Foxxy = Hauptberufliche Eventgängerin?

Heute wird es persönlich.
Ich war mir ewig nicht sicher, wie und ob ich so einen Text schreiben soll. Aber da ich gerade sowieso in einer großen, verrückten Umbruchszeit bin, passt das ganz gut 🙂
Vor ein paar Tagen habe ich etwas auf Facebook gepostet, das in eine ähnliche Richtung ging. In so einem kurzen Text kann man aber natürlich nicht alles sagen, was einem auf dem Herzen brennt und was dann tagein, tagaus im Hirn herum spukt. Ihr kennt das sicherlich ^^

In der letzten Zeit hat es sich immer mal wieder in komischen, emotionalen, teils schroffen, abweisenden oder gar verwirrten Antworten offenbart. Das Chaos und die Unsicherheit. Da waren Momente, in denen ich gar nicht so richtig wusste, wie ich auf Nachrichten, die mir geschickt wurden (z.B. Fragen, Kooperationen, Vorschläge), antworten sollte. Was ich dann geschrieben habe, war oft nicht das, was ich eigentlich sagen wollte oder sollte. Das tut mir aufrichtig leid ❤ Es ist das, was dabei herauskommt, wenn man sich irgendwie verzettelt hat, aber nicht genau weiß, wie. Heute versuche ich, es zu erklären…

byh18_graffiti


Ich schreibe diesen Blog nun seit einiger Zeit. Er war immer nebenbei, als Hobby, gedacht. Klar, mit einem gewissen Ehrgeiz was Cooles zu machen zwar schon, aber letztlich doch nur eine Freizeitbeschäftigung am Abend. Ich habe viel dadurch gelernt, über Marketing, Blogger, Social Media und Co. generell. Und ich habe viele Kontakte zu Musikern, Musikfans und anderen tollen Leuten aufgebaut. Das war auch immer der Gedanke dahinter: Projekte kennenlernen, Künstler vorstellen, Quatsch machen… so was halt.

Was mir bei den Webzines immer gefehlt hat – dass die meisten Bands überhaupt mal darauf reagieren, dass du ein Album- oder Livereview über sie verfasst hast – wurde jetzt irgendwann zum Problem. Oder anders gesagt: zu einer Aufgabe, die ich nicht bewältigen kann.

Ich kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen 😦

Das Hauptproblem kurz gefasst: Denkt nicht, ich könnte über jeden was posten und zu jeder Show kommen.
Meine Entschuldigung: Es tut mir leid, dass ich das mal selbst dachte und es andere auch habe glauben lassen.

„Komm nach Wacken!“ – „Sehen wir uns auf dem Sommerbreeze?“ – „Du bist zu unserer Releaseparty eingeladen.“ – „Kannst du uns da backstage filmen?“ – …

So geil ich das auch finde, dass jemand mich gerne dabei hätte, sich einen Bericht wünscht oder sonstiges – so furchtbar leid tut es mir dann immer für uns beide. Für den anderen, weil ich ihm absagen muss, obwohl er (oder sie) auch was für mich getan hat oder sich einfach nur freuen würde. Für mich selbst, weil ich ja oft in der Theorie sooo gerne würde, aber an der Realität scheitere.

Das ist die Realität:

Dieser Blog ist nicht meine Hauptbeschäftigung

Ganz im Gegenteil. Er sollte, wenn ich vernünftig wäre, sogar erst nach dem Studium und der Arbeit, nach meinem Freund, Freunden und Familie kommen. Manchmal schiebe ich ihn vor, weil wirklich was Cooles ansteht. Aber immer wieder haben andere Sachen darunter gelitten. Stress, schlechtere Noten, Müdigkeit und sich verlaufende Kontakte sind die Folge. Und dazu ständig das schlechte Gewissen, weil irgendjemand immer zu kurz kommt.


dream_it

Ist es bei so einem Blog nicht meine Aufgabe, den Underground zu unterstützen und auch mal kleinere Shows zu besuchen? Ja, vielleicht, könnte man so sagen. Zumindest versuche ich das immer mal wieder, kleinen, neuen Acts immerhin eine ebenfalls kleine Bühne zu geben, die aber genau von den richtigen Interessenten besucht wird.

