Hier kommen 10 mehr oder minder sinnvolle Fragen an die junge Schlagzeugerin Sina Doering. Sie erreicht mit ihrem YouTube Channel sina-drums fast eine Millionen Abonnenten, spielt in der Rock Band The Gäs und veröffentlicht auch das ein oder andere Tutorial zum Nachlernen.
Wir haben uns in der Quarantänezeit über die wichtigen Dinge des Lebens unterhalten: Schokoweihnachtsmänner, die in Ukulelen stecken, die Monetarisierung von hochgeladenen Videos oder die Wichtigkeit der Cowbells. Doch lest selbst … 😉

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Foto: https://girls-got-groove.com/home/

1. Wie viele Instrumente spielst du eigentlich und seit wann?

Ich habe in 2010 angefangen, Schlagzeugunterricht zu nehmen. Da war ich 10 Jahre alt. 2017 und 2018 habe ich am Vollzeitstudium am Drummers Institute teilgenommen, das hat mich nochmal extrem viel weitergebracht.

Ich nehme außerdem Bass- und Gesangsunterricht seit Herbst 2018.

2. Wie bist du zu „The Gäs“ gekommen?

Ich habe bei der Audition der Band „Ballbreakers“ teilgenommen, einer AC/DC Tribute Band aus Köln. Damals war ich allerdings noch viel zu jung, ich glaube 16 oder 17 Jahre alt. Da konnte ich noch nicht mal Auto fahren! Ich bin heute froh, dass die Band sich damals für einen anderen Drummer entschieden hat. Als ich 18 wurde, hat Köbes (das ist der Angus der Ballbreakers) sich dann an mich erinnert und mich gefragt, ob ich Interesse hätte, in seiner Hardrock Band zu spielen, dieses Mal mit eigener Musik. Das wurde The Gäs.

3. Nenne einen Gegenstand in eurem Proberaum, zu dem es eine besondere Geschichte gibt.

Anfang Dezember hat uns ein treuer Fan zu einem Auftritt einen selbstgebastelten Adventskranz geschenkt. In der Mitte war eine Ukulele mit Schokoweihnachtsmann im Schallloch. Außerdem waren 4 Löcher in die Ukulele gebohrt mit 4 Drumsticks als Kerzen. Den Schokoweihnachtsmann haben wir zwar inzwischen aufgegessen, aber der Rest dieses Kunstwerkes steht noch bei uns im Proberaum.

4. Was macht euch als Band aus?

Uns macht die ehrliche Freude an der Musik aus. Trotzdem nehmen wir alle 5 die Band sehr ernst, deshalb sind Bandproben immer produktiv, aber machen trotzdem Spaß. Außerdem haben wir die treusten Fans, die zu fast jedem unserer Gigs von nah und fern anreisen. Danke an euch alle an dieser Stelle!!

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Foto: The Gäs

5. Willst du Vollzeitmusikerin werden, oder bist es schon?

Ich bin es schon 🙂 Mit meinem Youtube Kanal, The Gäs und anderen Zwischendurch-Projekten bin ich voll ausgelastet. Dieser Beruf macht aber super viel Spaß und ich bin sehr dankbar, dass ich davon leben kann.

6. Klischeefrage: Trommelst du auf allem herum, was du finden kannst? Und nervt das die Nachbarn?

Nicht wirklich 🙂 Ich sehe mich auch nicht als Percussionistin, sondern wirklich als Schlagzeugerin. Am meisten Spaß macht mir das Spielen am Drumkit. Mit der zweiten Frage hast du aber recht, das nervt meine Nachbarn verständlicherweise sehr!! Ich versuche immer wenn es geht dann zu üben, wenn die Nachbarn nicht da sind.

7. Welche aufstrebenden Musiker-Mädels sollte man noch kennen?

Oh, da gibt es einige!! Zuerst fällt mir da diese Bassistin ein, Juliaplaysgroove:

Auch wirklich sehens- und folgenswert ist dieses junge Mädchen:

https://www.instagram.com/nandi_bushell/

8. Erkläre mal der Welt: Darf man auf YouTube Coverversionen hochladen, oder was passiert dann?

Man darf. Youtube hat einen relativ zuverlässigen Algorithmus, der jedes hochgeladene Video automatisch auf Copyrightverletzungen prüft. Die allermeisten meiner Cover werden so automatisch erkannt und auch automatisch gehen dann alle Einnahmen, die mit diesem Video durch Werbung generiert werden, an die Band/Plattenfirma, der dieses Lied gehört.

Einige Bands darf man auch gar nicht covern. Ein gutes Beispiel dafür ist Supertramp. Ich habe einmal ein Supertramp Cover hochgeladen und dafür sofort einen Copyright Strike bekommen. Das passiert aber sehr selten. Man kann sich vor dem Hochladen informieren, welche Cover erlaubt sind und welche nicht, dann riskiert man auch keinen Copyright Strike.

Manchmal hat man Glück und der fragliche Song wird gar nicht erkannt. Dann kann das Video allerdings immer noch von den Copyright Inhabern manuell „geclaimt“ werden.

Also: Man darf die allermeisten Songs problemlos covern, kriegt allerdings dann auch kein Geld für dieses Video. Erst wenn ich eigene Musik auf dem Kanal hochlade, kann ich das Video monetarisieren.

9. Wie viel Zeit steckst du in deinen Channel und was passiert da alles im Hintergrund?

Sehr viel. Es steckt ja nicht nur die Videoproduktion da drin (Song lernen, aufnehmen mit Ton und Bild, das Audio- und Videoediting, das Mastern). Man unterschätzt gerne mal die Zeit, die man nach diesen ganzen Dingen noch investieren muss. Das Video hochladen auf Youtube, Facebook etc. Das ganze Social-Media-Management ist super zeitaufwändig. Ich würde total gerne auf mehr meiner Youtube oder Facebook Kommentare antworten, aber dazu fehlt mir leider einfach die Zeit.

Zusätzlich zu den regulären Drumcovern mache ich ja auch gerne mal Collaborations mit anderen jungen Musikern. Das können Cover sein, aber auch eigene Stücke. Diese Videos sind natürlich in der Produktion sehr viel aufwändiger. Mit all diesen Dingen hilft mir mein Vater, allein könnte ich das so gar nicht schaffen. Wir beide sind damit eigentlich schon voll ausgelastet.

Aufgrund der oben beschriebenen Copyright-Situation verdiene ich nicht viel Geld mit dem Youtube Kanal, obwohl ich auf einigen Cover-Videos sehr viele Views habe. Der Kanal bleibt Dank freiwilliger Spenden meiner Follower am Leben, insbesondere über Patreon.

10. Und die Frage aller Fragen: Braucht die Welt mehr oder weniger Cowbell?

Mehr!!! Man kann nie genug Cowbell haben :))

the_gäs_drummer

Ein Kommentar zu „Im Portrait: 10 Fragen an Sina-Drums!

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