisher, lohnt es sich.

Long live Rock’n’Roll!


 

appetite_two.jpg

The girl who discovered GNR, the Crüe, Poison and Faster Pussycat

Before I upload the interview with Vicky Hamilton – in which you can find a lot of ideas for band promotion and management – I want to introduce you to this lady’s book, which she wrote a few years ago, about her life, the bands and her career with them. Because she worked (and lived!) with the guys of Guns N‘ Roses it her young years, Miss Hamilton gave her book the name Appetite For Dysfunction…. A name which also involuntarily is the motto of her own life. Not everything that glitters is gold.

Vicky Hamilton is from the American province. Her favorite movie is The Wizard of Oz, and just like Dorothy, who came from Kansas to the land of the wizard, Vicky moved to California a few years after her graduation to conquer the shiny world of Los Angeles.

The book was first published in 2014, now there is a new version with an update on what the protagonists are doing today. It is told from the view of a single person and in some way tells the complete story of the younger history of metal and rock music. Vicky was right in the epicenter. She was born in 1958, her teenage years were in the 70s, when „music was still music“, and she mainly worked with bands of the Sunset Strip in the 80s and therefore witnessed the golden ages of this little world. In the 90s she realigned and worked with bands who never became very famous; but she also had access to the inner circle around Johnny and June Carter Cash. She also got to know an …“illegitimate“ is too nice of a word… musically gifted son of Charlie Manson.

Me and my awesome former manager, #vickyhamilton #darlingcruel

A post shared by Gregory Darling (@darling_gregory) on

All of this is told in an amusing way. I felt the difference to Mick Wall’s GNR-biography right away, which mainly consists of dates and facts (sometimes taken from Vicky’s book). Vicky loves art of any kind, she likes to paint and write, has produced a musical and just lives for music – you can sense it in her emotional narration. It gets a little pathetic towards the end, but somehow this already belongs to any memoires of a person from the showbiz – who hits an all time low after all the partying, drugs, excesses and affairs and has to get away from it and find a new meaning of life.

I am a lot like Vicky. I also like to operate backstage of the music biz, instead of standing in the middle of the stage. She is independent and adventurous, likes men with long hair and make-up, hard music… but always with a bit of art in it. If it is not glam metal, it should rather be some softer rock or pop, or sometimes something really crazy like goth or musical – like Sex With Lurch. This band’s singer was compared by Vicky with the Frank’n’Furter of the Rocky Horror Show. She likes this better than too loud and negative blood-and-sword-music. Apart from the last case she also is always careful to not start a relationship or love affair with musicians, especially when she is working with them. Once you are called a groupie, it’s hard to get rid of this name and you want to be taken seriously when approaching bands. It’s a feeling I can sing a song about… which has the titel „She Came, She Saw, She Screwed It All Up“ 😛 (I’m sorry….). It’s not an easy world for a young woman.

Ride the wind, never coming back until I touch the midnight sun #TBT

A post shared by Poison (@poison) on

It’s not easy to sum up her tasks either, but mostly Vicky was doing „personal management“. This meant, she tried to make the band’s name big in the scene, to get gigs and producers, to find the right clothes, get airplay, maybe a deal with a record label and in any case to stand on the right stage; without making a stop at jail. She even shared her small apartment with GNR when the guys were homeless. Vicky worked with Mötley Crüe before, later she managed Poison and Faster Pussycat and even later she took on to bands which are not as well known today. Oh, and I forgot Stryper! But somehow there seems to be a curse in her life and she always gets dropped by the bands when it gets big and serious business. Mostly because of trivial arguments – or because Vicky is just a girl without money, only with passion – not a rich man with seventy platinum awards on his wooden walls. It did not change anything about this when she worked as an A&R / Scout for Geffen Records. She could never sign the final deals. There are even many people who owe her money who are already millionaires. Vicky never became one. And more than ever I realized how many assholes there are in the business, also the musicians. It’s a miracle that we are forgiving them most of this…

Thänxx again, Vicky, for answering my questions! They will go online as soon as I destroyed my own path into the biz at a halloween-rock-party ^^

There seems to be only an englisch version of Appetite For Dysfunction, shipped from the US. But it’s worth it for fans of the genre who want to dig even deeper behind the scenes.

Long live Rock’n’Roll!  

 

 

 

Advertisements

Ein Kommentar zu „The girl who discovered GNR, the Crüe, Poison and Faster Pussycat

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s