Las Vegas, Los Angeles, San Francisco – Reisebericht

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Nach 18 Tagen Rundreise, 4 Flügen und insgesamt 7 verschiedenen Unterkünften bin ich endlich zuhause und den Jetlag zum Glück schon nach einem Tag einigermaßen losgeworden. Die Bilder sind sortiert und einige habe ich bereits bei Facebook in einem Album hochgeladen (allerdings auf meinem privaten Profil, weswegen es nicht alle sehen können).

Ich habe nach vielen Jahren des Planens und Sparens endlich die Reise gemacht, die mich am meisten auf der Welt interessiert: Die Westküste der USA besuchen.

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In der Nähe des Hollywood Signs und des Greek Theater

Der Grund, warum es ausgerechnet jetzt war, ergibt sich aus zwei Teilen. Erstens bin ich genau seit dem 1. April keine Studentin mehr und hatte nun die Zeit dafür. Zweitens hat mein Cousin eine große Hochzeitsfeier in Mexiko veranstaltet. Eigentlich ist er mit seiner Frau schon seit September verheiratet. Doch da sie aus Mexiko stammt und viele ihrer Freunde und Verwandten für die standesamtliche Hochzeit nicht nach Deutschland kommen konnten, fand jetzt noch einmal eine symbolische Zeremonie in der Nähe von Mexico City statt. Wenn man dann schon mal über den Teich ist, lohnt es sich am ehesten, einfach dort zu bleiben und eben noch zwei Wochen Rundreise hinten dran zu hängen.

Der Bericht, den ich jetzt schreiben werde, konzentriert sich auf die Sachen, die für alle Rocker und Musikfans interessant sind. Den Rest lasse ich aus. Aber ihr könnt mich gerne direkt danach fragen 🙂

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Freddie-Gitarre am Sunset Boulevard

In Mexiko war nicht viel mit Rock’n’Roll. Es war eine ungewöhnliche Familienversammlung und eine aufwändige, tolle Feier mit viel Tanz und Tequila.
Nach 2 Tagen in Mexico City und zwei in Cuernavaca, wo die Party stattfand, ging es nach Las Vegas. Dort musste meine Mutter ob sie wollte oder nicht mit ins Hard Rock Hotel xD Hat ihr aber ganz gut gefallen da.
Ich war vor allem begeistert von den ganzen Gitarren, Schlagzeugen, Bühnenoutfits und was da sonst noch alles ausgestellt war. In dem riesigen Hotel gibt es viel mehr zu entdecken als in den Cafés. Ich habe längst nicht alles fotografiert, aber mir jeden Winkel angeschaut. Außerdem habe ich mir spontan den Spruch „Life is Beautiful“ tätowieren lassen – inspiriert von diesem Lied + Story natürlich:

Auf ein Konzert bin ich leider nicht gegangen. Für die ersten zwei Abende hatten wir schon Showtickets gekauft (ein Musical und ein interaktives Krimidinner) und der einzige, der in der Zeit da war und mich interessiert hätte, war Andy Black. Allerdings spielte er genau am Tag der Abreise und wir wollten weiter nach Los Angeles. Ein andern Mal vielleicht, wenn ich mit Leuten da sein sollte, die diese Musik genau so lieben wie ich. Aerosmith spielten noch, aber natürlich zu exorbitanten Preisen und ebenfalls am Tag der Abreise.

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Spielautomat in Vegas

Das Hard Rock Hotel ähnelt ansonsten aber den ganzen anderen Hotels in Las Vegas. Auch für mich war überraschend: Hotels und Casinos sind dieselben Gebäude.
Meist ist das Erdgeschoss voll von Einarmigen Banditen, Poker- oder Black Jack-Tischen. Außerdem befinden sich in jedem Haus diverse Restaurants, Shops und mindestens ein Raum für Shows. Die Stockwerke obendrüber sind den Gästen vorbehalten und meist nur über Fahrstuhl + Zimmerkarte erreichbar. Und sie sind riesig. Ich glaube, die können gar nicht ausgebucht sein, so viele Zimmer gibt es ^^ Die einzigen Unterschiede liegen im jeweiligen „Motto“ des Hotels. Am verrücktesten war hier das Paris. Das ist innen nämlich so gestaltet, als befinde man sich auf einer Pariser Straße. Inklusive bemaltem Himmel und Kopfsteinpflaster.