Die zweite Realität ist aber die: Ich mache mit dem ganzen Spaß enorme Verluste.
Ich zahle dafür, bares Geld, dass ich über Bands, Festivals, Designer und Co. berichten kann.
Die Homepage an sich mit Domain und WordPress Account kostet zwar nicht viel aber ein bisschen was. Die Technik kostet schon mehr, zum Beispiel Fotokamera, GoPro, Diktiergerät, der ganze Speicherplatz. Dann jede Reise, jede Unterkunft, jedes Getränk. Selbst wenn ich auf der Gästeliste stehen kann, bleibt so was wie Sprit oder Bus/Bahnticket ja nicht aus. Selbst ein Campingticket kostet Geld, jegliche Ausrüstung und Verpflegung. Und verdienen tu ich daran kein bisschen was.
Im Gegenteil. Meine bezahlten Nebenjobs leiden darunter.
Um effektiv etwas mit Werbung zu verdienen, müsste es eine riesengroße Clickbait-Seite sein. Und für Kooperationen Geld zu verlangen, traue ich mich noch immer nicht. Weil die Erwartungen dadurch natürlich nochmal steigen und weil Blogger wie normale Journalisten wahrgenommen werden. Deren Artikel kosten ja auch nix… bla bla.
Ja gut, dann kostet der Zugriff auf die Seite jetzt halt was und es erscheinen immer sieben Pop Ups mit Beautywerbung. Auch gut 😛
Dass ich zu einem großen Teil noch auf Kosten meiner Eltern lebe, macht die Sache nicht besser. Gewissen gegenüber Szeneleuten beruhigt = schlechteres gegenüber Mami und Papi. Supi gemacht.

Mal abgesehen von dem finanziellen Kram kommen Zeit & Energie dazu. Ich möchte wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Auch mal länger als 3 Tage bei meinem Freund bleiben. Und alte Freundschaften wieder aufleben lassen sowie den neueren gerecht werden. Da bin ich immer wieder am strugglen. Das heißt, die Wochenenden sind leider auch fast alle ausgebucht. So witzig M’era Luna, Nord oder RaR auch wären…

„Foxxy“ ist nur ein Teil von „Sarah“

Wer nur die Seite kennt, weiß das nicht. Aber die ständig auf Metal Events herum hüpfende Füchsin ist nur ein Teil von meinem Leben. Ich habe so viele andere Interessen, die ich leider gar nicht auf dem Blog zeigen kann. Weil wäre ja nicht zielgruppenkonform. Vielleicht überlege ich mir dafür noch was. Vielleicht auch nicht.

hollywood

Was also nun?
Auf alle Fälle muss ich mir gut überlegen, was ich überhaupt mit diesem Spaß hier erreichen möchte. Schon ab jetzt werde ich mehr Absagen erteilen müssen. Also dass ich nicht mehr von jeder Newcomerband und jedem sonstigen kleinen Projekt etwas posten kann. Das wird hart weil ich es hasse, andere abzulehnen, aber muss leider sein. Weniger gespamme, weniger auf Klicks achten. Lieber ausgewählte und gute Beiträge. Die ich mir selbst aussuche!
Ihr könnt mich trotzdem noch anschreiben, weil ich ja auch nicht alles kenne oder finde. Aber wenn ich euch dann mit einer Absage antworte, hoffe ich, dass ihr Verständnis habt und nicht denkt, ich sei hochnäsig oder so.
Ich möchte keine kostenlose Werbeplattform sein. Andererseits trau ich mich manchmal auch nicht, andere „große“ Leute anzuschreiben. Weil da bin dann ja ich die zehnte Anfrage des Tages, auf die man eigentlich keine Lust hat ^^ Ihr seht, eine Zwickmühle.

