cat

Der Januar ist schon übel.

Er ist nass und kalt und dunkel, ohne besondere Events und dadurch so unmotivierend.
Deswegen sitze ich auch erst jetzt am Laptop und versuche, die Erlebnisse vom letzten Wochenende nieder zu schreiben.
Hat euch der Januar-Blues auch erwischt?
Wie schön, dass Ausflüge wie dieser eine nette Abwechslung an diesen ewig verregneten Tagen bieten.

london airport frankfurt
holiday vibes..

Am Donnerstag musste schon alles gepackt sein und leider konnte ich diesmal nach der Chorprobe nicht noch runter in unseren Partyraum zum Feiern. Das wurde in den letzten Wochen und Monaten eine kleine Tradition. Stattdessen rief das Bett. Denn ich musste um sieben Uhr morgens einen Flug erwischen. In Frankfurt!
Um 4 klingelte der Wecker (vorher kaum eingeschlafen weil völlig aus dem Rhythmus raus), um 4:20 stand mein Papa mit dem Auto vor der Tür. 50 Minuten Fahrt. Zum Glück kein Problem wegen dem Schnee. Im Auto ist es schön warm. Ich bin müde, glücklich, dass es gleich los geht und gleichzeitig ganz ruhig. Die ganze Aktion erinnert mich an gaaanz früher. An Tage, an denen wir um solche Zeiten aus dem Kinderzimmer getragen und ins Auto gesetzt wurden, weil es gleich an den Strand ging. In den letzten Jahren gab es solche Momente nur selten.

london hostel courtroom 2
quotes on the walls, disco in the sky

In London treffen sich (fast) alle am Flughafen Stansted. Ryanair fliegt nicht nach Heathrow und wir müssen/wollen/sollten alle etwas sparen. Der erste Flieger kommt aus Köln mit Shay und David im Gepäck, der zweite ist meiner und dann kommen, mit einer Stunde Verspätung, noch Mara und Jocke aus Kopenhagen. Amara war schon am Tag vorher da und hat sich alleine einen schönen Tag voller Museen und Tee gemacht. Das ist unsere illustre kleine Reisegruppe, die sich, ebenfalls aus Gründen der Sparsamkeit, zu sechst ein Zimmer in einem Hostel teilt. (Zum Glück war es eigentlich ein 8-Bett-Zimmer, sonst hätten wir gar keinen Platz gehabt^^)

Doch so viel Zeit im Hostel möchte eh keiner verbringen. Nur zum Schlafen. Bei der Ankunft müssen wir trotzdem noch etwas im überhitzten Gemeinschaftsraum warten bis das Zimmer sauber ist. Der Raum war früher mal ein Gerichtssaal. Die Schilder hängen immer noch an den Wänden. Und es gibt einen Fernseher, der permanent läuft und eine Leinwand, auf der wir das Programm wählen durften. Mara wählte Hello Kitty. Sagen wir mal so: Die Teletubbies bekommen Konkurrenz xD Aber lustig war’s allemal.

london hostel fridge
(Kühlschrank)Not macht erfinderisch… Fensterbank tut’s auch.
london brillen
Fragt nicht, warum ich genau diese Brillen fotografiert habe… really, just don’t.

Bisschen was zu Essen und zu Trinken einkaufen, Zimmer beziehen und los geht’s nach Camden Town. Dort kann man eigentlich ganz gut Dinge aus der Kategorie „Alternative Fashion“ shoppen. Eigentlich. Die Sache hat aber zwei Haken. Erstens: Die wirklich guten, schönen Dinge sind seeehr teuer und die Verkäufer sind nervige, waschechte Händler. Zweitens: Das Sortiment wiederholt sich. Im ersten Laden wurden noch alle fündig und waren glücklich – danach war die Hauptbeschäftigung, sich nicht als Gruppe in dem Gewimmel zu verlieren. Neben Ledermänteln, Plateauschuhen und Nietenketten gibt es aber auch schöne handgemachte Sachen und lustige Geschenke im Camden Market zu finden. Und exotische Food Stände. Alle satt, alle glücklich.