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Der wichtigste Pilgerort für Glam Metal Fans ist natürlich Los Angeles und dort der Sunset Strip. Da wollte ich auch erst mal alleine hin, weil für jeden anderen die Orte, die ich besichtigen wollte, eher unlogisch gewesen wäre. Lustig war schon mein Ankommen. Gerade kurvt man noch durch Beverly Hills … dann kommt eine Verkehrsinsel und plötzlich beginnt der Strip mit seinen Clubs, Tattoostudios, Hotels und Tankstellen. Zuerst kommt das Rainbow, dort befand sich auch gerade eine asiatische Reisegruppe samt Reiseführer, der freundlicherweise ein Foto von mir machte. Etwas später folgt das Roxy, auf der anderen Straßenseite der Viper Room und natürlich das Whisky a Go Go. Mit Heinekenwerbung behängt sieht es leider nicht ganz so cool aus wie auf alten Bildern. Aber mal da gewesen zu sein, fühlt sich besonders an. Auch hier hoffe ich, nochmal mit Freunden vorbeizukommen, die sich für einen Konzertbesuch begeistern lassen. Direkt neben dem Whisky geht die Clark Street steil bergauf. Sie ist dafür bekannt, dass Mötley Crüe dort in einer WG gewohnt haben. Sie mussten wortwörtlich nur aus ihrem Haus stolpern und standen vor (bzw. eher hinter) dem Club. Den Weg findet man noch im zugedröhntesten  Zustand und plötzlich wurde auch klar, warum so viele Konzertgänger nach den Shows zu ihnen kamen. Im Nachbarhaus waren sogar Zimmer zu vermieten. Ich frage mich nur, wer im Apartment von damals wohnt, und ob derjenige weiß, warum immer mal wieder verrückte Rocker vor der Tür stehen.

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Los Angeles ist von allen Städten die „Schönste“. Finde ich zumindest. Überall stehen Palmen, die Leute sind viel draußen unterwegs, es gibt viele Villen und grüne Wiesen, die Hügel am Rand der Stadt und es ist nicht alles so überladen wie in Vegas. Nach dem Besuch der Clubs war ich noch in einem Buchladen, der sehr viele Bücher über Musiker, Filmstars und Mode verkauft, passend zur Location, sowie im Guitar Center. Davor befindet sich der Rock Walk. Statt Sterne hinterlassen bekannte Rockmusiker hier ihre Handabdrücke. Ich spiele zwar selbst kein Instrument, fand das Sortiment aber trotzdem faszinierend und besorgte ein Geschenk für meine Gitarre spielende Mitbewohnerin Julia.

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Beim richtigen Walk of Fame gibt es natürlich auch viele Sterne für Musiker. Doch die Suche ist mühsam. Der Walk erstreckt sich über viele, viele Häuserblöcke, geht auch mal in die Nebenstraßen rein, verläuft auf beiden Straßenseiten des Hollywood Boulevards und es gibt so viele Sterne mit Namen, die man nie gehört hat, dass man echt gut aufpassen muss, um keinen zu übersehen. In der Mitte waren außerdem so viele Menschen, dass man manche Namen gar nicht lesen konnte. Was mich hier wundert: Warum sind die Buchstaben von Aerosmith so viel abgenutzter als die der anderen Sterne. Weiß hier jemand Antworten?

Was noch für den allgemeinen Rocker von heute wichtig sein könnte: In Los Angeles kann man super Konzertklamotten kaufen gehen. Da der Urlaub eh schon teuer genug war, habe ich das nicht gemacht. Aber das Angebot an Bandshirts, Cowboystiefeln, Lederjacken, Glitzerzeugs, Gürteln und Co. ist riesig. Wer Platz im Koffer hat und dort hin reist, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen.

