Eine Freundin von mir hat vor Kurzem ihren eigenen Blog wieder aufleben lassen. Mit gnadenloser Ehrlichkeit, viel Recherchearbeit und mehreren Korrekturläufen hat sie darin einen Artikel über den weitreichenden Themenkomplex „Feminismus“ veröffentlicht. Beim Lesen habe ich selbst noch einiges gelernt und dachte immer wieder: Ja! Ganz genau so ist es. Danke, dass du es in Worte fasst. ❤

Silbereule – Meine Gedanken zu: Diesem komischen Feminismus Kram

Ihren gelungenen Beitrag möchte ich zum Anlass nehmen, über ein eigenes Erlebnis zu berichten, das mir erst vor Kurzem passiert ist. Es involviert zwar einen echten, niedlichen, kleinen Fuchs, ist aber leider keine schöne Story:

Ich war morgens eine Runde am Waldrand laufen. Dabei sah ich etwas auf dem Weg, das ich zunächst für einen kleinen Hund hielt, der ein Tuch oder eine Tüte für seine Häufchen um den Hals gebunden hatte. Beim Näherkommen merkte ich, dass es ein Babyfuchs ist. Und er hatte sich in einer Plastiktüte verheddert, die er nun hinter sich her schleifte.
Natürlich hatte der Kleine ein wenig Angst und ließ sich nicht sofort befreien. Doch das Ding hielt ihn auch davon ab, zu schnell wegrennen zu können. Er hüpfte eher ein bisschen durchs Gestrüpp. Dann blieb er sitzen und schaute mich an. Der Arme hatte auch nur ein Auge, sah sonst aber in Ordnung aus, also keine offene Wunde oder ähnliches.
Ich konnte die Tüte hinten festhalten und er kämpfte sich nach vorne raus. Anstatt dann aber gleich abzuhauen, lief er ruhig vor mir her. Seine Familie war nicht in der Nähe.

Daheim schrieb ich eine Auffangstation für Wildtiere an. Ich beschrieb ihnen den Fuchs und den Vorfall und fragte, ob in so einem Fall weitere Hilfe nötig wär. Ich wollte nicht überreagieren und ihn gleich mitnehmen, zumal ich nichts für den Transport dabei gehabt hatte. Doch da er so klein war, alleine zu sein schien, nur ein Auge hatte und wenig scheu gewesen war, wollte ich doch lieber auf Nummer sicher gehen.
Die Leitung der Station sagte mir, vor allem das mit dem Auge könnte bedenklich sein, denn wenn das nicht gesäubert wird, kann es sich entzünden oder Insekten anziehen. Ich solle also noch mal nachschauen, ob ich ihn wieder sehen würde. Leider gab es zu viele Anrufe zu der Zeit, als dass sie selbst den ganzen Tag dort suchen konnten. Ich sollte weiter Ausschau halten. Aber Füchse kämen meist erst wieder in der Dämmerung raus. Übrigens war es nicht schlimm, dass ich sein Fell gestreift hatte. Das mit dem Geruch, dass die Eltern ihn dann erst recht verstoßen würden, sei ein Mythos. Tollwut gäbe es auch nicht im Gebiet.

Ich holte also einen Tragekorb, ein wenig Katzenfutter und eine Schüssel Wasser und ging abends noch mal los. Es war halb 8 als ich los lief. Auf dem Feldweg fiel mir ein Typ im knallroten Shirt auf, der an mir vorbei ging und dann nicht weit von mir entfernt (ich hielt mich etwa in dem Bereich auf, wo ich den Fuchs getroffen hatte) auf und ab spazierte und telefonierte.
Als er dann immer und immer wieder an mir und meinem Baumstumpf vorbei lief, fragte ich ihn irgendwann, warum er das machte. Seine Worte: „Ich dachte, du bist traurig.“

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Okay… sehe ich wirklich so aus? Selbst wenn ich es wäre, würde ich dann nicht in den Wald gehen, um meine Ruhe zu haben und keine Menschenseele sehen zu müssen? Ich sagte ihm die Wahrheit, nämlich, dass ich den Korb hier dabei hätte, weil ich einen verletzten Fuchs suche. Mir geht es gut, danke, er solle bitte gehen.
Er ging. Dann saß ich noch etwa zehn Minuten da bis ich mich entschied, noch einmal den Weg abzulaufen. Und was sehe ich etwas entfernt durch die Bäume? Ein knallrotes T-Shirt.

