Von außen lässt es sich schwer beurteilen, wie hart das Pandemie-Jahr die Kultur- und hier im engeren Sinne die Musikbranche wirklich getroffen hat – deswegen habe ich mit jemandem gesprochen, der es erlebt hat und noch tut. Wie ging es vor allem den Selbstständigen in dieser Zeit, die nicht in Kurzarbeit gehen konnten, sondern sich selbst um ein Einkommen kümmern mussten beziehungsweise immerhin durften?

Nick Josten beitreibt die PR-Agentur JO!PR für „Bands und Brands“ (übrigens ein Wortspiel, das mir unabhängig von ihm auch schon eingefallen ist und das ich nach wie vor feiere). Außerdem arbeitet er noch als Booker bei Subkultura Booking – eigentlich. Denn in den letzten Monaten war alles ein bisschen anders.

Im Interview plaudert Nick aus dem Nähkästchen. Der Text ist etwas länger geworden, da es viele wichtige Fragen mit interessanten Antworten gab. Ich würde sagen, nehmt euch jetzt die Zeit. Später, wenn ihr wieder vor den Bühnen feiert, habt ihr sie nicht mehr 😉


Hallo Nick, lassen wir dieses Interview unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ laufen … Warst du denn bei einer Demonstration der Veranstaltungsbranche dabei?

Hi Karla, ich war bei der ersten in meiner Heimatstadt Aachen dabei, zusammen mit einem Kumpel, mit dem ich Konzerte veranstaltet habe. Da wurde die Brücke vor unserem Fußballstadion rot beleuchtet.
Ich bin nicht so der Typ für Demos zu Coronazeiten, aber hier hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Veranstaltungsbranche wirklich achtsam mit der Situation umgeht, was Abstände, Hygienekonzepte und so weiter angeht. Ich fand die Aktion toll und gleichzeitig hat man nochmal vielen Kollegen winken können, die ich jetzt so das ganze Jahr nicht gesehen habe.

Quelle: https://alarmstuferot.org/presse, Photo: Schaper Kommunkation, Wolfgang Schaper

Vieles war und ist noch scheiße, aber sicherlich nicht alles. Was war 2020 ein besonders schöner Moment, privat und beruflich?

2020 war für mich beruflich eigentlich sehr interessant: Ich bin von 50% Booking und 50% PR auf 99% PR gegangen und musste zwangsläufig super viel lernen. Wer weiß, ob ich das sonst gemacht hätte.
Einen einzelnen Moment heraus zu picken ist da schwer, ich denke es war der Moment, in dem mir klar geworden ist: Wow, das funktioniert ja! Ich bin seit so kurzer Zeit erst mit meiner PR-Agentur am Start und arbeite schon für ein paar meiner liebsten Indie-Labels!
Als ich fest ins Team von SBÄM Records kam und plötzlich mit ein paar meiner Heroes in Kontakt stand, das hat mich persönlich auch sehr geflasht. Privat lief halt alles so seinen gewohnten Gang, nur ohne Urlaub und Gigs. Meine Frau und ich sind gesund, das ist mir immer die Hauptsache.

Du machst hauptsächlich PR für Musiker, aber ja auch für andere Unternehmen. Konnte sich das ein wenig ausgleichen, also dass es für andere Branchen mehr Aufträge gab?

Lustigerweise ist das Gegenteil eingetreten: Ich habe angefangen, PR für Unternehmen zu machen, meist lokale. Mit und mit kamen Bands dazu, weil ich als Booker seit ein paar Jahren für Bands arbeite und das daher für mich logisch war. 2020 mussten sich dann aus finanziellen Gründen mehr und mehr dieser Unternehmen verabschieden, sodass ich plötzlich fast eine reine Musikagentur war.
Damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Die Unternehmen, für die ich noch arbeite, sind halt eben Recordlabels oder Festivalveranstalter oder andere Agenturen, die mit Musik zu tun haben. Ich war zwischenzeitlich Pressereferent eines Theaters und mache ein paar Copywritingjobs, aber bei den „Bands and Brands“ in meinem Slogan dominieren tatsächlich die Bands momentan.

Für welche Bands laufen aktuell Kampagnen? Wo sollten die Leser mal rein hören?

