Picture 2 ©VDPictures

Wer ist Dee Dammers und wohin will er bitteschön?
Fabian „Dee“ Dammers ist Gitarrist, Komponist und Songwriter und seit einiger Zeit am ehesten dafür bekannt, dass er in der Band U.D.O. von Udo Dirkschneider spielt. Ansonsten kennt man ihn vielleicht noch von der Pop/Metal Band Dirty D’Sire oder von der Classic Rock Band The Treatment.

Jetzt ist er Solokünstler.
Oder besser gesagt: Er hat parallel zu seinen sonstigen Touren ein Soloprojekt gestartet. Das erste eigens konzipierte Album heißt „Bubbly Joyride to Utopia“ und um das soll es heute gehen – Wir fahren heute fröhlich nach Utopia.

0 Album Cover

Über Bubbly Joyride to Utopia ist wichtig zu sagen, dass es ein reines Instrumental Album ist. Im Vordergrund steht Dees Gitarre. Dazu gibt es eine Band: Robert Söhngen (Schlagzeug), Leon Dombrowski (Bass), Phil Schwerhoff (Klavier) und Melissa Tendick (Violine). Dee selbst spielt noch hin und wieder Keyboard.
Die Betonung liegt auf dem Sound, der exzellent gemischt, produziert und gemastert ist. Das geht wohl auf die Kappe von Manuel Cohnen.

Es wird nicht gesungen, aber es wird kurz gesprochen und mit Soundeffekten experimentiert. Ein Herzschlag, Geräusche, die einen Albtraum darstellen, wie eine Geisterbahn direkt in die Hölle, ein fallender Aufzug.

Bei einem reinen Instrumentalwerk denkt man, dass es finanziell schwierig werden kann. Zu sehr hängen solchen Alben die Aura der Klassik an oder die Leute denken, solche Scheiben wären nur was für Kenner und andere Instrumentalisten. Ich hoffe, dass es in der Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen wird. Denn solche Sounds eignen sich super für den Alltag. Für jede Situation, in der man einfach stimmungsvolle, gute Musik hören möchte, die aber von nichts ablenkt.
Ich zum Beispiel habe mir das Album zum ersten Mal angehört während ich im Zug Pokémon auf meinem Nintendo gespielt habe. Den Sound der Konsole hatte ich stumm gestellt, doch Dees Musik passte auch ganz wunderbar.
Da sich das Projekt über eine Crowdfundingkampagne finanziert hat, dürfte dieses eigentlich genretypische Problem nicht bestehen. Doch hier kommen wohl die anderen Projekte von Fabi ins Spiel. Durch deren Bekanntheit kann man sich eine gute Fanbase aufbauen und dann den Mut haben, was ganz eigenes zu machen.

Das Album selbst ist gar nicht mal etwas krass „eigenes“. Alle einzelnen Songs und Elemente kommen irgendwie bekannt vor und haben einen eindeutigen Charakter. Eine Referenz zu einem bestimmten Musikstil oder sonstigem. Aber die wilde Kombination ist sehr einzigartig.
Metal sind die Titel nicht, lasst euch da nicht von Dirkschneider und Co. in die Irre führen. Es ist eher alternativ, rockig, melodisch, funky. Mal schwerer mit viel Bassgitarre, mal leichtfüßiger. Manche Tracks machen gute Laune, sie tanzen regelrecht, manche sind finster, einer sogar fast kindlich naiv.

Videos sind dann eine vermeintlich gute Gelegenheit, die Storys zu vertiefen und deutlich zu machen, was man ausdrücken möchte. Daher schaue ich mir das Video zum Titelsong an – und denke: WTF?!
Der gesprochene Abschlusssatz „oh god, that was so boring“ scheint es auf den Punkt zu bringen. Schöne Farben, schöne Frauen, ein großer Fokus auf der Fingerfertigkeit des Künstlers. Aber sonst nichts. Gar nichts…
Doch vielleicht liegt genau da der Knackpunkt. Ist das vielleicht der „Deal with the Devil“, der auch einem anderen Track das Leitthema ist? Man bekommt das Können und die schönen Frauen geschenkt – aber letztlich ist es trostlos, so zu leben, kalt und einsam? Denn am Ende steht der Womanizer ganz alleine in einem dunklen Studio. Nur eine unfreiwillig gruselige Puppe lehnt an der Wand. Ist das Utopia? Das Ziel, das er erreichen wollte? Oder ein verkleidetes Dystopia?

Mein musikalisches und erzählerisches Highlight des Albums sind die zusammengehörenden Tracks „Floor 13“, der eher ein hörspielartiges Intro ist, und das darauf folgende „Hotel Diabolo“. Hotel California meets Horrormovie meets Las Vegas. In einem Sound zwischen Ghost, Phantom der Oper und Lindsey Stirling. Den Song werde ich mir in die persönliche Playlist packen.

Wenn das Album zu Ende geht, erklingt von dem harten U.D.O.-Gitarristen plötzlich Lounge Musik wie von der goldenen Hotelbar (die in dem Fall nicht zum Hotel Diabolo gehört sondern eher ins Adlon). Und es bleibt der Eindruck hängen: This guy „Just Wanna Play“.

Gitarre will er spielen. In allen Variationen. Nicht mehr und nicht weniger. Ob er dabei zufällig sein Utopia findet? Hmm.. möglich wär’s. Wenn ihr wollt, könnt ihr ihn begleiten.


Hört auf alle Fälle rein, wenn das Album am 29. März (Fabis Geburtstag) veröffentlicht wird!

Alle Infos auf der Seite von Dee Dammers.

Ein älteres Interview mit Dees Freundin Stella gibt es hier!

 

Picture 3 ©Marcus Ollora

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s