„Mein Kinderzimmer war eine Backstage Party“ – ein Abend mit John Diva

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John Diva, ein Glam-Sänger, wie er im Bilderbuch steht, und seine liebenswerten Rockets of Love sind schon eine Weile auf Konzertbühnen unterwegs. Bisher waren sie aber nur für ihre unterhaltsamen Cover Rock Shows bekannt. Jetzt – am 8. Februar – haben sie ihr erstes eigenes Album mit selbst geschriebenen Songs veröffentlicht. Die Platte heißt „Mama Said Rock Is Dead“ und ist gleich in mehrere Charts eingestiegen. Mehr davon im Video-Interview.

Am Freitag stellte die Band die neuen Songs bei einer Releaseparty in Hagen vor. Gestern waren sie dann im Rex in Bensheim. Obwohl ich – mit Unterbrechungen – mein ganzes Leben zwischen Odenwald, Bergstraße und Pfalz verbracht habe, war ich noch nicht im Rex gewesen. Dabei ist es eine ziemlich coole Location. Die Show war sogar ausverkauft. Um ein Haar wären wir nicht mehr rein gekommen. Danke nochmal an Simone, dass alles noch geklappt hat! Wir haben uns sehr gefreut.

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Das Interview

Es war mein Wunsch, die Jungs möglichst kurz vor der Show zu interviewen. Denn dann sind Soundcheck, Abendessen, Make-up und so weiter erledigt und die Stimmung steigt. Dass es dann so abrupt enden musste, weil wir doch etwas überzogen hatten, ist schade. Doch das ist nunmal Rock’n’Roll. 😀 Es war außerdem unglaublich warm in dem Raum da hinten, und alles war voll mit interessanten Stage Outfits. John und Gitarrist Snake Rocket erzählen über die Veröffentlichung, von der Show in Hagen, von Videoproduzenten mit lustigen Namen, Party machenden Mamas, Spaghetti Western-Drehoten und vom edelsten Tier der Welt. Viel Spaß!

Die Show

Die Show war eine Mischung aus eigenen Songs und „Klassikern“. Gemeint sind damit die inoffiziellen „Top 40 of Rock Classics“… die Songs also, die alle Generationen kennen, die alle verbinden und die wunderbar sind, um zwischendrin die Stimmung anzuheizen. Die Mischung mit ihren eigenen Stücken (die vom Sound wunderbar in die Top Hits Liste rein passen) ist hoffentlich das, wofür John Diva & the Rockets of Love in Zukunft bekannt sein werden.

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Die Jungs haben eine schlaue Nische gefunden: Sie sind spaßig, mainstream und kommerziell genug, um jeden zum Rocken zu bringen; aber auch gut und authentisch genug, um von den meisten Kennern geliebt zu werden. So gemischt sah es auch im Publikum aus. Jeder, der irgendwie gerne Rock hört und ein bisschen unterhalten werden wollte, konnte sich mit Bier, Cola oder Sekt an einen der Stehtische lehnen. Zwischendrin standen Leute mit Jeansweste, Bandanas, Cowboy Boots und Co. Es herrschte eine lockere Atmosphäre. Immer mal wieder hörte man jemanden Lachen. Bei den Klassikern waren alle textsicher.

Die Band spielte, wie meistens anscheinend, ohne lokale Vorband. Feuerwerk und Cheerleader gab es bei dieser Show auch nicht. Bühne zu klein. Dafür waren die Zuschauer direkt am Geschehen. Auf der Bühne standen außer Frontsau John die Gitarristen Snake Rocket und JJ Love, Bassist Remmie Martin und Schlagzeuger Lee Stingray. Snake ist der erste Musiker, den ich mit Slytherin Backpatch auf der Bühne gesehen habe … Remmie und JJ machten auf ihrer Seite der Bühne regelmäßig irgendwelche Dance Moves und Faxen miteinander. Letzerer trug außerdem einen eindeutigen Anti-Trump-Button an seinem Gitarrengurt. Lee, der im Hintergrund auf einem durchsichtigen, gut ausgestatteten Schlagzeug herumtrommelte, saß irgendwann ohne T-Shirt da. Was hat es mit den Drummern auf sich, dass sie irgendwann immer halb nackig sein müssen? xD Beim Gitarrespielen wird es doch auch warm, oder?

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John trat mit seiner funkelnden Pailettenhose auf. Irgendwann wurde Martina, die neben mir stand und sich an dem Abend als exzellente Kamerafrau bewiesen hatte, ganz aufgeregt: Die Diva vom Dienst trat mit einer weißen „Hose“ mit Strasssteinen auf. Es war weniger eine Hose, sondern mehr über die Beine gezogene Stulpen. Vorne und hinten guckten noch goldene Pailetten heraus. Und irgendwann zog John den Reißverschluss auf der Bein-Innenseite auf und machte eine Art Hosenstriptease. Martina fand das deswegen so cool, weil sie selbst leidenschaftlich gerne ausgefallene Kleidungsstücke gestaltet. „Das muss ich mir merken!“, lachte sie. Gut, zeig uns mal deine Kreation, sobald sie fertig ist! 😉

Mir gefielen die rießigen Pfauenfedern bei der Zugabe fast noch besser. John und Snake haben Recht, es gibt kaum ein Tier, das stärker auffällt und schimmernder ist. Nicht erst das Ende, bei dem „Don’t Stop Believin“ von Journey nicht fehlen durfte, musste ich bei Johns Show an Rock of Ages und Stacee Jaxx denken. Gemischt mit Bret Micheals, Axl Rose, David Lee Roth und wie sie alle heißen. Sogar Joan Jett hatte ihre Hand, oder besser gesagt ihre Stimme im Spiel. Ich war überrascht, denn hier lagen Cover und Original vom Klang sehr nah beieinander.

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Nach der Show, bei der überzogene Gitarrensoli und „Duelle“, ein Schlagzeugsolo mit bloßen Händen und viel Tamtam nicht fehlen durften, strömte die eine Hälfte sofort nach Hause. Die andere wartete, bis die Jungs zum Merch kamen – und da war dann die Hölle los. Es herrschte mehr Gedrängel und „ich will auch ein Autogramm!“-Gehabe als auf den großen Festivals, wo viel mehr junge Leute auf viel größere Acts warten. Da merkt man wieder: Rock hält jung im Herzen. \m/

Das Fazit

John Diva und seine Jungs riskieren tatsächlich etwas, wenn sie im Jahr 2019 ein reines, waschechtes Hair Metal Album ohne die Steel Panther-Ironie herausbringen. Gleichzeitig füllen sie eine Marktlücke und zeigen, dass es noch Musiker gibt, die was drauf haben, professionell unterwegs sind und die dieses Genre in die Gegenwart mitnehmen können, ohne abgenutzt zu wirken.
So, if you (wanna) love Glam, go and watch this band!

PS: Ich sollte allen Freunden aus Hamburg und Berlin empfehlen, am 12. und 13. Februar in die Akustik Shows in den Hard Rock Cafés zu gehen. Also bitte, geht da hin! 😛

PPS: Ich würde ihnen empfehlen, die Single „Just A Night Away“ als 3. Video zu nehmen. Zwei Powersongs, eine Ballade als Auskopplung. So sagt es ein ungeschriebenes Rock-Gesetz.

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Die Musik

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