Stand jetzt (Ende Dezember 2020) bereite ich die Releases von SBÄM Records für den Januar vor. Hier bringen wir die Münchener Skatepunks Heathcliff und die Wiener Pop-Punk Gruppe Rebell Bagatell heraus. Es gibt aber auch spannende Re-Issue Projekte. Kurz vor Weihnachten startet der Vorverkauf für Billy No Mates, dahinter steckt der Sänger von SNUFF, da sind wir mit dabei. Außerdem promote ich noch, was ich im Dezember hatte: Der Singer/Songwriter Mike Noegraf hat eine mega Platte rausgebracht, die auch momentan in ein paar Campusradios gespielt wird. The Shrieks, das ist Psychobilly aus Finnland, haben noch eine EP draußen, die der Knaller ist. Und noch ganz viel. Und meine eigene Band bringt im Februar noch eine EP heraus! Es ist also relativ viel. Deinen Lesern empfehle ich auch auf jeden Fall mal in die Single „Go Away“ von Blast Bomb aus Hamburg anzuhören. Geiler Rock N Roll im Stil von Turbonegro, EP kommt Ende Februar. [wird von mir dann verlinkt, wenn sie da ist]

Blast Bomb (Quelle: https://www.facebook.com/blastbombhamburg/) Photo: Skeleton Dream Photgraphy

Mir hast du Blessed Hellride empfohlen. Damit hast du auch ganz gut meinen Geschmack getroffen. Wie gehst du denn normalerweise vor, wenn du überlegst, wo du welche Band platzierst? Datengetrieben, nach Bauchgefühl …?

Tatsächlich versuche ich da, mental immer ganz neu zu starten. Viele arbeiten datengetrieben, ich gehe meine Kontaktlisten durch und denke konkret an die Leute, mit denen ich darüber sprechen will. Es gehen auch Massenmails heraus, aber das ist immer nur ein ganz kleiner Teil. Das kommt auch immer darauf an, was die Band so mitbringt. Wenn sie z.B. in Kanada ganz viel auf Tour waren, dann gehe ich natürlich da auch auf Blogs zu. Ich versuche, wie ich beim Booking Veranstalter nach ihren Präferenzen frage, auch Journalisten und sonstigen Medienpartnern zugeschnitten Musik zu präsentieren.

Was genau kannst du einer Band denn alles bieten?

Was ich einer Band bieten kann, kommt auch darauf an, ob wir miteinander harmonieren. Einem Jazz-Trio kann ich andere Dinge bieten als einer Metalband. Ich arbeite meistens für konkrete Releases, dazu gehören dann Pressemitteilungen, Bemusterung und Reviews, Interviews, Radiobemusterung und -promotion, Youtubemarketing, Social Media Management und Streamingmarketing mit hohem Fokus auf Spotify Playlisting. Ich gehe auch immer hin und schaue, dass wir an Storys für die Künstler arbeiten und ihre Message an die Leute bekommen, nicht nur das blanke Produkt Album zum Beispiel.

Einer deiner beruflichen Bereiche ist ja das Booking. Konntest du in dieser Hinsicht überhaupt etwas machen dieses Jahr?

Gebookt habe ich dieses Jahr quasi nicht. Das war aber auch eine bewusste Entscheidung, denn einige meiner Kollegen haben z.B. coronakonforme Konzerte an Land gezogen, wovor ich großen Respekt habe. Ich habe alles, was 2020 ausgefallen ist für 2021 wiedergeholt, so gut es eben ging. Das gilt vor allem für Festivals, Touren habe ich auch teilweise einfach abgesagt bzw. mit den Veranstalten „on hold“ gelegt. Es macht einfach alles wenig Sinn, solange die Veranstalter nicht mit Vollauslastung ihrer Clubs oder Festivalflächen arbeiten können. Einige meiner Bands möchten im März schon wieder Shows spielen, das sehe ich aber einfach nicht. Jetzt zum Jahresende bereite ich mich wieder langsam vor, aber ich arbeite jetzt weit in die Zukunft hinein und spreche mit Veranstaltern für Shows 2022. Mit Glück spielen meine Schützlinge wieder 2021 im Sommer oder Herbst, aber eben auch nicht alle.
Meine Engländer Ducking Punches machen auf jeden Fall Pause bis alles wieder save ist, Misconduct aus Schweden sind eh eine Band für Festivals und Weekender und machen familienbedingt nicht mehr so die großen Tourneen. Die kleinen werden es jetzt schwer haben und denen versuche ich so gut es geht zu helfen.

