Metalheads – Und plötzlich bekommen alle Kinder

musik_baby_trommel

Heute möchte ich mich mal wieder einem Thema widmen, das sonst im Musikjournalismus zu wenig Beachtung findet: der liebe Nachwuchs.

Ich komme darauf, weil ich letzte Woche in einer blöden Situation war. Ich hatte meine Einweihungsfeier in Köln so geplant, dass sich erst alle bei mir treffen sollten, Wohnung angucken, bisschen quatschen und dann auf in die Stadt zum Party machen. Eine der eingeladenen Gäste ist vor wenigen Monaten Mutter eines kleinen Jungen geworden. Wir machten aus, dass sie einfach etwas früher kommen würde und dann, wenn alle zur Party aufbrechen, mit dem Kleinen wieder nach Hause fahren würde.
Doch wie das halt so ist mit Babys, war es unberechenbar, wann sie überhaupt von zuhause los kommen würde. Und so wurde es so spät, dass sich der Besuch nicht mehr gelohnt hätte. Das war sehr schade und meine Freundin musste wieder nach Hause fahren.

Es waren noch mehr junge Eltern eingeladen, die aber von vorne rein wegen der Kinder abgesagt hatten. Das ist an sich ja nicht schlimm, wir haben andere Gelegenheiten, an denen man sich sehen kann. Doch es ist gerade eben diese Zeit, in der gilt „Ich bin in einem seltsamen Alter. Die Hälfte meiner Freunde heiratet, baut Häuser und bekommt Kinder – und die andere Hälfte fällt dienstags morgens um 4 betrunken aus dem Bus.

gruppe

Plötzlich prallen Welten aufeinander und man steht vor Fragen wie „Kann ich mein Kind zu dieser Veranstaltung mitnehmen?“ „Ist das nicht zu laut?“ „Werde ich es rechtzeitig schaffen?“ „Finde ich einen Babysitter?“ „Muss ich meine Karten wieder verkaufen?“ „Lohnt es sich überhaupt, Tickets zu besorgen?“

Man sieht Kinder im Grundschulalter auf Festivals herum springen, hoffentlich mit Kopfhörern und manche Gäste finden das super cool und heißen die Nachwuchsmetaller willkommen. Andere wiederum schütteln den Kopf und halten es von den Eltern für unverantwortlich. Krach, Alkoholkonsum, große Menschenmengen, späte Abende…
Manche Mamis und Papis sitzen dann zuhause und ärgern sich. Andere Paare müssen sich aufteilen. Erst gestern habe ich mit der Mutter eines Arbeitskollegen gesprochen und sie sagt, die einzigen Stunden, die sie von ihrer Tochter getrennt ist, ist wenn sie abends mal auf ein Konzert geht oder ähnliches. Dann muss Papi auf die Kleine aufpassen. Zusammen gehen ist derzeit wohl etwas schwieriger. Dafür tanzt die Tochter begeistert zu jeder Melodie. Auch zu ‚Jingle Bells‘ im August.

Ich will auf keinen Fall was gegen Kinder sagen, um Gottes Willen 😀 Ich freue mich jedes Mal, den Nachwuchs meiner Freunde zu sehen, mit ihnen zu spielen, etwas über die Entwicklung zu lernen. Dann weiß man wenigstens Bescheid, wenn es irgendwann bei einem selbst mal soweit ist. Aber ich würde gerne mehr über eure Erfahrungen wissen, wenn es darum geht, das Hobby Musik und Kinder unter einen Hut zu bringen.

luis_bahnhof

Ärgert ihr euch manchmal, nicht mehr so leicht und spontan auf die Konzerte und Festivals gehen zu können? Schafft ihr es, gemeinsam zu gehen? Ab wann würdet ihr Kinder mitnehmen? Gibt es familienfreundliche Veranstaltungen, die ihr anderen empfehlen könnt? Oder noch viel wichtiger: Mögen eure Kiddies dieselbe Musik? Hören sie vielleicht gerne mit euch gemeinsam neue Platten?

Ich finde es ein interessantes Thema und würde mich über Antworten junger Eltern freuen.

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