The storm before the calm // Rock Hard Festival

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Die Ruhe vor dem Sturm?
Nee, der Sturm vor der Ruhe.
Das Wetter war samstags echt ungemütlich auf dem Rock Hard Festival – bevor es Sonntag wieder freundlicher wurde.
Doch ich konnte nur Samstag dabei sein. Denn mein ganz persönlicher Sturm sind diese und die letzten Wochen. Bevor hoffentlich ab nächster Woche die lang ersehnte Ruhe reinkommt.

Ich sitze heute daheim im (inzwischen wieder verregneten) idyllischen Odenwald und war den ganzen Tag damit beschäftigt, fast mein gesamtes Hab und Gut in Pappkartons, Koffer und blaue Ikea-Taschen zu packen. Manches steht auch noch bei Mami, manches bei Opa im Keller und manches schon in einer Garage voller Pfadflaschen in der Kölner Innenstadt. Nächste Woche fährt klein Foxxy dann mit einem großen Transporter die A3 lang. Und dann hat sie endlich einen neuen, eigenen Fuchsbau.
Ich bin schon ewig am Umziehen? Ja ^^ Das ist so, wenn man den neuen Job anfängt einen Monat bevor man seine neue Wohnung beziehen kann. AirBnb und Gästezimmer bei Chris vom Redrum ahoi! Praktische Sache, aber so langsam hab ich keinen Bock mehr, aus dem Koffer zu leben. Wenn endlich alles steht, gibt es eine Einweihungsparty. Ich freu mich mega drauf, mich in Köln einzuleben.

Umzug

Weil Pfingsten eben fürs Packen genutzt wurde, konnte ich nur einen Tag lang auf dem Rock Hard Festival in Gelsenkirchen vorbeischauen. Diese Gelegenheit habe ich mir aber nicht nehmen lassen. Ich meine… ich tu mir den ganzen Quatsch ja aus guten Gründen an 😉
Als ich, relativ früh schon, dort ankam, war ich mir die ganze Zeit unsicher: Jacke anlassen weil kalt oder Jacke weg weil nervt? Nochmal kurz zum Auto, bisschen umziehen und wieder zurück. Doch wieder mit Jacke… Es war ein einziges Hin und Her mit dem Wetter. Mal sonnig, dann wolkig, dann windig, dann Regen. Im besten Moment sogar ein Regenbogen. Doch eins nach dem anderen.

rock hard skid row

Ich kam also da an und hatte keine großen Erwartungen. Sprich, ich kannte viele der Acts nur oberflächlich und hatte auch nicht weiter recherchiert. Ich hatte mir nicht vorher überlegt, was ich unbedingt sehen wollte und ging auch sonst relativ planlos ins Amphitheater. Aber es war genau dadurch eine der entspanntesten Veranstaltungen ever.

Von den Tyler Leads habe ich nur das Ende mitbekommen. Die waren für mich die erste Neuentdeckung des Tages. Bin halt noch kein Local ^^ Sofort haben mich aber mehrere Leute darauf hingewiesen, dass der Sound im Amphitheater auf den Rängen besser ist als unten vor der Bühne. Dieses Schema hat sich durch den ganzen Festivaltag gezogen. Es ist ein ewiges Abwägen: Stimmung oder klarer Sound? Ich bin kein Profi in solchen Sachen, aber kommt das vielleicht daher, dass der Rücken der Bühne offen ist und zum Fluss hin zeigt? Dass sich dadurch die Stimmen im Wind verlieren? Denn vor allem der Gesang war es, der etwas unterging.
Von The Vintage Caravan habe ich dann nur den Anfang mitbekommen. Obwohl ich von der Band schon einiges gehört hatte, wusste ich nicht, dass sie aus Island kommen. Da es aber mehrfach beim Konzert zur Sprache kam, bin ich nun bestens informiert.

rock hard festival bühne

Carnivore A.D. sind eigentlich so gar nicht mein Stil, trotzdem war die Show gut und viele Songs haben mir auch gut gefallen. Weitaus besser als Cannibal Corpse, die am Abend aufgetreten sind und, Zitat David, „sich anhören wie eine Waschmaschine“. Ganz anders Heir Apparant, die nach Carnivore A.D. folgten und vor allem die Jungs von Night Laser faszinierten: Ihr Sänger sieht einfach nicht so aus, wie er singt.
Während Symphony X schien erst ein bisschen die Sonne und die Zeit wurde genutzt, um gemütlich auf Bierbänken zu sitzen. Dann ging der Regen richtig los und überraschend viele Menschen strömten schutzsuchend in ein Zelt, in dem eine Ausstellung und Lesungen stattfanden.