Hast du irgendwelche Überbrückungshilfen beantragt oder erhalten? Gab es einen Grund, warum du es (nicht) beantragen durftest?

Ich habe direkt im ersten Schwung die Soforthilfe des Landes NRW bekommen und es wird sich noch herausstellen, ob das ein Fehler war. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich bin da ziemlich in diese „Falle“ getappt, wie es viele Solo-Selbstständige taten: Geld erhalten, nur um dann gesagt zu bekommen, dass man es eigentlich gar nicht ausgeben darf, weil jetzt diese und jene Regelungen gelten. Ich bereite mich darauf vor, alles zurückzahlen zu müssen, wenn ich großes Pech habe.
Genauso bin ich mal gespannt, ob die Soforthilfe jetzt als Einnahme versteuern muss. Das wird alles noch sehr interessant und mit viel Ärger verbunden sein. Ich sehe es aber entspannt: Dann war die Soforthilfe eben ein Startkredit für ein Jahr, auch wenn es natürlich bitter für uns kleine Kulturmäuse ist, wenn der Staat auf der anderen Seite Unternehmen, die schon seit Jahren kurz vor dem Konkurs stehen, den Allerwertesten rettet.

Welcher deiner Branchen-Kollegen hatte eine besonders gute Lockdown-Idee?

Also ich respektiere alle, die gute Streamingkonzerte auf den Weg gebracht haben. Ich hab ja selber ein Festival gemacht, obwohl Streams gucken gar nicht mein Ding ist. Und mir ist auch klar, dass dieses Konzept keine langfristige Lösung ist, Streamingkonzerte können einfach das Liveerlebnis in keiner Weise ersetzen. Aber es gab ein paar richtig toll produzierte.
Der Wacken Stream war schon stark. Aber auch so kleinere Geschichten wie der Livestream vom Ruhrpott Rodeo waren super. Ich bin jetzt wieder großer Fan vom WDR Rockpalast geworden, die haben mit sehr jungen Bands tolle Aufzeichnungen gemacht.
Die coronakonformen Konzerte waren auch ne super Idee, da hat man ja dann auch plötzlich Biergärten und Freilichtbühnen für Rockkonzerte genutzt und so, fand ich alles super. Du merkst, ich finde kein Exempel dafür. Ich bin großer Podcast-Fan, hier haben auch viele aus der Musikbranche richtig reingeklotzt und es gab auf jeden Fall auch viele E-Learning Programme, die ich abgefeiert habe, es haben z.B. ein paar Leute gute Patreon-Seiten.
Hier hebt sich für mich ein bisschen der Benedikt Hain heraus, der hat eine Community für das Homerecording mit sehr nützlichen Tutorials gegründet. Homerecording ist ja auch 2020 explodiert gefühlt.
Ein Beispiel fällt mir aus Aachen ein: Die Band Boon Goon, die machen so abgefahrenen Funk-Rock-Metal-Fusion oder so, vielleicht mit Red Hot Chilli Peppers vergleichbar, aber härter, hat in unserer Stammkneipe, dem Wild Rover, einen Monat lang jeden Tag vor 5 Leuten gespielt, weil mehr nicht rein durften. Das war super abgefahren und stand hier auch in der Zeitung. Das ist ne richtig sympathische Idee finde ich!

Mit diesem Foto hat Nick nichts zu tun, doch es zeigt ein Kölner Studio, in dem coronkonforme Programme mit und für die Metalszene gedreht wurden. Mehr dazu bald!

Und wen hat es besonders hart getroffen? Das kann sowohl in geschäftlicher als auch in gesundheitlicher Hinsicht sein.

