Als die Quarantäne auf ihrem „Höhepunkt“ war (Anfang April), habe ich mehr oder weniger ernst gemeinte Ratschläge für Metalheads in diesem Artikel gegeben: So bleibst du auch in Quarantänezeit „voll Metal“!

Inzwischen sind drei Monate vergangen, in denen extrem viel passiert ist – obwohl eigentlich alles abgesagt wurde. Erst war da die Angst und gleichzeitig die Einsamkeit. Dann die Solidarität, die sich anschleichende Langeweile, der plötzliche Produktivitätszwang, viele traurige Todesfälle aber auch geniale Erfindungen, mit denen das Leben im Lockdown gemeistert wurde.
Über Nacht wurden Konzerte auf Streamingplattformen verlegt. Man hat sich weltweit via Internet verbunden und gemeinsam Projekte gestartet. Dann, als die meisten Betriebe wieder ins Laufen kamen, hat die Veranstaltungsbranche noch immer das Nachsehen. Eigentlich aus gutem Grund, doch den Angestellten und freien Künstlern der Branche rennt die beklemmende Existenzangst hinterher. Man kämpft parallel ums wortwörtliche und ums wirtschaftliche Überleben, während ein Sänger, ein Koch, ein Geschäftsmann gone politics plus eine Menge anderer Leute Stück für Stück den Verstand verlieren. Ein anderer Mann verlor das Leben und damit kam ein neues, ebenfalls super wichtiges Thema auf: der Kampf gegen Rassismus. Und plötzlich wollte man auf die Straße gehen, nicht nur aus Vergnügen sondern mit einer Botschaft dahinter. Doch man kann nicht, oder man begeht damit einen anderen Fehler. Eine Zwickmühle.
Man will auch nicht alle Veranstalter um einen herum sterben sehen. Doch Menschenleben dürfen nicht für Clubs und Konzerte geopfert werden!
Eine hoch emotionale Zeit, die jeder etwas anders erlebt.

vor einem Jahr beim Rage Against Racism

Das „Corona Logbuch – was uns im Frühjahr 2020 bewegte“ von Antonia Quirl und Juna Nieves befasst sich mit diesen ganz unterschiedlichen Erlebnissen. Wobei die Antworten bereits Anfang Mai eingereicht wurden, also die ganzen jüngeren Ereignisse darin nicht berücksichtigt werden. Auch die Lockerung des Lockdowns ist noch kein Thema in dem Buch – das ich euch trotzdem gerne empfehlen möchte.

Was tun in diesen Tagen?

Um in der jetzigen Zeit von Unsicherheit, Unruhen und Übergang weiterhin ein „guter Metallkopf“ zu sein, habe ich euch neue Ideen zusammen gesucht. In diesem Sinne wünsche ich allen ein gutes Durchhaltevermögen. Das nächste Wacken kommt bestimmt.

  1. Kaufe Tickets für nächstes Jahr im Voraus. So zeigst du deinen Support und bringst Veranstaltern und Künstlern etwas Umsatz.
  2. Hilf mit, auf die vergangene Aktion „Night of Light“ aufmerksam zu machen. Es wirkt wie sinnloser Aktionismus per Mausklick, aber ich kann mir vorstellen, dass viele Politiker diese Branche wirklich weniger auf dem Schirm haben als die Automobil- oder Reisebranche. Auch wenn wir keine Musterlösung liefern können, können wir vermeiden, dass der gesamte Unterhaltungssektor einfach vergessen wird. Natürlich kannst du dir auch selbst eine rote Lampe ins Fenster stellen, aber das kann Missverständnisse verursachen 😉
  3. Wenn du dich mit deinen Freunden zum Musikhören triffst, dann ladet neue Songs herunter, kauft Alben oder spielt sie immer wieder auf Streamingplattformen mit Bezahl-Abo. Auch so helft ihr den Künstlern und könnt dabei gemeinsam neue Musik entdecken.
  4. Reserviere dir einen Tisch in der Rockkneipe deines Vertrauens und hab eine Maske mit dem Logo deines Lieblingsacts dabei.
  5. Nutze die Wochenenden, die durch die Festivals frei geworden sind für Ausflüge, die du lange vor dir her geschoben hast, weil nie Zeit und Geld da waren.
  6. Da kleine Konzerte als erstes wieder stattfinden werden: Nimm deinen Mut zusammen und entdecke einen neuen Act.
  7. Das coole Outfit mit Leder, Nieten und Boots verstaubt daheim? Oder du kannst deine ganzen altehrwürdigen Tourshirts nicht mehr tragen? Warte nicht ab bis zum nächsten Summerbreeze, trage sie jetzt! Zum Einkaufen. Auf dem Weg zur Post, wenn du dein Paket abholst. Ganz egal, aber zeige der Welt da draußen, wer du bist und, dass es uns noch gibt.
  8. Nutze die letzten Tage im Home Office, wenn du wie ich noch daheim arbeitest, um noch einmal ganz laut deine Lieblingssongs bei der Arbeit zu hören. Schon bald wird es wieder jedem auf den Keks gehen und die Kommunikation stören.
  9. Schau dir jeden Rock-Film an, den du finden kannst. Das zählt dann als Fortbildung 😉
  10. Da private Zusammenkünfte wieder erlaubt sind: Wohnzimmer- und Gartenkonzerte ahoi! Dieses Mal ist der Tipp ernst gemeint und wie könnte man diesen Sommer besser nutzen?
  11. Überall liegen Wandersteine und Steinschlangen. Es fehlen eindeutig noch steinerne Kunstwerke mit Bandlogos. Du kannst deine kreative Ader auch außerhalb der Musik entdecken.
  12. Werde selbst zu Metall oder „Rock“ indem du im wiedereröffneten Fitnessstudio trainieren gehst. Stärkt übrigens auch das Immunsystem.
  13. Gehe mit Freunden campen und macht daraus euer eigenes „Festival ohne Bands“.

Habt einen schönen Sommer!
Eure Foxxy

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