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pixabay

Nach diesem Motto lebe ich seit Jahren. Weil es mir in den vergangenen Tagen wieder vermehrt bewusst wurde, möchte ich heute daraus meinen ersten Artikel in der neuen Kategorie Art’s Corner machen.

Erst kürzlich, als ich Halloween auf der legendären Hell Nights in Köln feierte, stellte ich erneut mit Staunen fest: So richtig frei ist der Mensch nur, wenn er sein Innenleben künstlerisch nach außen projizieren kann –  ohne dafür schräg von der Seite angeschaut zu werden.

Im Artikel Halloween in Köln mit TheOther… und ein Mitternachtsdöner hatte ich das schon in Worte gefasst und es fällt mir immer und immer wieder auf.

Karneval, den ich nun zum ersten Mal im Rheinland erleben werde, geht in eine ähnliche Richtung. Da dürfte es etwa 50:50 sein: Die eine Hälfte sucht einfach nach einem möglichst verrückten, schönen oder einfach zu organisierendem Kostüm. Die andere Hälfte darf  endlich das anziehen, was sie am liebsten täglich tragen würde. Sie fühlen sich wohler, werden ausgelassener.

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Lehmann Fotografie

Mein Thema heute soll der Selbstausdruck mithilfe von „Kostümen“ sein. Denn es gibt kaum eine größere Kunst, als wenn der Mensch sich selbst zum Kunstwerk macht und so sein kann, wie er wirklich fühlt.

Schaut euch all die künstlerischen Fotoshootings an, die in unseren Zeiten so effizient verbreitet werden können. Bodypainting, Cosplay, Fabelwesen, ein Eintauchen in andere Welten – wer für solche Motive vor der Kamera steht, fühlt sich mehr wie „er selbst“ als im Alltag beim Bäcker.

Oder all die Festivals, bei denen der Style genauso wichtig ist wie die Musik. Selbst die „normalen Leute“ nutzen große Open Air Events, um einfach mal tragen zu können, was sie wollen. Der starke Mann im Einhornplüschkostüm. Das Mädchen mit Glitzer am ganzen Körper. Oder wahlweise Matsch. Blumen im Haar. Provokante Sprüche auf dem Shirt. Man sehe sich nur die Fotos vom Burning Man an (ein Lebenstraum von mir). Wir wollen frei sein und in dieser aus dem Alltag gerissenen Zeit können wir es. Schade eigentlich, dass es montags auf der Arbeit bei den meisten wieder anders ist.

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Robella Art Photography

Im Sommer war ich auf dem CSD. Auch da: grenzenloser Selbstausdruck. Die wunderschönen, prachtvoll gekleideten Drag Queens waren nur der Anfang.
Dann läuft man halt mit Hundehalsband, Maske und Ledergeschirr herum. Die Fetischszene konnte sie selbst sein. Egal, wie ungewöhnlich oder gar provokant das von außen wirken möge. Regenbögen überall.

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Oder im Theater… Schon seit längerem ist mir aufgefallen, dass Theaterstücke uns die größte Handlungsfreiheit überhaupt geben. Wir können nicht nur in unsere eigene Rolle schlüpfen und die Welt mal aus anderen Augen sehen. Nein – wir erhalten mit ihrer puren Existenz auch das Recht, uns wie jede andere Rolle zu verhalten. So lange wir sagen, dass wir sie ja nur spielen.
Hier schließt sich der Kreis zu den Karnevals- und Halloweenkostümen. Alle Rollen, die mal irgendwer erdacht hat, dürfen wir „spielen“. Wenn sie genau das sind, was wir im Innersten sind, bekommen wir durch sie das Recht, wenigstens vorübergehend wir selbst zu sein.

Ich möchte von euch wissen: In welcher Kleidung fühlt ihr euch am wohlsten? Das heißt: Mit welchem Outfit fühlt ihr euch am meisten wie IHR SELBST.

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