Noch kenne ich zum Glück niemanden, der irgendwie auf der Straße sitzt oder langfristig die Branche wechseln muss. Einige meiner Technikerfreunde machen teilweise andere Jobs, aber nur nebenbei, um über die Runden zu kommen und viele Booker machen jetzt so in Richtung Marketing.
Wirtschaftlich geht also quasi noch so einigermaßen, würde ich sagen, wobei es vor allem die Clubbetreiber in meinem Bekanntenkreis sind, die es schwer haben. Meine Techniker- oder Bookerfreunde kommen irgendwie mit anderen Projekten über die Runden. Ich habe jetzt von den ersten dauerhaften Schließungen gehört, vor allem in England, da blutet mir das Herz, weil da auch Clubs dabei sind, in denen ich schon gespielt habe. Gesundheitlich habe ich eine Freundin, die die Corona-Grippe zwar durchgestanden hat, aber nur noch 70% Lungenvolumen. Sie ist sportlich also ist das schon bitter. Ein entfernter Bekannter vom Booking hat vor ein paar Monaten gepostet, dass sein Dad an Corona gestorben ist, so was macht mich selbstverständlich sehr traurig, auch wenn ich die Person nicht kenne. Einer meiner besten Freunde ist Amerikaner und lebt und New York, da sind tatsächlich gleich mehrere Coronatote in der Familie. Da bekommt man schon Angst und es wird einem klar, dass die berufliche Existenz echt nicht alles ist.

Wie sah ein durchschnittlicher Mittwoch bei dir 2019 aus und wie 2020? Und wie sah es, sagen wir, an einem Mittwoch 2012 aus? 😀

Puh, 2019 war einfach Livegeschäft so sehr drin in meinem Alltag. Wo ich 2019 noch Veranstalter angeschrieben hätte, schreibe ich jetzt für meine Kunden eben Journalisten an. Dazu kommt, dass ich Mittwochs Abends Proben gehabt hätte, die 2020 zwar nicht ausgefallen, aber rarer geworden sind. Vom Arbeitsalltag her hat sich nicht so sehr viel geändert außer, dass bei mir alles ein Stück weit professioneller geworden ist und ich jetzt im Arbeitszimmer sitze, Papierkram usw. mache statt auf der Couch bei lauter Musik rumzubooken!
2012 kann ich mich schon kaum noch erinnern. Da war ich Student, also hatte ich vermutlich ein paar Vorlesungen, hab mich dann in den Park gepflanzt, um zu lesen, dann Fitnessstudio und abends Kneipe. Ziemlich gutes Leben, wenn ich mir das so überlege gerade. Auf jeden Fall war noch nichts mit Musikbusiness außer, dass ich zu dieser Zeit langsam angefangen habe, für meine aktuelle Band Konzerte an Land zu ziehen.

In welchem musikalischen Genre bist du selbst zu Hause?

Ich bin halt Punkrocker und mag hier fast alle Subgenres. Früher war ich krasser Psychobilly und Rockabilly Fan, mittlerweile kehre ich zu meinen „Wurzeln“ aus Teenagerjahren zurück und höre meist Skatepunk, Indiepunk und die modernen Bands, die gerade so unterwegs sind. Ich bin aber auch großer Metalfan, weil ich früher auch etwas Grufti war. Die ganze schwarze Szene wird mich da nie vollständig loslassen.
Was weniger Leute wissen ist aber auch, dass ich totaler Hip Hop Fan bin, mehr so oldschool Zeug. Aber auch in der Branche versuche ich up-to-date zu sein und ein richtig guter Rapper hat mich schon immer mitgenommen, auch als Punker.

Dein aktueller Geheimtipp, der nicht mit dir zusammen arbeitet?

Geheimtipps sind immer schwer. 2020 haben mich viele Bands sehr abgeholt, bei den bekannteren sind das Spanish Love Songs, Touché Amore, Mad Sin, The Other.
Mit wem ich nicht zusammen arbeite, aber dies gerne täte, sind vielleicht die Deadnotes, bei denen passiert momentan ganz viel und die machen einen tollen Job. Ich kann außerdem nur jedem ans Herz legen, mal Antillectual auszuchecken, wieso die nicht saugroß sind, erschließt sich mir manchmal nicht, weil ich so ein Fan von denen bin! Ansonsten vielleicht Sewer Rats, Shoreline und die beiden Schwesterbands meiner eigenen Band, das sind The Sensitives und Death By Horse aus Schweden. Wir sind eine Familie und die unterstützt man ja! Oh und wenn ich nochmal den lokalen Aachener Tipp abgeben darf: Behaltet Boon Goon im Auge. Da könnte echt was passieren.

Hast du eine Ausbildung gemacht oder kamst du über die Learning by Doing-Methode zu all den beruflichen Erfahrungen?

