Ein Fehler, den fast alle Musiker bei ihrer Eigenwerbung machen

pexels-photo-838696

Es gibt eine Sache, die machen fast alle Bands, Musiker und sonstigen Künstler … die ihnen aber nicht das bringt, was sie sich erhoffen … und ich habe mehrere Jahre Marketing-Studium, Promo-Praktikum und Co. gebraucht, bis mir das bewusst geworden ist. xD Jetzt ist es mir bei einem Spaziergang plötzlich aufgefallen und da dachte ich, das könnte vielleicht der ein oder andere gebrauchen, der seine Musik (oder etwas anderes künstlerisches) in die Welt da draußen bringen will. Übrigens habe ich den Fehler auch oft genug selbst gemacht.

Wenn ihr im Internet irgendwas bewerben wollt, könnt ihr euch zwischen zwei Grundstrategien entscheiden: Die eine davon richtet sich an mögliche Fans/Kunden, die im Internet unterwegs sind, weil sie etwas Bestimmtes suchen und einen Nutzen für sich aus der Suche ziehen wollen. Die andere Strategie erreicht alle, die einfach ein bisschen Zeit auf dem Sofa verbringen und unterhalten werden möchten. Das sind die zwei Grundmotivationen, aus denen heraus man sein Handy, Laptop oder Tablet in die Hand nimmt. Zu diesen zwei Motivationen gibt es mehrere Studien. Könnt ihr gerne nachlesen. Oder nehmt die Abkürzung und denkt einfach mal darüber nach, was ihr selbst macht. Ihr wollt entweder Antworten auf eure Fragen oder von anderen Menschen im Netz unterhalten werden. 

pexels-photo-265672

In Facebookgruppen, in Foren, auf YouTube oder sonst wo kommt es oft vor, dass jemand etwas schreibt wie „Hey, bin übrigens Gitarrist! Hört euch mein neues Album an!!“ und dann folgt ein Link. Oder es wird eine Veranstaltung beworben mit „Kommt zu unserem Gig!“ – und das war’s. Wenn du als Urheber von solchen Sachen Glück hast, wird dein Kommentar weder gelöscht, noch gemeldet, noch mit Beleidigungen und „lass die sche*ß Werbung!!1!“ oder so beantwortet. Irgendwie will solche Sachen niemand sehen. Im Gegenteil, die meisten reagieren aggressiv darauf. 

Also musst du eine der beiden Bedürfnisse befriedigen, die Leute im Internet haben: Entweder, du bietest etwas an, was ihnen weiterhilft oder du bist eine unterhaltsame Person des öffentlichen Lebens.
Auf keinen Fall aber darfst du nur dich/dein Produkt anpreisen und sagen, wie toll es ist, ohne eines der beiden Bedürfnisse zu befriedigen. Das nervt irgendwie nur alle. 

Das heißt, du solltest nicht nur schreiben „Hört euch meine tolle Musik an!“
Wenn du auf die Problemlösungs-Strategie aufspringen willst, sag den Leuten, was es ihnen bringt, wenn sie deine Musik hören. Also sowas wie „Brauchst du noch einen Song für deine Metal-Party-Playlist? Wir hätten da was, das dir und deinen Freunden gefallen könnte.“ Oder „Mit dieser schönen Ballade lässt du jedes Herz schmelzen“ oder „Du suchst eine Veranstaltung in deiner Nähe, auf der du andere Mittelalter-Fans kennenlernen kannst? Komm am Sonntag bei uns vorbei, da gibt es auch Met! ;)“ 

pexels-photo-1684187

Wenn du in Richtung Unterhaltung gehen willst, dann sag nicht nur, DASS du jetzt mit deiner Band auf Tour gehst – denn wenn dich die Leute nicht eh schon kennen und sie nicht gezielt nach kommenden Gigs suchen, wird sie das nicht interessieren. Es gibt viele Bands da draußen, die auf Tournee gehen. 
Sorge dafür, dass es alle interessiert, indem die potentiellen Fans dich kennenlernen können. Tatsächlich wurde ich Mötley Crüe Fan als ich The Dirt gelesen habe und Kissin‘ Dynamite „Groupie“ während ich ihre alten Tour-Vlogs gesehen habe. Bei beiden Sachen hat man die Musiker wirklich persönlich kennen gelernt, mit allen abenteuerlichen Höhen und Tiefen. Man baut eine Verbindung auf und interessiert sich plötzlich für den Menschen hinter der Kunst. So werden neue Fans gewonnen, die bereit sind, Geld und Zeit aufzubringen, um euch sehen zu können. 

pexels-photo-761963

Achtung: Diese Methode ist nicht für jedermann geeignet. Man muss sich der „Risiken“ bewusst sein, wenn man sein Leben und seine Persönlichkeit nach außen trägt. Wer möchte, kann sich also auch eine Kunstpersönlichkeit geben. Ein Alter Ego erschaffen gewissermaßen. Wichtig ist, dass Emotionen und Verbundenheit bei eurem Gegenüber erzeugt werden. 

Typisch für diese zwei Gleise ist das YouTuber-Universum. Es gibt die großen Entertainer, die Millionen von Followern haben. Sie müssen gar keinen großen „Mehrwert“ leisten oder Kompetenzen besitzen – aber sie geben Einblicke in ihr Leben, erzählen von Erfahrungen, sorgen auch mal für Gossip und sind unterhaltsam. Und es gibt die Kanäle, die jeder besucht, weil er sie für das nächste Referat braucht, für die nächste Studienarbeit, den Job. Die ganzen Anleitungen, die wir Tag für Tag schauen. 

Kurz gesagt: Drück der Welt da draußen nicht deine Musik aufs Auge wie eine flackernde Leuchtwerbung. Locke sie lieber mit Versprechungen – damit, was es ihnen bringt, wenn sie sich deine Kunst anschauen – oder gebe deinen zukünftigen Fans die Erlaubnis, dich persönlich kennen zu lernen.
Oder was denkst du, warum sich Menschen Room Tours, Reality Shows, Klatschmagazine, Behind the Scenes und ähnliches anschauen 😛 

pexels-photo-164835

Quelle der Fotos: Pexels.com

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s