Über Events aus der Szene zu berichten, auch Privates, ist natürlich einfach und oft lustig. Aber wollt ihr das überhaupt? Seid ihr dann noch bereit, mir Dinge zu erzählen? Oder habt ihr Angst, dass alles gnadenlos veröffentlicht wird? 😛 Ist ziemlich schwer einzuschätzen so was.
Und wenn man dann unter Freunden „kooperiert“: Stärkt so etwas die Freundschaft oder schwächt es sie? Weil man seinen Kontakt „versachlicht“, in gewisser Weise kommerzialisiert, auch wenn kein Geld fließt. Weil einiges schief gehen kann. Habt ihr da schon viele Erfahrungen gemacht? Dann erzählt mir davon! Habe bisher gemischte Erfahrungen gemacht was das angeht.

Jetzt bin ich fertig mit meinem Philosophieren. Ich hoffe, es ist verständlich geworden, wo es kneift und dass ihr es akzeptieren könnt.
Trotz alledem liebe ich die Musik natürlich nach wie vor 😀 Ich liebe die Festivals und Konzerte, die Leute vor, auf und hinter der Bühne, die Stimmung, alles! Also keine Sorge, ich denke nicht, dass ich die Seite je komplett aufgeben werde. Nur… sagen wir realistischer betrachten.

Das war’s von mir für heute.

Liebste Grüße
Foxxy >^.^<

atlantic


PS: Wer meinen Facebook-Post gelesen hat, weiß das schon: Bitte nichts in der Art von „Bleib locker“, „kein Stress“ oder „Chill mal“ antworten!! Ich reagiere allergisch und im wahrsten Sinne fuchsteufelswild auf diese Worte. Fragt mich nicht warum. Das ist wie wenn andere ausrasten, weil jemand mit Nägeln über eine Tafel kratzt – oder mit offenem Mund isst und schmatzt – oder auf eine Vogelspinne trifft xD Ich HASSE sie und bitte euch, sie nicht zu sagen. Danke 😉

6 Kommentare zu „Foxxy = Hauptberufliche Eventgängerin?

  1. Zu Festivals etc. kann ich nichts sagen, aber zu Kooperationen mit Freunden habe ich Input. Auf meiner Autorinnenseite veröffentliche ich gelegentlich Buchvorstellungen und Interviews mit befreundeten AutorInnen. Nur so aus Vergnügen. Bislang hat sich da noch keineR beschwert. Aber ich kommuniziere vorher auch immer ganz klar, was zu erwarten ist – ob ich mit viel Publikum rechne, ob es Verkaufslinks im Beitrag geben kann/soll, wieviel Arbeit ich von den anderen erwarte (Bilder bereitstellen etc.) und was ich selbst leisten kann oder will. Vielleicht hatte ich bislang großes Glück mit „meinem Team“, aber mein Eindruck ist, dass bei ausreichend Transparenz sich die Beschwerden und negativen Effekte in Grenzen halten.

    (Allerdings habe ich auch einen Eimer voll Regeln für meine eigenen Beiträge. Beispielsweise, dass ich als Autorin nie etwas Negatives über andere Bücher und/oder Autoren sage – mit Ausnahme von 50SoG, das ist eine Mission. ^^ )

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  2. Ich kann deine Entscheidung absolut und vollkommen nachvollziehen. Manchmal rutschen die „Hobbies“ dann doch zu sehr in den Vordergrund, was so nie der Plan war.
    Und wenn die Leute negativ auf eine Absage reagieren, dann ist das eben so. Manche bringen mehr Verständnis auf, andere eben gar nicht.
    So ist das eben..

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  3. Das ist genau der Grund, warum mein Blog seit langem brach liegt. Der Tag hat nunmal nur 24 Stunden, das kann man drehen und wenden, wie man will. Mach die Sachen, die dir Spaß machen und fertig. Und wenn du auf einem Festival einfach nur feierst und hinterher eben keinen Bericht tippst, ist das auch in Ordnung. Ich mag übrigens genau die Dinge, die du ansprichst, am liebsten lesen. Festival- oder Konzert-Kram mit persönlicher Note. Das ist ein bisschen so, als wäre man selbst dort gewesen. 😂

    Zu Kooperationen mit Freunden: Ich mache das auch. Manchmal ist es super, manchmal geht es in die Hose. Ist einfach so. Wenn die Freundschaft nach einem Flopp in Schieflage gerät, dann liegt das Problem aber eher an der Freundschaft. 😉

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