Liebe Bands, es tut mir leid (Neujahrsvorsätze)

winterzeit_rodenstein

In der letzten Woche des Jahres sollen alle Menschen rückblickend und sentimental werden – so will es das ungeschriebene Gesetz des sozialen Miteinanders 🙂
Ende Dezember überlegt jeder, was er im vergangenen Jahr gemacht und erreicht hat und nimmt sich vor, es nach dieser wohlverdienten Pause um die Feiertage herum im nächsten Jahr noch besser zu machen.

Die gängigen Sachen, die man sich vornimmt, sind natürlich eine gesündere Ernährung, mehr Bewegung, vielleicht sich endlich einen Ruck geben und diesen verhassten Job kündigen oder auf eine Reise gehen. Oder im Gegenteil, einfach mal wieder mehr sparen, sich mehr um andere kümmern. Oder bessere Noten? Weniger trinken? Was nehmt ihr euch vor?
Ich finde es übrigens nicht schlimm, wenn man nach ein paar Wochen die eigens aufgestellten strengen Regeln nicht mehr einhalten kann. Letztlich sind wir alle nur Menschen, aber wir wollen das Beste und wollen es wenigstens versucht haben.

Zitat2017

Wenn ich überlege, was ich mir für 2018 vornehmen könnte, fällt mir das ein, was mich die ganze Zeit im Hinterkopf quält. Vor einiger Zeit habe ich bei ein paar befreundeten Bands angefragt, ob ich sie nicht für ein E-Book interviewen könnte. Zu ganz besonderen Themen, die sich mit ihrem Image und Charakter, ihren Eigenheiten beschäftigen, nicht nur der Musik. Damit wollte ich einen Querschnitt durch die Szene zeichnen.
Eine gute Idee eigentlich und die meisten Kontaktierten waren gleich bereit, Rede und Antwort zu stehen. Aber jetzt stelle ich fest, dass es dazu so bald nicht kommen wird. Denn Skype-Interviews und per Telefon und E-Mail sind immer nur bedingt interessant. Für ein erzählendes Buch mit persönlichen Eindrücken muss man sich irgendwo begegnen. Aber dafür muss ich mich auf den Weg in weit entfernte Städte machen und irgendwie Zeit finden, mit denjenigen zu reden, die ich dazu eingeladen habe. Und dann merke ich, dass ich dafür gar nicht die Zeit und das Geld habe. Stuttgart zum Beispiel, das ist nicht weit weg, klar. Aber wenn man die wirklich hinwill und sich Zeit nehmen will, ist ein halber Tag weg. Fahre ich zu einem Konzert oder Festival, dann will ich es auch mal einfach nur auf mich einwirken lassen, ohne einen Interviewtermin. Und am Ende sind eh alle betrunken und man bekommt nicht das, was man bräuchte. Also extra nur für eine Stunde quatschen und ein Buch, das wohl nie etwas abwerfen wird, die vorlesungsfreien Tage opfern?

Das mit diesen Buch-Interviews ist nur ein Beispiel. Ein anderes ist die italienische Band Superhorror, denen ich liebend gerne helfen würde, ein paar Auftritte und Kooperationen in Deutschland zu bekommen. Auch hier habe ich diverse Anfragen gestellt und vielleicht wird was draus. Aber dann läuft man allem hinterher, müsste sich eingentlich mal persönlich darüber unterhalten, sollte bei mindestens einer der entstehenden Shows auch dabei sein, kein anderer hat freie Abende dafür – und so geht es weiter.

business_cc

Wann immer ich ein Interview mit einem Musiker mache, eine Kooperation oder sonstige Aktion, die mit dem Blog oder ähnlichem zu tun hat, fühle ich mich schuldig, wenn ich es nicht schaffe, diese Band auch live zu unterstützen. Ob ich all ihre Songs auswendig kenne, ihre Alben und Merch habe, sie mit ein paar Posts pushe, es ist egal – sobald du weißt, dass man auch kleine Acts supporten sollte, indem man sie sich aus nächster Nähe anschaut und die dich auch noch einladen, fühlt es sich immer wie eine Schande an, wenn man absagen muss. Wegen des Jobs, wegen des Studiums, weil man auch noch eine Familie und Freunde hat, die nichts mit Heavy Metal am Hut haben. Und weil Foxxy einen Freund hat, der sowieso schon viel zu weit entfernt wohnt und den sie viel zu selten sieht. Alles geht nicht.