Ich glaube, im Musikbusiness sind die meisten Leute tatsächlich Quereinsteiger wie ich, zumindest die, die in der Solo-Selbständigkeit landen. Ich habe Germanistik und Anglistik studiert und dann ein Volontariat in einer PR-Agentur gemacht.
Die eigentlichen Skills kamen aber durch Nebenjobs bei Zeitungen, Fanzines, Radios und Marketingagenturen und viel try-and-error. Das Networking habe ich mir selbst erarbeitet, weil ich eben meine eigene Band pushen wollte bis halt mal ein Bookerkollege ankam und meinte: Mach das doch auch für andere Bands! Ich glaube, man kann durch Eigendidaktik viel erreichen, wenn man genug Biss hat. Eine Ausbildung dahingehend gibt dir dann das nötige Handwerkszeug mit und hilft auch der professionellen Arbeitsweise enorm.

Wann hast du dich selbstständig gemacht und mit welchem Ziel vor Augen?

Ende August 2019 endete mein Volontariat und ich wollte nicht in der Agentur bleiben, weil ich in die Musikbranche wollte. Das war einfach das Ziel: Musikbranche.
Leider war ich dann „schon“ 29 Jahre alt und verheiratet, also kam jetzt so der übliche Weg „Praktikum bei Universal, Praktikum hier, Praktikum da“ nicht so wirklich in Frage. Also habe ich genutzt, was ich gelernt hatte und freiberuflicher Booker und Tourmanager war ich eh schon, einfach weil ich so viele Bands kenne. Dann dachte ich mir eben: „Jetzt oder nie!“ – 2020 war dann das Jahr, wo ich vom Freelancer zum Unternehmer geworden bin und auch wenn ich noch viele Ziele habe, so würde ich schon sagen, dass ich zumindest in der Branche schon mal irgendwie drin bin, wenn auch nur in einer Nische.
Ich habe dieses Jahr so viele tolle Partner und Kollegen mit ins Boot geholt und arbeite mit Leuten zusammen, von denen ich nie gedacht hätte, dass wir mal Kollegen auf Augenhöhe werden. Vor allem dachte ich nicht daran, im ersten Jahr schon so breit zu Netzwerken, so ganz ohne Reeperbahnfestival oder Backstage-Dorf. Von hier geht es nur noch weiter nach vorn, das war immer schon mein Motto.

Nun hast du mich via Facebook-Messenger angeschrieben, nicht via E-Mail. Obwohl es ja um eine Art geschäftliche Beziehung geht. Funktioniert PR heute über die Sozialen Medien besser als über E-Mail oder Telefon und ist das bei den „klassischen“Medien inzwischen auch so, also dass du auch TV-Teams auf diese Weise kontaktieren könntest?

Also eigentlich geht so Social-Media DM gar nicht so gut. Es sollte schon bei der klassischen Mail und dem Telefonat bleiben. Ausnahmen bestätigen da die Regeln. Wir hatten uns ja vor einer Weile schon mal vernetzt und deshalb ist die Hemmschwelle einer kurzen DM niedriger als beim Erstkontakt mit einem Medium, einem potenziellen Kunden usw. Ich denke, Social Media sollte man zum Vernetzen nutzen, aber nicht um Business zu besprechen. Eine Ausnahme kann da LinkedIn sein, weil das ja quasi das Facebook für Unternehmen ist. Ich habe viele meiner Kollegen usw. über soziale Medien getroffen und mit ein paar Journalisten quatsche ich auch auf Facebook und Instagram. Wo es geht, ziehe ich aber selbst die E-Mail vor.

Zum Abschluss: Welchen lehrreichen Podcast hörst du gerne, um dich beruflich fortzubilden?

Also nicht ganz uneigennützig erwähne ich da den Podcast von Redfield Records „Macher der Musikbranche“.
Ich bin da selbst drin involviert ein Stück weit, aber kann den auch so ohne Weiteres weiterempfehlen, weil die Gäste wirklich krass sind und super interessant, nicht nur für die Subkultur-Menschen. Lustig, ich habe zu Podcasts neulich noch meine Favoriten bei LinkedIn gepostet und muss nun trotzdem wieder überlegen.
„The Band Show“ ist auch sehr cool wegen der interessanten Gäste, „Innerlich Elvis“ ist vor allem was für D.I.Y.-Musiker, die noch so ein bisschen am Anfang stehen, „Learnings“ oder „Business Punk“ sind gute Podcasts für Unternehmer generell, da wird dann auch mit Fachjargon aus dem Marketing um sich geworfen.

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