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Entlang der Küste gibt es eher wenige interessante Orte mit Musikbezug. Steinklippen, Seeelefanten, Klöster und Bootsstege (Piers) haben das Bild geprägt. In San Francisco allerdings gibt es zwei Gebiete, die ich sehen konnte und die noch einmal viel in dieser Hinsicht bieten: Tenderloin und Haight-Ashbury. Ersteres ist eher für klassische Konzerte, Ballett, Theater, Musicals und Jazz bekannt. Letzteres ist ein nach einer Straßenkreuzung benanntes Viertel, in dem die Hippiebewegung groß geworden ist. Noch heute gibt es dort viele alternative Menschen jeden Alters, Geschlechts und Genres sowie zahlreiche Shops mit Vintage Kleidung. Dass Canabis in Kalifornien legalisiert wurde trägt zur Kultur und zum Straßenbild bei. Es passt einfach dahin. Trotz der Hippieprägung ist das Viertel sowie die Stadt generell heute aber sehr teuer. Ein Parkplatz kostet pro Tag 35 Dollar – mindestens! Für einen Burger mit Bier und Pommes musste ich 30 Dollar zahlen, die Mieten für eine Einzimmerwohnung lägen bei über 3.000. Das läge an den hohen Einnahmen, die die Angestellten der Silicon Valley-Firmen bekommen. Eine Viertel Millionen im Jahr sei der Durchschnitt. Genau deswegen gibt es auch ein krasses Gegenbild: Nirgendwo sonst habe ich so viele Obdachlose gesehen wie in der Stadt mit der großen roten Brücke. Sie saßen und standen überall und waren zum Teil völlig neben sich. Bei diesen Mietpreisen kein Wunder – und trotzdem traurig bzw. ratlos machend.

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Mein unauffälliger Versuch, eine Dame in Regenbogenhosen und mit Joint zu fotografieren 😀

Am Ende hatten wir noch einen Durchreisetag in Las Vegas. Eher zufällig stießen wir hier auf die belebte Fremont Street. Hier fiel mir auf: Wenn du auf Drogen oder betrunken bist, muss dir Vegas wie DAS psychedelische Erlebnis schlechthin vorkommen. Oh guck mal, in dem Restaurant da vorne haben alle Krankenhauskittel an! Vor der Tür stehen Kiss! Zu viert und in vollen Bühnenoutfits. Huch – kam da gerade Feuer aus den Fühlern der Riesenheuschrecke??? Und fahren da wirklich alte, wackelnde Seifenkisten die Straße entlang? An der Decke über der Straße läuft ein Musikvideo. Und oh, schau mal. Nochmal Kiss! Aber diesmal nur zu dritt und nackt…? Hm, was soll’s. Da vorne spielt eine Glam-Band Skid Row! Cool. Und es fliegen Leute über sie drüber. Immer vier Stück. Huiiii…..

So geht es wirklich ab auf der Fremont Street. Noch dreimal durchgeknallter als der Strip, wo man von Elvis verheiratet werden kann oder mit Gondeln herumgefahren wird wie in Venedig.

Fakt ist: Einmal im Leben sollte jeder nach „Mekka“ fahren.
Ich würde es gerne noch ein zweites Mal tun. Mit weniger Stationen und Besichtigungen, dafür mehr Konzerten und „Alltagsleben“. Wer wäre dabei? Bitte Hand hoch! \m/

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Coverband unten, Fremont Experience Seilbahn oben
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Rock Walk vor dem Guitar Center

 

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Plattenladen in Haight-Ashbury
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up the Clark Street
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Restaurant von Vince Neil, mit täglicher Karaoke-Show
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@ Hard Rock Hotel
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Musicalplakate in San Francisco
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Wahre Mode 😉
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Das Roxy von außen
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Bestes Ausstellungsstück
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Ich werde angemalt o.O

 

 

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