Zum Jahresende also ganz offiziell: Es tut mir leid.
Es tut mir leid, dass ich nicht in alle so viel Zeit und Fahrkarten und Energie investieren kann, wie ich gerne würde und wie es die Musiker auch eigentlich verdient hätten.
Mein Vorsatz ist jetzt aber nicht, von nun an überall dabei zu sein. Das würde mich kaputt machen. Mein Vorsatz ist, mich dabei nicht mehr schlecht zu fühlen; in der Hoffnung, ihr versteht es. Und dass ich nicht mehr verspreche, als ich einhalten kann.
Es geht weiter mit Foxxys Blog, aber bedachter und ausgewählter. Weniger Aktionen auf einmal, dafür wenn dann richtig. Newcomer-Bands werden weiterhin vorkommen. Doch ohne Budget und ohne große Reichweite kann ich eh nur begrenzt helfen und ich möchte auch wieder mehr über die großen, legendären Acts schreiben. Ich hoffe, ihr verzeiht mir.

Was aus dem Buch wird? Keine Ahnung ^^ An sich mag ich die Idee immer noch. Nur muss es einfach passen und sich ergeben. Die Situationen müssen passend sein, persönlich und stressfrei. Vielleicht wird es auch nichts. Dann ist das halt so, muss man mit klar kommen.
Ich freue mich auch weiterhin tierisch über Einladungen zu Konzerten. Danke, danke, danke!!! Es ist so viel wert, wenn man von den Künstlern, mit denen man etwas zusammen machen möchte, auch geschätzt wird und sie einen sehen wollen. Nur naja, noch bin ich nur eine kleine Studentin, die ihr Studium gerne bald abschließen würde. Sie hat schon das unfassbar luxeriöse Glück, ein Auto zu besitzen (danke Mami und Papi <3). Das hat aber schon viele Kilometer drauf und inzwischen ein paar Macken. Also will ich es auch nicht überstrapazieren…

guten_rutsch_2018

Ich hoffe, ihr verzeiht mir. Denke aber schon, denn irgendwie sitzen wir jungen Leute da doch alle in einem Boot 😉 Blödes immer schneller-und-voller-gepackt-werdendes Leben xD

Für 2018 habe ich natürlich trotzdem einiges geplant. Es wird die ein oder andere Überraschung geben. Kooperationen im Bereich Mode und Festival stehen an. Der Golden Fox Award geht ins Finale. Es gibt mehr Business-Tipps, damit ihr auch was davon habt, dass ich ins verflixte letzte Semester komme.
Haltet bitte solange für mich die Fuchsohren steif und versorgt uns alle weiterhin mit guter Musik und noch geileren Partys. Kann das Rodeo in Leipzig schon kaum erwarten. Und ja, es wird ein Special dazu geben 🙂 Ein paar Dinge kann ich also doch noch versprechen.

Guten Rutsch euch allen! Keep your horns up! \m/
Eure Foxxy

2 Kommentare zu „Liebe Bands, es tut mir leid (Neujahrsvorsätze)

  1. Das mit dem schlecht Fühlen kenne ich allzu gut. Man hat sich den Gästelistenplatz erarbeitet und stellt fest, dass man gar nicht (mehr) kann. Man wird eingeladen und muss absagen. Das tut mir auch immer mega mega mega Leid.
    Aber wir sind auch nur Menschen und alles ist leider nicht möglich. Ich versteh dich, lass die Fuchsohren nicht hängen!
    Ich bin gespannt, was du 2018 an neue. Überraschungen raushaust.

    Guten Rutsch ins neue Jahr, liebe Foxxy 🦊

    Gefällt 1 Person

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