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Netflix; Montage: TV SPIELFILM

Spoilerwarnung! Wenn du die Serie „Tiger King“ (deutsch: „Großkatzen und ihre Raubtiere“) noch gucken möchtest und vorher nichts verraten bekommen willst, dann solltest du jetzt nicht weiter lesen.
Für alle, die schon durch sind: Bitte seid umgekehrt fair zu mir und verratet mir nicht, wie es weiter geht. Ich bin nun mit Folge 3 der Mini-Dokuserie fertig und möchte meinen bisherigen Eindruck mit euch teilen. Denn das macht die Serie auf alle Fälle – Eindruck.

Die Frage ist nur, ist es ein Guter oder ein Schlechter?
Ich bin über einen Artikel gestolpert, der die Serie als perfekte Quarantänebeschäftigung vorschlägt, da sie so absurd wäre, dass sie von allem ablenkt. Der Untertitel lautet „Murder, Mayhem and Madness“. In Kombination mit wilden Katzen, durchgeknallten Amis, einer Dame, die quasi nur Animalprints trägt, Drogenstorys und Polyamorie klang es auch nach einer perfekten etwas abgef*ckten Mischung, die nicht aaallzu weit von den Abenteuern aus Büchern wie „The Dirt“ entfernt ist – nur eben mit echten Katzen, if you know what I mean.

Foxxy erwartete also schon ein paar verrückte Menschen und schaltete Netflix ein. Der Anfang war noch recht harmlos. Da sind halt ein paar größenwahnsinnige Leute, die Panther, Löwen und Co. in zu kleinen Käfigen halten und für Besucherströme in ihren privaten Zoos ausnutzen. Man schwankt beim Zuschauen zwischen Mitleid für die Großkatzen, Wut auf die Halter und dem Wunsch, so etwas trotzdem auch mal aus nächster Nähe erleben zu dürfen, hin und her. Denn faszinierend sind diese Tiere allemal und die Jungen sind einfach zu süß.
Im Fokus der Serie stehen jedoch die drei Großkatzen(halter) Joe Exotic, Bhagavan Antle und Carole Baskin. Ihre unterschiedlichen Einstellungen werden in schöner US Reality-TV Manier gezeigt. Ein bisschen over the top. Mit viel Rivalität. Und ohne jegliche Tabus.

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Netflix, Tiger King (Screenshot)

Mit der zweiten Folge wird es dann schon seltsamer. Ich freu mich wie Bolle, dass an immer mehr Orten die „Ehe für alle“ eingeführt wird. Aber drei Männer in pinken Cowboyhemden, die sich zu dritt verheiraten und einer von ihnen hat quasi keine Zähne mehr, während der in der Mitte der Beziehung wie ein Irrer mit Waffen auf seiner Tigerfarm herum schießt? Ich weiß ja nicht xD
Der nächste der Hauptcharaktere ist eine Art Hugh Hefner, der statt Bunnys eher auf Pussys im Catsuit setzt. Er macht ohne Vorwarnung Brustvergrößerung für seine Angestellten aus und wird von Kommentatoren mit einem Sektenführer verglichen. Dann gibt es da eine Zoomitarbeiterin, die ihren Arm von einem Tiger abgebissen bekommt und es als einen normalen Arbeitstag bezeichnet, wenn sie eine Woche später wieder im Einsatz ist. Es geht um in lebenden Schlangen eingenähtes Kokain. Zerstückelungen von Mitwissern der Drogengeschäfte. Und zu guter Letzt eine selbsternannte Tierschützerin, die gar nicht weiß, wer bei ihr alles als freiwilliger Praktikant arbeitet und der der Mord an ihrem millionenschweren Ehemann vorgeworfen wird.

Das ist der inhaltliche Punkt an dem ich aufgehört habe zu gucken, aber nicht vor Schreck, sondern einfach weil es zu spät am Abend war. Ich werde die Serie definitiv weiter schauen und bin gespannt darauf, „worum es wirklich geht“. Im Zeitungsartikel, den ich zu Beginn erwähnt hatte, stand nämlich, dass man erst am Ende erkennen würde, worum es wirklich in der Dokuserie geht.

Auch wenn das vielleicht nicht die große Sinn-Auflösung ist, zeigt die Serie auf jeden Fall eine Sache: Schnitt, Context, Sichtweise und Interpretation sind bei jeder Berichterstattung essenziell.

Die Art, wie Szenen aneinander gehängt werden, ist nahezu meisterhaft. Man muss es sehen, um zu verstehen, was ich damit meine. Ein Beispiel: Es wird zum ersten Mal erwähnt, dass Carole womöglich ihren Mann getötet und an einen Tiger verfüttert hat – und im nächsten Moment sitzt sie ruhig da und erzählt, dass sie in ihrem Leben nie etwas bereut hat.

Wenn ich fertig bin, wird es einen Part 2 geben. Bis dahin, wer noch Langeweile hat, der weiß jetzt, wie er seine Zeit verbringen könnte. Und vielleicht inspiriert es ja auch den ein oder anderen zur (richtigen) Tigerrettung….

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