Vergangenen Freitag habe ich etwas gemacht, das ich eigentlich gar nicht gerne mache: direkt nach der Arbeit zu einem Konzert fahren, ohne zwischen drin nochmal daheim gewesen zu sein.

Ich mag es normalerweise nicht weil sich sowohl mein Äußeres als auch mein Inneres auf so einer Zugfahrt nicht immer direkt „umstellen“ können – ich das zum Wohlfühlen aber brauche. Ich gehe nicht gerne in denselben Klamotten ins Büro wie auf Konzerte oder Partys. Nicht, weil ich bei einem davon viel schickere Sachen tragen würde. Ich kann auch mit schwarzer Jeans und Bandshirts zur Arbeit gehen, wenn ich wollte. Aber ich mag das nicht, und ziehe mich allein schon aus dem Grund gerne um, weil ich den Arbeitstag „abstreifen“ will. Ich brauche diesen kompletten Switch.
Das heißt allerdings, mit einer Tasche voller Klamotten im Regio Express sitzen und diese irgendwo auf einem Klo wechseln… aber in diesem Fall hat es sich gelohnt.

night_laser_jump

Wie oft habe ich schon Night Laser und Snakebite gesehen? Oh mein Gott, die Antwort ist: oft.
Viele Male auch zusammen. Sogar als ich sie das erste Mal gesehen habe, war dies an Tag 1 und Tag 2 desselben Festivals. Ein gemeinsames aber eigenes Konzert, ohne Festival drum herum, zu spielen, war aus meiner Sicht also genau die richtige Entscheidung.

So fuhr ich letzten Freitag nach Duisburg. Es ist ganz lustig, wie man durch solche Veranstaltungen nach und nach alle Städte in NRW kennen lernt. Erst am Samstag davor bin ich zum ersten Mal in Mühlheim an der Ruhr ausgestiegen und war im Phönix Club auf einer Dark Wave Party gewesen. Nun also zum ersten Mal mehr als nur den Bahnhof von Duisburg gesehen: Ab ging’s ins Old Daddy! Einen Laden, in dem man wegen Kellerlage die ganze Zeit keinen Handyempfang hat. Das kann unpraktisch aber auch gut sein. Die Welt da draußen für eine Zeit lang mal vor der Tür stehen lassen.

Die Karten hatte David vor fast einem Jahr im Helvete bei Bastis Verlosung gewonnen. Da der aber die Woche in der Wüste verbracht hat, habe ich eine an Stefan vom Farmfest abgeben können. Dass er aus dem Norden extra nach Duisburg gefahren kam, wirkte auf den ersten Blick wie etwas Besonderes. Doch auf den zweiten Blick waren viele Nordlichter bei dem Konzert vertreten – denn Night Laser kommen aus Hamburg und haben ihre Local Buddies einfach mitgebracht.

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Das Old Daddy Duisburg (für die, die es nicht kennen), ist eine geschickt angelegte Eventlocation. Geschickt weil der Laden an sich recht groß ist und viele Leute unterbringen kann. Der Platz vor der Bühne ist allerdings so komprimiert, dass schon bei einer kleinen Menge Gäste gute Stimmung entstehen kann. Und an diesem Freitag war die Anzahl der Besucher ideal. Kein Gedrängel aber gut besucht. Genau wie es sein soll.
Das besonders Coole daran ist, dass Night Laser, Snakebite und ihr Special Guest The Gäs eben nicht als Vorband von jemand anderem dort waren, sondern die Hauptattraktionen. Es sind alles Bands, die sich langsam aber stetig nach oben kämpfen. Keiner von ihnen ist über Nacht durchgestartet, doch sie werden immer bekannter und beliebter und dadurch auch professioneller.

the_gäs_duisburg

The Gäs kannte ich vor diesem Abend nur vom Namen und weil sie mir hin und wieder für den Blog empfohlen wurden. Nun nutzte ich die Gelegenheit, sie mal live zu sehen und war überrascht. Dafür, dass so wenige meiner Freunde und Bekannten von ihnen gehört hatten, waren sie gut aufgestellt. Eine klasse Stimme vom Sänger, gute Laune auf der Bühne, eine energetische Schlagzeugerin und Songs, die Spaß machen. Es wurde zwar eine Zugabe von vielen verlangt, doch ich persönlich finde, dass sie für einen ersten Act einen Tick zu lang gespielt haben. Dafür ist den Songs dann noch zu wenig Abwechslung. Doch mein Fazit ist: weiter so Jungs und Mädels!! Super Musiker.

Die Shows von Night Laser und Snakebite sah ich nicht zum ersten Mal und kann nicht zu viel Neues über sie erzählen. Doch man sieht, dass sie sich stetig weiter entwickeln. So konnte man bei Night Laser im vergangenen Jahr einen optischen Stilwechsel erkennen. Aus Knallbunt und Glam over the Top wurde ein dunklerer, sleazigerer Stil. Dass sie sich früher oder später halb ausziehen, gehört aber wohl nach wie vor dazu xD Stefan hatte Benno sogar heimlich eine weiße Fransenjacke vor dem Auftritt übergeben können, die jetzt ihren großen Augenblick hatte.

night_laser_fransenjacke

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Die Musik von Night Laser wurde dadurch nicht beeinflusst. Das finde ich auch gut so. Der war aber von vorne herein nicht allzu poppig. Wer also Lust auf frischen Glam-Metal aus unserer Generation hat, mit charismatischen Künstlern auf der Bühne, der sollte sich die Truppe mal reinziehen. Bald bringen sie ein neues Album heraus, bei dem es einen besonderen Gastsänger geben wird. Möchte irgendjemand raten?

Snakebite, deren Show ich leider nicht bis zum Ende schauen konnte, da ich vor 4 Uhr morgens daheim in Köln ankommen wollte und die Züge recht blöd fahren, erzählten von ihrer Live CD. Beim 100. Konzert hatten sie eine aufgenommen, die man an diesem Tag kaufen konnte. Die habe ich mir zwar nicht geholt, dafür habe ich endlich ein Snakebite T-Shirt. Achtung: Wer Angst vor Schlangen hat, sollte am Merchtisch der Band vorsichtig sein. Da kriechen nämlich überall kleine Gummitiere herum. Und: Jedes verkaufte Teil geht direkt in den Spendentopf für die Rettung der Dinosaurier. Ganz ernsthaft… 😉

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Beim Auftritt der Schlangen fiel mir vor allem auf: Jungs, ihr solltet mehr Balladen spielen und halbakustische Gitarren nutzen. Das klingt sooo schön. Direkt danach am besten „Princess of Pain“ – den Hit der Band, der seit längerem auch bei Szenepartys von diversen DJs aufgelegt wird. Alle singen die eingängige Melodie mit und es fühlt sich geil an, eine Band quasi von Beginn an verfolgt zu haben, die nach ein paar Jahren so etwas erreicht.

Insgesamt war der Abend eine sehr entspannte Angelegenheit mit vielen Bekannten, Zeit für kleine Gespräche, aber auch neuen Gesichtern. Der Rückweg im Zug war ein Abenteuer für sich. Fussballfans… nach einer Niederlage. Aber das ist eine andere und letztlich auch eher witzige Geschichte.

Bis zum nächsten Mal!
Foxxy

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Fotos von: Heike Leppkes Fotografie
Vielen Dank fürs Bereitstellen! Und an alle anderen: Schaut euch gerne auch mal ihre Fotos von anderen Konzerten an. Sie ist super viel unterwegs und kommt ganz nah ran ans Geschehen.

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