Wie es backstage wirklich abgeht

jizzy_eric_heat

Die Frist für den ersten Teil des Golden Fox Award läuft in wenigen Stunden ab und ein paar Beiträge sind auch schon bei mir eingetrudelt. Aufgabe war es, die Zukunft der eigenen Band zu beschreiben, mit noch ein paar Extraregeln, aber dazu mehr, wenn ich die Beiträge aller Teilnehmer hochlade.

Bevor ihr auf das losgelassen werdet, was die Bands da geschrieben haben, will ich euch selbst mal erzählen, wie es hinter den Kulissen eines Konzertes oder Festivals wirklich abgeht. Dort, wo keine normalen Menschen jemals hinkommen… So wie hier beschrieben, läuft es eigentlich überall.

 

Betreten verboten!

Der Nightliner ist die ganze Nacht durchgefahren und bringt die Musiker im Morgengrauen zur Location. Dort werden sie vom aufgeregten Chef des Festivals bereits begrüßt und erhalten erst mal ihre AAA-Pässe, für sich und die Mädels, die sie im Schlepptau haben. Bier und Grasgeruch wehen hinter ihnen aus dem Bus.

bar festival paunchy vanessa

Im Haus ist erst mal Schlafen angesagt. Immerhin sind die aufgestellten Betten im Backstagebereich bequemer und größer als die Kojen im Nightliner… in denen eh alles mögliche andere interessanter war als Schlaf. Die Mädels verschwinden derweil aufs Klo, um sich den verschmierten Eyeliner vom Gesicht zu wischen und sich gegenseitig zu erzählen, welches der Bandmitglieder der „beste“ ist.
Sie wissen sowieso, dass sie schon heute Abend nicht mehr wichtig sein würden. Also konnten sie sich auch jetzt über diese Wixxer das Maul zerreissen. So wirklich interessieren tut es sie aber eh nicht, mit wem ihr Lieblingssaitenzupfer heute in die Kiste steigen würde. Dann war die Verhütung wenigstens nicht mehr ihr Problem. Ein Kind von einem tourenden Musiker – das wäre der Untergang! Aber hey.. er würde Unterhalt zahlen müssen und würde immer mal wieder durch die eigene Stadt touren. Hmm….

Während die Musiker ihren Schönheitsschlaf machen, ist der Tourmanager in der City unterwegs um für den Abend Puderzucker zu besorgen. An jeder Ecke sieht er ein Plakat, auf dem die kommende Show angekündigt ist. Die ersten Schneeflocken des Jahres fallen vom Himmel. Alles ist wunderschön.

Noch bevor überhaupt ein Soundcheck läuft, kommt ein Mitarbeiter der Venue auf die Band zu, die am Handy hängt und den Fans Snaps von sich unter der Dusche schickt. Er drückt jedem von ihnen ein Bündel Scheine in die Hand.
„Sagt nichts“, meint er. „Ein Wort darüber, dass ihr hier heute so viel mit nach Hause nehmt und ich kann dicht machen. Dann will das hier jeder haben, mitunter der Staat.“
„Tja, schafft halt nicht jeder, beim ersten Album schon so ne Crowd anzuziehen“, schmunzelt daraufhin der Sänger. „Wenn du willst, kannst du dir nachher eins der Weiber nehmen. Die sind dann eh so besoffen… denen ist das auch egal. Hauptsache backstage und so.“

DFX_6993
@Foxy Firecrackers. Check ‚em out!

Die Mädels aus dem Tourbus stehen vor der Tür und rauchen. Sie wissen, dass die da hinten die Ex vom Schlagzeuger ist. Und die neben ihr steht voll auf den Bassisten und schenkt ihm ständig irgendwelche Kuscheltiere.
„Wollt ihr auch ne Zigarrette?“, fragt eines der Bus-Girls die, deren Ex sie gerade noch… naja. „Klar! Wusste gar nicht, dass ihr hier seid“, antwortet diese und umarmt ihre Freundin strahlend.

Die Show ist ausverkauft. Der Alkohol fließt in Strömen. Zwischen acht und neun, während der Opener spielt, gibt es Freibier, sodass die Stimmung auf dem Höhepunkt ist, wenn die Stars auf die Bühne treten. Eine EP, an eine Plattenfirma geschickt, gleich den Zuschlag bekommen. Drei Alben darf die Band machen und hat sich jetzt schon ein goldenes Näschen verdient.
Ihre Shows sind laut und wild, trotz des manchmal fehlenden Schlafs. Alle können alles mitsingen und in der ersten Reihe tummeln sich Mädels, die einem beliebten Steel Panther Song gerecht werden. Nur, dass es noch weit mehr als 17 Stück sind. Die Bandmitglieder können es kaum erwarten, nachher am Merch hunderte Selfies zu schießen. Wer sonst bekommt schon so viele Fotos mit so vielen hübschen Mädchen an einem Abend. Von den Jungs ganz zu schweigen, die herkommen und von ihnen musikalische Tipps haben wollen und ihnen massenweise Bier und Vodka ausgeben. Ja, das Leben ist schon schön als musizierender Nomade.

Das, was nach der Show passiert, ist aus jugendschutzrechtlichen Gründen zensiert. Ich darf es hier nicht mal erwähnen. Würde ja auch dem Ruf der netten Gestalten auf der Bühne zerstören. Weiß doch jeder, dass die, die am gruseligsten aussehen, die nettesten Menschen sind. So ausgeglichen und fair und philosophisch. Sie haben sich bestimmt zusammen gesetzt und die Bedeutung des Brexit diskutiert, dabei Tee getrunken um die Stimme für den nächsten Tag zu schonen. Mit dem Puderzucker, damit er etwas süßer schmeckt. Die Mädels, die dabei sitzen, hören ihnen zu und machen sich fließig Notizen. Immerhin schreibt ein Teil von ihnen bald eine Klausur über ein ähnliches Thema.

jizzy and tave
@Adrenaline Rush

Der Schlagzeuger ist der erste, der müde wird. Er bittet die jammenden Opener, leiser zu sein, damit er schlafen kann. Die meinen daraufhin, es wäre eh besser für sie, nach Hause zu gehen. Immerhin ist erst Donnerstag, morgen steht wieder Arbeit an.
„Haha, wir müssen nicht mehr arbeiten“, lacht der Schlagzeuger sie aus. „Ihr müsst auch als Headliner unterwegs sein, dann könnt ihr eure Dayjobs kündigen.“
„Ich hab das schon gemacht“, meint der Gitarrist der kleineren Gruppe. „Brauch doch Zeit für die Proben.“

Eines der Mädels kommt rein: „Guckt mal, ich hab Bananen!“

 

#IronieAus
Das schreibe ich immer lieber dazu, seit jemand dachte, meine Rockstartipps wären ernst gemeint.
Eure Aufgabe ist, herauszufinden, was davon wirklich stimmt und was nicht – und das Ergebnis für euch zu behalten. Sonst ist ja nicht mehr lustig.
#manmussauchmalübersichselbstlachenkönnen

reckless show

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