Skid Row, obwohl ich sie schon im Januar gesehen hatte, waren das persönliche Highlight und auch der hauptsächliche Treffpunkt der Youth Gone Wild. Der inzwischen wie vielte, sechste (?) Sänger passt einfach da rein, als wäre nie ein anderer da gewesen. Und dann folgten eben noch Cannibal Corpse aka Waschmaschine und Gamma Ray, die bis weit in den Abend hinein spielten und auch noch bis zum Parkplatz zu hören waren, auf dem wir in kleiner Runde den Abend ausklingen ließen. So viel zu den musikalischen Programmpunkten des Tages.

rock hard rainbow

Nennt mich kitschig, doch für mich war es etwas Besonderes, als dieser Regenbogen neben der Bühne auftauchte und Skid Row sich zu „Country Roads“ beklatschen lassen haben.
Country Roads take me home to the place I belong.
Wo ist das? „The place I belong“?
Es ist schon ein komisches Gefühl, nach 25 Jahren und unzähligen kleinen Umzügen zum ersten Mal „richtig“ umzuziehen. Mit Wohnort umtragen und Vollzeitjob und allem. Es war, als würde das Lied genau passen und irgendwie auch wieder doch nicht. Verwirrend. Anstrengend. Und wunderschön.

Das Rock Hard Festival hat des Weiteren die perfekte Größe, um alle Konzerte mitbekommen zu können (es gibt keine zwei Bühnen, die sich überschneiden), um ganz nach vorne zu kommen und um alle möglichen Leute zu treffen, ohne dass man sich „übersieht“. Okay, die Ränge sind etwas unübersichtlich bei dem ganzen Schwarz und Jeansstoff – aber es war halt einfach alles mega gechillt. Gleichzeitig ist das Event groß genug, um die richtige Atmosphäre für ein Open Air Festival aufzubauen. Es gibt beim RHF auch viele schöne Essensstände mit großer Auswahl. Zum Beispiel vegane Döner. Bei einer kleinen Veranstaltung wie dem Wildfest gibt es nur einen Wagen. Bei dem wa die Frau am Herd total überfordert und es gab nur etwas ohne Fleisch, wenn man explizit danach gefragt hat. Eindeutiger Pluspunkt für das Rock Hard.

expresssso

Reisegruppe Expressso!!! war wieder vereint und musste diesmal nicht in einer Hütte schlafen. Nass wurden wir trotzdem. Ein Bier musste auch dran glauben.
Irgendein dahergelaufener Typ vorm Dixieklo: „Ihr seht so aus, als wärt ihr nur wegen Cannibal Corpse hier und wolltet überhaupt nicht Skid Row sehen.“
Skid Row?? Wer ist das denn!? 😛 Wir doch nicht….

night laser

Da Bildung auch an den Feiertagen nicht zu kurz kommen darf, hier noch ein paar abschließende Learnings vom Rock Hard:

– Schon mittags um 2 können sich durchaus belebte Moshpits bilden.
– Während eines solchen Pits ist es schwierig, dem Vordermann einen Sticker von der Kutte zu ziehen. Der Sticker geht dabei in der Regel kaputt.
– Habe immer ein Campingticket, auch wenn du nicht campst. Es lohnt sich allein schon, um sich mal ins Gras setzen zu können und um das ein oder andere Dosenbier abzustauben.
– Umgekehrt ist es immer eine gute Idee, sich als Kerl so eine Dose in die Hose zu stecken und mit ins Theater zu schmuggeln. Da greift keine Security hin.
– Halte Lesungen über Metalbücher immer in geschützten Zelten, wenn es gerade pisst wie aus Eimern. Auch wenn die Hälfte dir nicht richtig zuhört, sie bekommen immerhin mit, dass es dein Buch gibt.
– Wenn es irgendwo günstige Leolederjacken zu kaufen gibt, überlege zwei Mal, ob du eine holst. Am Ende hat sie nämlich jeder.
– Für Rentner auf Kreuzfahrtschiffen sind Metallköpfe eine tolle Sehenswürdigkeit.
– Ich sollte mit Night Laser eine Band gründen und da fürs Growling zuständig sein.
– Wenn man Kai Hansen kennen lernen möchte, sollte man auf sein Haus und seine Katze aufpassen. Stimmt’s, Benno? >^.^<
– Tampon mit Vodka im Po ist keine gute Idee… #mehrsagichdazunicht…….

harzer

Mit diesem poetischen Schlussgedanken beende ich den heutigen Report und widme mich wieder meinen Regalen und Umzugskisten. Habt noch eine schöne verkürzte Woche und rockt schön weiter!

Eure Foxxy

rock hard unicorn

 

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