Queer, a star, whatever you are…

16.09.2016_Daniel_Küblböcks_Best-Of-Konzert_im_Theatrallala_Frankfurt_a.M._2

Dies ist ein spontaner Beitrag, passt mal wieder nicht zum Blog und ich hab noch keine Ahnung, was ich alles sagen möchte. Doch mich lässt das schon den ganzen Tag nicht los und jetzt die Meldung, dass die Suche nach Sänger und Schauspieler Daniel Küblböck eingestellt wurde…
Ich weiß nicht, wie solche Sachen geregelt sind, doch ich glaube, damit wurde er offiziell für tot erklärt – denn nachts im offenen Ozean bei diesen Temperaturen – das überlebt man nicht.

Es ist komisch. Als in den vergangenen Monaten Chester Bennington und Avicii durch Freitod von uns gegangen sind, war das für „unsere Generation an Musikfans“ auch ein herber Schlag. Ob Trauer echt oder gespielt ist, ob man durch solche Fälle erst zum Nachdenken kommt… in ihren beiden Fällen gehen zwei großartige Künstler verloren, die tolle Musik gemacht haben. Welcher man übrigens schon angemerkt haben könnte, was sie im Inneren fühlen…
Dass ich je Fan von Daniel war oder dass er gar „hochwertige Musik“ gemacht hat, werde ich sicher nicht behaupten 😀 Das wäre auch irgendwie nicht fair. Aber er war eben ein schräger Vogel, ein Entertainer, und ich denke auch, allein schon dadurch, ein toller Schauspieler. Nur wer echte intensive Emotionen fühlt kann sie auch mit derselben Leidenschaft spielen.

daniel-kueblboeck-original

Was ich über den Fall und die letzten Jahre von Daniels Karriere weiß, stammt großteils von gestrigen und heutigen Meldungen. Trotzdem hat es mich irgendwie gepackt. Und zwar wirklich innerlich. Da waren die Mobbingvorwürfe, die er seinen Kollegen aus der Schauspielschule gemacht hat. Das kann ich mir leider sehr gut vorstellen. Gerade wenn der Konkurrenzkampf hoch ist, werden die, die „anders“ und verletzlich sind, die nicht aggressiv werden und sich wehren, zu Opfern. Als jemand, der selbst ein paar Mobbingfälle mitbekommen hat, fühlt sich das echt unwohl an.

Und dann der mysteriöse Instagram Account, den Daniel – oder soll ich sagen Rosa? – erst vor kurzem angelegt hat. Unter dem Namen Rosa Luxemburg (eine historische Symbolfigur für den Kampf um Gleichberechtigung aller Menschen) postete Küblböck kryptische Bilder und Beschreibungen. Auffällig ist die Verwendung der Hashtags #transexuelle und #transformation. Daniel, der schon immer bunt und androgyn gekleidet war, in Frauenkleidung. Wollte er sich gerade einer geschlechtsumwandelden OP unterziehen, um endlich „sie selbst“ sein zu können? Wenn ja, warum ist er vorher im eiskalten Ozean über Bord gesprungen? Man sollte meinen, im Jahr 2018 ist Trans-Sein nichts Schlimmes mehr. Leider lehrt uns die Realität wieder mal das Gegenteil…

Ich weiß nicht, warum er es genau getan hat. Welche Faktoren alle reingespielt haben. Ich weiß nur, dass ich mich in letzter Zeit selbst mehr mit der Psyche von Musikern und Künstlern allgemein befasst habe als noch vor ein paar Jahren. Und irgendwie hatte ich bei den Newsmeldungen das Gefühl, dass ein kleines Stückchen Kindheit stirbt.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als DSDS DAS Ding bei den Kids war. In der Schule hat jeder drüber geredet. Daniel war da selbst noch sehr jung und unbekannt. Für mich wirkt er jetzt sehr nahbar am eigenen Leben dran. Was bei Chester oder Avicii nicht der Fall war. Da war die Distanz, der Star-Ruhm zu groß als dass man wirklich das Gefühl hätte, jemand zu verlieren, den man kennt. Mit Daniel, wenn es denn nun final so ist, stirbt ein Stückchen Unbekümmertheit und wenn es wirklich an seiner Identität, Individualität und daraus resultierendem Mobbing lag – dann kann ich mir nur an den Kopf greifen.

Wie verbohrt sind wir Menschen eigentlich, dass wir anderen das Leben schwer machen, nur weil sie nicht in unsere idealen Muster passen?!?! WTF Leute!!

Rest in Peace Daniel.
Nein.
Rest in Peace Rosa.
Wenn das dein wahres Ich war, dann soll es jetzt auch anerkannt werden.

Denkt darüber nach, wenn ihr morgen wieder jemandem einen „war doch nur ein Witz, jetzt hab dich nicht so“ an den Kopf werft…


Video zum Thema Club 27 und Suizid

Blogbeitrag über die Psyche aufstrebender Künstler

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