Ein wenig unruhig, aber hauptsächlich genervt bis wütend, ging ich in die andere Richtung weg bis zu einer offenen Wiese wo Leute mit ihren Hunden Tricks übten. Da war es 8 Uhr und immer noch hell. Aber trotzdem hörte ich schon die Stimmen der Leute, die sagten „dann geh halt nicht abends allein in den Wald.“
Hab ich dann auch nicht mehr gemacht. Beim nächsten Nachsehen war ich in Begleitung. Aber ganz ehrlich, das sollte als Warnung eigentlich nicht nötig sein. Es sollte keinen Grund dafür geben.

Wenn du kein Interesse hast, weiter zu lesen, kannst du nun gehen. Den Fuchs habe ich leider nicht mehr gefunden. Ich glaube, ihn noch ein Mal ein paar Tage später morgens gesehen zu haben, wie er gerade im Gebüsch verschwindet. Das war aber zu weit weg, um sicher zu sein. Aber ich bin froh, dass er zumindest nicht mehr in der Tüte festhängt. Die Moral dieser Geschichte ist also schon mal: Lasst bitte nicht eure Mülltüten im Wald rumliegen.

Wer weiter lesen möchte, dem erzähle noch ein paar weitere Erfahrungen, die deutlich machen, wie wichtig solche Beiträge wie der von Hanna über Frauenrechte sind – auch wenn sie vermeintlich nerven, weil es so unglaublich viele davon gibt.

Hmmm… sollte an sich schon zu denken geben. Also, dass es da überhaupt so viel zu sagen gibt.
Ich selbst habe das Glück, nie sexuelle Gewalt erfahren zu haben. Es wurde überhaupt noch nie jemand handgreiflich bei mir. Aber ich habe genug Freundinnen und Bekannte, denen das widerfahren ist und auch verbale Aussagen und andere Aktionen können ziemlich ätzend sein.

Gehen wir in die Arbeitswelt. Da fand ich folgenden Artikel ganz interessant: https://t3n.de/news/frau-tauscht-ihrem-kollegen-e-mail-signatur-804193/

Kurzfassung: Eine Frau und ein Mann unterschreiben ihre beruflichen E-Mails für eine Zeit mit dem Namen des jeweils anderen. Und plötzlich fällt der Frau, die sich als Mann ausgibt, die Arbeit viel leichter. Ihre Vorschläge werden weniger in Frage gestellt, sie erhält mehr Zustimmung und Respekt von den Kunden.

Bild von StockSnap auf Pixabay

Das habe ich mit meinem Kollegen, der denselben Job macht wie ich, noch nicht ausprobiert. Wäre mal interessant. Aber wir haben einen anderen Mitarbeiter im Team, der gerne Vorträge darüber hält, dass junge Frauen ja mehr verkaufen und dass sie dabei immer schön lächeln sollten. Als er sagte, er fände meine roten Haare toll, war ich froh, sie mir inzwischen braun gefärbt zu haben. Und dann waren wir auf dem Weihnachtsmarkt und eine andere Kollegin wurde dort von einem Mann angesprochen. Er gab ihr einen Glühwein aus. Besagter Kollege meinte zu dem Mann, „ne, sie ist hübsch“, als hätte der ihr deswegen den Glühwein ausgegeben und hätte das auch schön richtig so gemacht, um sie kennen zu lernen.
Stellte sich heraus, der uns unbekannte Mann und meine Kollegin waren seit Jahren Freunde… ihr war der Kommentar peinlich, aber sie überspielte es in der Ratlosigkeit.

Ein anderes Mal ging ich durch die Stadt und fragte einen Mann nach dem Weg zur nächsten Bahnstation. Der antwortete, dass er mir auch den Weg zu sich zeigen könnte.
Da fragt ihr euch noch, warum man lieber aufs Handy schaut und keinen mehr auf offener Straße anspricht?!

