Das Musikbranchen-Alphabet (A bis H)

musikbranche_stage

Ihr wollt im Showgeschäft, speziell Musikbereich, bald durchstarten? Dann müsst ihr diese Begriffe auf alle Fälle kennen. Heute zeige ich euch kein Spezialwissen, sondern Basics, die helfen werden, euch in dieser irren Welt zu orientieren.
Der Rest des Alphabets folgt bald. Wenn ihr up to date bleiben wollt, folgt Foxxy hier: http://bit.ly/2B1bvCU


ARTIST & REPERTOIRE (A&R)

Zwar kann jeder, der nach neuen Künstlern für eine Zusammenarbeit sucht, als A&R-Manager bezeichnet werden, doch klassischerweise meint A&R eine Person, die im großen Pool nach neuen Acts sucht, die für einen Vertrag mit einer Plattenfirma in Frage kommen. Früher gingen sie meist zu Livekonzerten und hörten sich eine Demo-Platte / Kassette nach der anderen an. Heute durchforsten sie das Netz. Noch unbekannte Musiker landen eher bei einem Indie-Label (mehr dazu bei I), solche, die sich schon einen Namen gemacht haben bei den großen, finanzstarken Majors (siehe M).
Hat ein A&R gemerkt, dass ein Künstler schon alleine recht weit gekommen ist, Talent hat und ins eigene Image passt, wird er ihn kontaktieren und nach ein paar netten Gesprächen vielleicht einen Vertrag abschließen.

BOOKINGAGENTUR

Bookingagenturen oder einzelne Booker sind diejenigen, die dafür sorgen, dass Bands eine Bühne bekommen. Sie stehen im engen Kontakt mit vielen Veranstaltern und Locations, können abschätzen, was ihr an Gage verdient und euch auf Tournee schicken. Meist läuft es so, dass eine Agentur einem Festival zum Beispiel ihren bekanntesten Künstler anbietet und dieses dafür bittet, auch ihren neusten Zuwachs mittags auf die Bühne zu stellen. Gerade zu Anfang landen die Anfragen eines Bookers seltener im Papierkorb als eure eigenen; ihr solltet also darüber nachdenken.

CROWDFUNDING

Es ist schon längst nicht mehr das Allerneuste, doch immer noch eine gute Idee: Wer ein Projekt geplant hat (wie beispielsweise die Produktion eines Albums oder eine Tour) und dafür finanzielle Unterstützung braucht, kann Freunde, Fans und Follower mit einbinden. Jeder, der euch pushen will, gibt einen bestimmten Betrag dazu und erhält eine festgelegte Gegenleistung von euch (Gratisdownload, T-Shirt, Privatkonzert,…). Ihr braucht also keinen Plattenvertrag und keinen Kredit von der Bank. Außerdem könnt ihr testen, ob euer Konzept überhaupt offene Ohren findet. Kommt eine gewählte Mindestsumme nicht zustande, passiert gar nichts. Die Crowd bekommt ihr Geld zurück und ihr könnt eure Werke überarbeiten.

DEALER

Das ist der, der euch euren überlebenswichtigen Stoff besorgt, wenn ihr reich und berühmt seid 😛
Spaß beiseite. Nehmen wir lieber das Wort DEAL. Das ist der neudeutsche Begriff für Vertrag und so einen solltet ihr mit allen Partnern abschließen, mit denen ihr arbeitet und von jemandem, der sich auskennt überprüfen lassen. Nur so wird keiner übers Ohr gehauen.

E- UND U-MUSIK

E steht für „ernste“ und U für „Unterhaltungs“-Musik. Die Begriffe wurden von der Gema eingeführt, um die bei ihr angemeldeten Musikstücke zu kategorisieren. Als Rock, Metal, Pop, Punk oder sonstwas Band werdet ihr in der Regel unter U-Musik gelistet. Bei der ernsten Musik handelt es sich eher um klassische Kompositionen.

FANCLUBS

Fanclubs sind eine gute Sache – solange sie nicht obsessiv sind. Schon zu Beginn könnten Freunde und Familie einen für euch gründen. Diese Clubs könnten dann als Street Team agieren (verteilen Flyer, Plakate, Sticker…), euch in sozialen Netzwerken pushen und irgendwann können sie Meet & Greets veranstalten oder verlosen. Bietet ihnen exklusive Inhalte (zum Beispiel Songs schon vor der offiziellen Veröffentlichtung), lasst sie Gewinnspiele durchführen und vieles mehr. Ihr könnt sie „offiziell“ gründen lassen oder ihr interagiert mit einer Person, die von sich aus einen Fanclub ins Leben gerufen hat.

GEMA + GVL

Die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ und die „Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten“ sind sogenannte Verwertungsgesellschaften. Wenn ihr Komponist oder Texter eines Songs seid, könnt ihr euch bei der Gema anmelden. Seid ihr zum Beispiel ein Sänger, könnt ihr Mitglied der GVL werden. Nun treiben die beiden Vereine Geld für euch ein, sobald euer Song irgendwo live oder vom Band abgespielt oder verkauft wird.
Von außen wirkt die Gema (die übrigens auch das Geld für die GVL einsammelt) ziemlich fies, da sie viel Geld von Veranstaltern verlangt, damit diese „überhaupt Musik abspielen dürfen“. Wie unfair! Nein, eigentlich nicht. Denn die Gema behält nur Verwaltungsgebühren für sich und zahlt den Rest an die bei ihr angemeldeten Künstler aus – die ansonsten noch weniger mit ihrer Kunst verdienen würden. Es würde sich einfach nicht mehr lohnen, Songs zu schreiben.
Von innen stößt die Gema eher deswegen auf Gegenwind, weil sie im Vergleich zur restlichen Branche verstaubt wirkt. Kompliziertes Amtsdeutsch, tausend kleine Regelungen und Prozentzahlen, ein Vorstand, der aus den ohnehin schon „mächtigsten“ Songschreibern besteht und der bittere Hauch der Bürokratie machen sie oft zu einem nötigen Übel.

HEADLINER

„Headline“ bedeutet auf Deutsch „Überschrift“. In der Musikbranche steht es für die Band, die ganz oben auf den Festivalplakaten zu sehen ist. Es ist der größte und wichtigste Act der Veranstaltung, der, mit dem Werbung gemacht wird.
Auch auf einem einzelnen Konzert kann man Headliner sein, wenn man eine oder mehrere Support-Bands oder Special Guests dabei hat (vermutlich auch Begriffe, die ich bei S erklären werde).
Headliner ist jedoch nicht gleich Headliner. Eine Gruppe, die Samstagsabend zur Primetime bei Rock am Ring spielt, hat einen anderen Status als eine Band, die zum ersten Mal auf eine Clubtour geht, zu der 400 Personen pro Abend kommen.


hessu-geht
LG, eure Foxxy

 

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