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Weihnachten nervt? Weihnachten ist zu sehr mit der Kirche verbunden? Weihnachten ist altmodisch? Weihnachten ist zu teuer?

Gehörst du zu denjenigen, die schon im November das ganze Haus mit Lichterketten dekorieren oder zu denjenigen, die beim ersten Anblick von Nikolausmützen und Tannenbäumen angewidert die Flucht ergreifen?
Ich hatte dieses Jahr eine Weihnachtszeit, die überhaupt nicht von heiligen Jungfrauen oder Besinnlichkeit geprägt war. Stattdessen habe ich Drag Queens getroffen, die als 2m große Elfen gekleidet waren, dänisches Weihnachtsbier in einer Bar voller goldener Totenköpfe getrunken… und ein König der Löwen-Medley im Rahmen eines Adventskonzerts gesungen. Heute geht es noch zu einer Magiershow und dann gibt es ein Treffen mit der alten WG. Ganz weltlich, ohne Gott.

Weihnachten muss nicht bibeltreu sein und kann trotzdem ein schönes Erlebnis werden. Man kann daraus das machen, wegen dem sich all die „besorgten Bürger“ so aufregen: Nämlich ein Winterfest. Oder ein Lichterfest. Ein Fest der Liebe und Familie.

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Diese eine Woche ist die eigenartigste im ganzen Jahr. Jedes Mal wenn der Kalender keine neue Blätter mehr bereithält, macht man komplett andere Dinge als sonst im Alltag. Es können Tage sein, die man komplett auf dem Sofa verbringt, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen. Oder solche, an denen man von einem Verwandten zum anderen fliegt. Oder in den Süden flieht. Aber ich finde es gut, mal so eine Woche zu haben, die nicht den immer gleichen Rhythmus aus Arbeit – Erledigungen – Schlafen – Feiern – wieder auf zur Arbeit abklappert.

Es ist die Zeit, in der wieder jeder „in seine Stadt geht, als würde er sich zählen lassen“. Es ist die einzige Woche im Jahr, bei der man davon ausgehen kann, dass 99% der Familie und alten Freunde sich am selben Ort versammeln und man mit einem einzigen Treffen die Hälfte von ihnen sehen kann. Mit ihnen muss man keine Gedichte auftragen oder beten. Man kann auch munter Glühwein trinken, einen Abend lang Spiele spielen, einen Serienmarathon machen, spazieren gehen, in den Pub nebenan zum Feiern, ganz egal. Alles, was ihr wollt. Schon im Januar wird keine Zeit mehr dafür sein, wenn dann alle in die Fitness-Studios rennen und ihre Geschenkgutscheine einlösen.

geschenke

Falls euch der ganze Geschenkewahnsinn stört, macht es, wie inzwischen viele Freundeskreise: Wichtelt. Ohne Schrott.
Jeder zieht einen Namen oder bringt einfach nur ein Geschenk mit. Aus 10 Leuten, bei denen man nicht weiß, wie viel man ausgeben soll, wird nur ein einziges Geschenk, das man besorgen muss. Wer doch seinen Spaß daran hat, für jeden etwas Passendes zu finden oder zu basteln, dem werde ich seinen Spaß nicht verbieten. Denn in den allermeisten Fällen gehöre ich selbst dazu. Dabei unterscheide ich in der Art der Geschenke nicht unbedingt, ob es für Weihnachten oder Geburtstag ist. Ihr könnt zu Weihnachten genau so bekloppte und persönliche Dinge schenken, wie z.B. zu einem 18. Geburtstag. Keiner verbietet euch diesen Spaß.
Für die Familie gilt ähnliches. Ihr könnt ihnen etwas schenken, das alle gemeinsam nutzen können und schon gibt’s weniger zu schleppen und zu kaufen.

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Anfang Dezember war ich in Kopenhagen und habe dort erlebt, wie der Weihnachtswahnsinn begann. Team Toastbrot hat daraus aber seine eigene Art der Festtagsstimmung gemacht. Wir waren auf einer Drag-Xmas-Show. Im Partybus mit blinkenden Lichterketten und Bier aus Plastikbechern ging es mit einer hyperaktiven Drag Queen im Leokleid an den Rand der Stadt, wo wir ein Varieté der Kuriositäten erleben durften. Mit „Männern, die sich als Frauen verkleiden“. Oh mein.. Gott!? Wie unchristlich? Nö, denn es war ein Fest der Toleranz und Gemeinsamkeit.
Auch der Tivoli, dieser kleine alte Vergnügungspark im Zentrum der Stadt, hatte sich weihnachtlich schick gemacht und es war wunderschön. Die Deko darin war mit Kunstschnee, Schlitten, Lichtern und Weihnachtsmützen zwar recht klassisch – doch ich weiß, dass man inzwischen auch schwarze Totenköpfe als Baumschmuck findet und denke, es macht unglaublich Spaß, auf seine ganz eigene Weise das Haus zu schmücken.

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Etwa Mitte des Monats kam mich dann eine Freundin besuchen und schaute bei dem Adventskonzert meines neuen Chores zu. Es war eigentlich die Veranstaltung von einem Blasorchester und von Rentnern bevölkert. Trotzdem war es irgendwie cool. Der Pfarrer kam als Nikolaus verkleidet und hielt eine Predigt über König der Löwen. Denn wir hatten unter anderem vorher ein Medley des Musicals gesungen und gespielt. Die Botschaft seiner Rede: Hakuna Matata!
Amen 😀
PS: Dieses Lied von Maybebop haben wir auch gecovert.

Wer trotz allen Freiheiten, die die moderne Zeit für Weihnachten bietet, kein Bock auf Festlichkeit hat, hat immer noch die Chance, zu arbeiten und den Feiertagszuschuss auszunutzen. Ihr arbeitet im Büro oder in einem Geschäft und könnt daher an den Feiertagen gar nicht arbeiten? Dann könnt ihr euch immer noch irgendwo ehrenamtlich melden und etwas Sinnvolles tun. Oder packt halt eure Koffer und fliegt ans andere Ende der Welt, in irgendein Land, in dem nicht oder kaum Weihnachten gefeiert wird. Wie gesagt: Niemand verbietet euch das. Aber nutzt irgendwie diese Tage, die anders sind. Der normale Alltag kommt wieder schnell genug 😉

In diesem Sinne noch einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag und einen guten Rutsch in die neuen, hoffentlich golden, Twenties.

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