Die 5 goldenen HIM Tickets (Leipzig, 4.12.)

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HIM, die emotionalen Dark Rocker aus dem finster-schönen Finnland, befinden sich gerade auf ihrer letzten gemeinsamen Tour. Die „Bang & Whimper Tour 2017“ führte sie auch ins ostdeutsche Leipzig und dort ins malerische Haus Auensee, wo sie vor 3.600 Seelen spielten. Unter diesen befanden sich auch Foxxy und ihr Freund Jizzy. Doch bis sie da hin kommen sollten, hatten sie schon ein handfestes Abenteuer erlebt, das vor allem mit dem Kauf der Eintrittskarten zu tun hatte. Aus einer normalen Bestellung (Tickets für 2 Personen) wurden „die 5 goldenen HIM Tickets“; mit im Paket inbegriffen waren eine neue Bekanntschaft, eine Last-Minute-Überraschung, beinahe eine Klage und bis heute ein ungelöstes Rätsel…

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Die HIM-Tour an sich bringt gemischte Gefühle. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Konzerte in Deutschland ausverkauft, ein Grund, warum wir ins weit entfernte Leipzig fahren mussten anstatt zum Beispiel zur Show in Köln gehen zu können. Im Nachhinein sind viele Leute aber enttäuscht. Der Radiosender SAW, der als Medienpartner vor Ort war und auch Tickets verlost hat ( 😛 ), war händeringend auf der Suche nach Gästen, die rundum zufrieden mit dem Konzert waren. Denn: Bei einer Abschiedstour erwartet man Großes. Doch man bekam nur Dunkel.

Die Songs von HIM haben eine eigene, starke Magie, die weltweit die jugendlichen Gemüter bewegt. Im Vergleich zu einigen alternden Rockstars sind HIM (Gründung 1991) auch noch jung und gut bei Stimme. Musikalisch gibt es nichts zu Meckern, doch sie hätten sich etwas mehr Mühe bei ihrer Performance geben können. Wenn Fans zu einem letzten Konzert kommen, wollen sie, dass es knallt. Zum Beispiel das stählerne Heartgram im Hintergrund, das hätte man super gut mit Neonlichtern oder Pyro ausstatten können. Und Bandaushängeschild Ville Valo wirkt zwar wunderbar mysteriös wenn man ihn im Schatten lässt, doch viele Fans hätten dem hübschen Finnen bestimmt gerne mal ins Gesicht gucken können. Seine Emotionen sehen. Überhaupt hätte er ein paar mehr Worte an uns richten können. Ähnlich wie im Frühjahr bei Aerosmith kam das, was auf Musicals und Showpremieren übertrieben wird, zu kurz: die Selbstbeweihräuscherung, die Erinnerungen, sentimentale Reden, Glitzer und das große Boom.

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Atmosphäre? Dunkelblau.

Abgesehen davon kann sich niemand beklagen. Die Setlist deckte alle Alben der Band ab, die Hits wurden schön verteilt über den Abend gespielt. Auch das „Rebel Yell“-Cover in der Zugabe kam erstaunlich gut daher. Dabei ist Billy Idols Megahit weitaus unverblümter als es der durchschnittliche HIM-Song ist. Im Publikum hatten wir vorab viele minderjährige Mädchen erwartet, die die Liebe zum Konzert treibt. Aber scheinbar waren es vor allem die alten Fans, die der Band treu geblieben sind und ihr jetzt auch diese letzte Ehre erweisen wollten.

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Beleuchtung?! 😀

Eine Setlist von exakt dem Tag kann ich nicht liefern, aber diese hier dürfte hinkommen: SETLIST

Als Support hatten HIM übrigens die Biters dabei. Eine Gruppe aus Atlanta, nicht mehr ganz unbekannt, aber selten in Europa zu sehen, soweit ich das mitbekommen habe. Sie wirkten wie mit einer Zeitmaschine ins Jahr 2017 versetzt. Als hätte jemand die Beatles mit den Stones, Slade und Alice Cooper vermischt und nach Leipzig geschickt.