london heat
Erik ❤
london skid row
ZP Theart und Dave „Snake“ Sabo

Der Samstag stand im Zeichen des Skid Row Konzerts im O2 Forum Kentish Town. Wegen dem Konzert waren wir überhaupt auf die Idee gekommen, an so einem Winterwochenende Urlaub zu machen. Vor Skid Row, den Szenehelden aus den USA, die seit 2016 schon wieder einen neuen Sänger haben, spielten die Backyard Babies, H.E.A.T., Vega und die kleinere Band KilliT. Die Show begann schon um 17 Uhr.  Bevor es los ging, teilten wir uns nach Interessen auf. Zwei gingen erst mal schön frühstücken und besuchten später den Harry Potter Shop am Gleis 9 3/4 am King’s Cross Bahnhof. Zwei wanderten durch die halbe Weltgeschichte, um sich einen historischen Friedhof anzusehen. Und zwei gingen erst zu besagter Harry Potter Pilgerstelle um anschließend noch einen Milkshake vom Abfahrort des Hogwarts Express‘ mitzunehmen, die Umgebung zu erkunden und schließlich in dem coolen Gerichtssaal des Hostels zu tratschen. Ich sag nicht, wer war gemacht hat. Find ich lustig so ^^

team toastbrot
Team Toastbrot featuring Davids Fuß
zauberstäbe
*__*

Das O2 Forum ist eine ziemlich coole Location. Ich schätze, dass ca. 2.000 Besucher darin Platz finden. Aber im Schätzen bin ich schlecht. Es war auf alle Fälle gut besucht und das schon von Anfang an. Da es in London frühe Sperrzeiten gibt, fangen die Engländer früh an zu feiern und auch zu trinken. Da aber sowohl im Hostel als auch auf den Straßen Alkoholverbot herrscht, waren wir stocknüchtern als wir ankamen und auch im Laufe des Abends blieb es recht gesittet. Die Preise sind nicht ohne (wenn auch nicht so extrem teuer), wir wollten die Bands sehen, die meisten waren am kränkeln und auch der nächste Tag sollte noch genutzt werden können. Von geistigen Totalausfällen kann ich euch also nicht berichten.

Vega waren besser als von einem „eigentlich Opener“ erwartet. H.E.A.T. war unser kleines Fangirl-Highlight. Da musste Team Toastbrot leider so weit nach vorne wie möglich. Dieser Erik hat ja eine Energie, das ist unglaublich. Und ich glaube auch, er hat ein Verhältnis mit seinem Gitarristen Dave xD So oft wie er den anzüglich angetanzt hat… Er lief außerdem in die Menge rein, filmte mit dem Handy eines Fans und mit seinem eigenen, machte Purzelbäume und schlug ein Rad, zog sich fast ganz aus und schaute zwischen Daves Beinen durch… eine unterhaltsame Show war das.

london girls

london show

Bei den Backyard Babies zog sich unsere Gruppe etwas zurück. Die konnten die Stimmung, die H.E.A.T. veranstaltet hatte, nämlich nicht aufrecht halten. Das Line-up hätte anders herum aufgestellt werden müssen. Einzig bei ihrem Hit „13 or nothing“ konnten wir nicht anders, als mitzusingen und zu tanzen.

Auf Skid Row hatten alle gewartet und mein erster Eindruck war: Dass ZP Theart nicht von Anfang an dabei gewesen war, merkt man ihm und der Band kaum an. Der Mann mit der überdimensionalen Totenkopf-Gürtelschnalle passt gut zu Snake, Rachel und Co. Gleich zu Beginn duschte er das halbe Publikum mit zwei Wasserflaschen. Hier fängt die Stimmung bei „18 And Life“ an zu brodeln. Irgendjemand hebt Crowdsurfing aufs nächste Level und fliegt regelrecht über die Leute. Dann ist die Bühne kurz dunkel und alle gehen runter. Stromausfall? 😀 Soll schon nach einer Zugabe gebeten werden? Keine Ahnung, es geht kurz danach weiter als sei nichts gewesen. Skid Row spielen alle ihre Hits und auch unbekanntere Songs. Bei den meisten bilden sich große, wilde Circle Pits. Bei „I Remember You“ wird es auch kurz romantisch. Als die Band fertig ist und von allen zurecht bejubelt wird, geht sofort das Licht an, die Musik aus, die Theken schließen und alle gehen zur Garderobe oder direkt raus. Gehe nicht über Los, ziehe keine 200 Pfund ein. Alle weg hier, wir schließen.