Er war immerhin kreativ? Mag sein, aber es ist einfach so unnötig. Ich kenne keine Frau, die auf solche Weise gerne Männer kennen lernt. Es ist viel zu offensiv und verzweifelt und ohne jeden Anhaltspunkt, ob man sich irgendwie theoretisch leiden könnte.

Das ist eine Sache, die ich ganz gerne an der Metalszene mag: Man kann bei den dortigen Partys auch Leute kennen lernen, ohne dass diese direkt die Absicht haben, einen mit nach Hause zu nehmen. Man spricht sich an, weil man ein gemeinsames Interesse hat und weil die Stimmung allgemein offen ist. Wenn sich daraus später etwas entwickelt, dann ist das schön und gut. Aber es ist nicht wie in typischen Clubs, wo du quasi ausschließen kannst, spontan neue normale Freundschaften aufzubauen, erst Recht nicht mit dem anderen Geschlecht.
Gut, die Glam Szene ist da schon etwas offensiver, manchmal auf ihre eigene Weise schwierig. Aber die ist so klein, dass man sich eh schon kennt und in etwa weiß, wen man vor sich hat. Es nimmt die Bedrohlichkeit und reduziert das absolut oberflächlich-wahllose in der Ansprache.

Sowohl beim Feiern als auch auf der Straße sollte daher die Regel gelten: Lernt, das Verhalten der anderen zu lesen!
Lange Antworten, Gegenfragen, sich einander zuwenden, ein Lächeln – das heißt Interesse. Ja, ich möchte dich kennen lernen. Kurz angebunden sein, keine Gegenfragen, sich wegdrehen, mies vor sich hin schauen – das heißt „lass mich in Ruhe“.
Ist gar nicht so schwer.

Aber auch da habe ich schon Folgendes erlebt: Flug hat Verspätung, ich fliege allein. Aus Langeweile fange ich an, mit dem Typ zu reden, der am Gate neben mir steht. Sehr schnell nervt er aber, weil er mich über mein ganzes Leben ausfragt. Wer bin ich, was mache ich, warum reise ich, wo komme ich eigentlich her, was habe ich gelernt, soll er mir mal Stadt XY zeigen und so weiter und so fort.
Ich antworte so wenig wie möglich, interessiere mich immer weniger für das, was er macht, lehne ab als er die Städtetour anbietet. Irgendwann stecke ich mir wieder meine Kopfhörer ins Ohr und fange an zu lesen.
Was macht er?
Stellt mir weiter Fragen, obwohl ich ihn nicht mal mehr höre.
Das ist im Nachhinein fast lustig … wenn es nicht so traurig wäre.
Ich wechsel im Flieger kein Wort mehr mit ihm (sitze zum Glück auch wo anders), meide ihn am Zielflughafen, muss aber leider zum gleichen Gleis und mit dem gleichen Zug weiter fahren. Ich gehe also, immer noch mit den Kopfhörern im Ohr und aufs Handy schauend, so weit das Gleis runter wie nur möglich. Ich glaube, nicht mal der Zug war so lang xD
Was macht der Typ?
Läuft. Hinterher. Und stellt mir weiter Fragen.
Wie dumm kann ein Mensch bitte sein?!?!?!
Hab ihm dann direkt ins Gesicht gesagt, er solle mich in Ruhe lassen.
In seinem Kopf bin nun vermutlich ich die Bitch.
Möge es so sein. Ist mir sogar lieber.

Das war ein kleiner Einblick in die Erlebnisse, mit denen sich frau alltäglich rumschlagen muss. Wie gesagt, mir ist Gott sei Dank nie etwas Schlimmeres passiert als solche Dinge wie hier aufgelistet. Aber ich wollte sie trotzdem mal erzählen und zeigen, wie anstrengend die ganz normalen Dinge sein können, weil manche Kerle einfach nicht zu verstehen scheinen, wie unerträglich ihr Verhalten ist.

Ich hoffe sehr, dass noch weiterhin Schritte zur Gleichberechtigung unternommen werden. Sowohl von offizieller, rechtlicher Seite als auch in unserem täglichen Miteinander. Danke noch mal an Hanna für die Inspiration, endlich auch mal was zu sagen und Danke an alle, die sich ebenfalls engagieren oder zumindest informieren.

Eure Foxxy

Ein Kommentar zu „Über die Rechte von Füchsen und Frauen

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