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Biters aus Atlanta

Kommen wir nun zu den Tickets… Natürlich handelt es sich nicht wirklich um goldene Tickets wie zum Beispiel bei Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Die Story ging viel mehr so: Schon Anfang des Jahres hatte Jizzy für uns zwei Karten bestellt. Ich hängte mir meine an meinen Spiegel, wo ich sie immer im Blick hatte. Beim zwischenzeitigen Umzug nach Dortmund packte ich sie als letztes ein, zusammen mit drei Tourplakaten, verschiedener Bands, die ebenfalls an der Wand hingen. Schon in Dortmund fiel mir plötzlich ein: Mist. Du weißt nicht mehr, wo du die Karte aufbewahrt hast. Geschweige denn die Plakate.
Es geschah, was kommen musste und ich konnte sie nicht mehr finden. Also Second Hand eine über die Facebook-Veranstaltung gesucht und zum Glück auch bekommen. Zu doof, dass ich da schon für eine auf ebay geboten hatte… und diese ersteigerte, obwohl die Auktion noch 4 Tage dauerte. Ich dachte nicht mehr daran, sie zu bekommen… bis etwa eine Woche danach schon die Mahnungen in den Briefkasten flatterten. Warum ich nicht bezahlen würde. Der Verkäufer hatte mich bereits bei ebay gemeldet.
Nicht cool, denn jetzt wurde auch die Zeit eng ^^ Ich verkaufte daraufhin eine Karte über eine Kleinanzeige, die ich selbst noch nicht in der Hand hielt! Kein leichtes Unterfangen, denn wer sich auf den Deal einließ, musste sich darauf verlassen, dass sie noch rechtzeitig ankam. Es klappte dann auch und nun kennen wir Inga, eine Studentin, die aus Russland nach Leipzig gezogen ist und spontan mit uns aufs Konzert ging.
Im Hotel dann der letzte Schock: Ich hatte über die Portale zwei Parkett-Tickets ergattert. Die ursprünglichen, von Jizzy bestellten, galten aber für den Rang. Der Fakt, dass es sich auch dort um Stehplätze handelte, hatte uns verwirrt und es war uns nie aufgefallen, dass sie für den „falschen Bereich“ galten, wo wir gar nicht hinwollten. Also hatten wir am Ende einmal Rang für Jizzy und Parkett für mich und Inga. Und weil wir die arme Unwissende nicht nach oben „verbannen“ wollten, tauschten wir vor der Location noch mit einem Mann, der seine Karte dort spontan loswerden wollte. Mit finanziellem Verlust…

him_ticket

Es ging dann doch noch alles gut aus 😉 Und auf die Idee mit dem Karaoke im Flower Power kommen wir auch nochmal zurück, dann wenn es keine halbe Weltreise zurück zum Hotel bedeutet (Stern Garni Hotel, total einfach und leider etwas hellhörig die Flure, aber süß; 41 Euro das Doppelzimmer!). Es war cool, trotz allem bekannte Gesichter vor Ort zu treffen und das Konzert zu genießen. Viele Gäste schauten nur tatenlos nach oben, wir tanzten und hatten Spaß.

Die Moral von der Geschicht: 1. Konzertkarten sollten nie einen Umzug mitmachen müssen. 2. Rang bedeutet immer oben, egal ob Steh- oder Sitzplatz. 3. Die AGB von ebay genauer lesen.
Und 4.: Taxifahrer können nicht unbedingt die hellste Kerze auf dem Adventskranz sein xD Ich weiß, das ist gemein, aber ich musste so lachen. Als wir sagten, wir würden „zum letzten Konzert von HIM fahren“, dachte der Herr irgendwie, es handele sich um das letzte Konzert, das jemals auf diesem Planeten stattfinden würde – von allen Bands überhaupt. Er wiederholte es immer wieder: „Das letzte Konzert. Und ihr seid nochmal dabei“, als würde er vom letzten lebenden Tyrannosaurus-Rex sprechen. Oder dem letzten Einhorn. Einfach nur zu gut. Zurück fuhren wir dann doch lieber Bus…

Und wo und wie habt ihr HIM erlebt?


 

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Le Room.
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Mein Freund hat einen HIM-Mantel. Der ist jetzt aber kaputt 😦
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Le Room #2.
him_kiss
Would you join me?
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