london erik

Also geht’s raus auf die Straße und in einer kleinen Wanderung zu einem Club namens Nambucca, wo eine inoffizielle After Show Party stattfinden soll. Auf dem Weg dorthin sehen wir einen Fuchs durch die Straßen rennen. Es soll nicht der einzige bleiben.
Auch das Nambucca schließt um 2 Uhr. Bis dahin können wir aber noch eine Coverband genießen, ein paar Drinks trinken, endlich mal sitzen und zusehen, wie H.E.A.T. einfach in den Laden spazieren und natürlich gleich von ein paar Fans angesprochen werden. Auch ich mache am Ende ein Foto mit Erik, doch die Aufregung hält sich in Grenzen. Sind eben doch nur normale Menschen. Das wissen hier zum Glück alle.

london knubbel
Das ist Knubbel. Knubbel war ganz alleine im Bus.

Auf dem Rückweg fahren wir mit einem der berühmten roten Doppeldeckerbusse, sehen noch zwei Füchse, adoptieren den armen obdachlosen Drachen Knubbel und streicheln Laternen, weil die Masten sich so toll anfühlen. Wie zu Stein gewordene Lava. Muss lustig ausgesehen haben…
Was gibt’s sonst vom Konzert? Nun, am Anfang standen ganze vier Schlagzeuge auf der Bühne, ich traf überraschend auf ein Mitglied von Superhorror und man kann auch in England gut Döner essen gehen.

Am Sonntag kann ein Teil lang schlafen, der andere muss aufstehen und zum Flughafen. Mara und Jocke sind weg, nun sind wir nur noch zu viert. Kultur steht auf dem Programm, wieder aufgeteilt. Es wird nochmal chaotisch und ich gebe das jetzt nicht so wider, wie es gelaufen ist x’D … aber ich konnte mir einen kleinen Traum erfüllen: Ein Theaterstück im Globe Theatre an der Themse zu sehen. Gut, nicht im „echten“ Globe, nur in einem kleinen Nebenbau. Doch das offene Gebäude macht leider eine Winterpause. Aber ich würde sagen, das zählt und so sind wir immerhin nicht erfroren 😛

london bridge
#touristlife

Zum Abschluss ein paar nachdenkliche Worte: Ich hab ehrlich gesagt ewig überlegt, ob ich den Bericht auf Deutsch oder Englisch schreiben soll. Immerhin gibt es ein Phänomen, dass man besonders gerne Reise- oder auch Konzertberichte über Orte und Events liest, bei denen man selbst dabei war. Die man kennt. Vielleicht weil man es dann noch einmal Revue passieren lassen kann. Oder weil es spannend ist, das Erlebte aus der Sicht jemand anderes zu lesen. Womöglich auch, weil man sich der berichtenden Person dadurch verbunden fühlt, dass man eben am selben Ort war. Jetzt geht der Bericht an all den britischen und internationalen Besucher vorbei, die an dem Skid Row Konzert teilgenommen haben. Wenn ich aber einmal damit anfange, müssten bald fast alle Texte auf Englisch sein. Also wird diesmal kaum jemand aus den eben genannten Gründen den Artikel lesen, dafür kann ich nur jedem von euch empfehlen: fahrt doch mal ein Wochenende nach London! 😉

london kings cross
King’s Cross Station

london snapchat

globe theatre
Globe Nebenhaus von innen

london gruppe

london nambucca

london amara

nambucca london mara
the fight of the leopards

harry potter shop

london house

bookshop-london.jpg

london crowd

camden market
Camden Market Hall

 

 

 

Ein Kommentar zu „Youth Gone Wild – Trip nach London

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